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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurt-Höchst Lärm ist eigentlich immer

 ·  Über die Königsteiner Straße in Frankfurt-Höchst fahren jeden Tag 27.000 Autos, sie ist vermutlich die lauteste Straße der Stadt. Auch Dreck und viele Unfälle gibt es dort. Und ein paar Anwohner.

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Hannelore Schäfer

Die Diskussion

driftet etwas ab. Ich wohne nicht an der Kö, dennoch weiß ich, wie stark befahren diese Strasse ist, weil ich selbst öfter dort unterwegs bin. Die Frage ist doch auch, die Herr Rohde schon formuliert, was ist jeder Einzelne bereit, gegen den immer stärker um sich greifenden Lärm zu tun?

Zudem bin ich der Überzeugung, dass man die unterschiedlichen Lärmquellen nicht relativieren sollte. Natürlich hört und fühlt sich Fluglärm anders an. Aber ein durch einen kleinen Ort donnernder LKW (um die Maut zu sparen) der jedes Mal eine Ecke der Hauswand mitnimmt, ist nicht wirklich besser. Solche Orte gibt es in Deutschland zuhauf.

Es ist mir persönlich klar, dass eine Verlagerung von Transporten z.B. auf die Schiene, die Probleme nur verlagern. Weg von mir zu anderen. Das betrachte ich nicht als Lösung. Es wird Zeit, nicht nur über ein gesamtdeutsches Verkehrskonzept sondern auch über ein gemeinsames Lärmkonzept zu kämpfen.

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kai rohde
kai rohde (kairohde) - 27.02.2013 17:19 Uhr

Bereit?

Schon Robert Koch wusste schon am Anfang der Großindustrialisierung das der Lärm bald genauso wie Cholera oder Pest bekämpft werden würde. Damals wurde der große Mediziner belächelt. Heute wissen wir: Es besteht kaum ein Unterschied in der Schädlichkeit der Lärmemissionen von Bahn, Auto oder Flugzeug. Wie angenehm war es für Fraport auf die Deutsche Bahn zu zeigen, für die Bahn auf die Straßenplaner die wiederum den Reigen schlossen. Keiner wollte dem Bürger die wichtige Ruhe gönnen; Geht es doch bei Fraport und Bahn um Rendite, bei den Straßenplanern um knappe Kassen. Die Bürger an der Hauptverkehrsstraße und unter der Einflugschneise leiden, es wird Zeit das die Nutzniesser ihrer Verantwortung nachkommen. Ich wäre bereit für Tempo 30 oder/und zusätzlich zu meiner KfZ-Steuer einen "Lärmsoli" zu zahlen, wüsste ich, dass dieser in den Lärmschutz geht; Ist unsere Gesellschaft, sind Aktionäre, Bahnkunden, Airlines bereit Robert Kochs zitierten Kampf gegen den Lärm aufzunehmen?

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Miki Krstic Dr.

Wie so häufig

Herr Stark ist Ihnen die Datenlage nicht bekannt. Die von der Europäischen Kommission veröffentlichte Dosis-Wirkung-Relation zeigt, daß Fluglärm als besonders belästigend wahrgenommen wird. Abgesehen davon könnten Sie, bei tatsächlichem Interesse für das Thema Fluglärm vs. Straßenlärm, bei Recherche erkennen, daß bereits sehr viel gegen Straßenlärm getan wird. Im Gegensatz zu Fluglärm, der ja, wie Sie wissen, vom Bundesimissionsgesetz großzügig ausgenommen ist. Wie so häufig bleiben bei Ihren Ausführungen leider nur populistische Polemik, ohne auch nur den Hauch eines Lösungsansatzes.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.03.2013 15:00 Uhr
Detlef Stark
Detlef Stark (Obmuj) - 01.03.2013 15:00 Uhr

Werter Her Miki Krstic Dr., ein Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, ...

... dass letztendlich gesetzlich zustande gekommene Entscheidungen und ultima ratio Gerichtsentscheidungen gelten und nicht selbsternannte Gruppierungen oder gar Einzelne das Sagen haben. Ohne Kompromisse ist kein Zusammenleben denkbar und was Gesundheit oder gar Gesundheitsgefährdung ist, kann völlig unterschiedlich gesehen werden.
In 40 Jahren Tätigkeit in der Luftfahrt und Wohnorten wie Raunheim und Rüsselsheim bin ich z.B. kerngesund geblieben; nach Pensionierung habe ich mir in Frankreich eine unkontrollierte Bakterienvergiftung zugezogen, die meine Gesundheit ruiniert hat und mich zum Invaliden gemacht hat. Diese Ironie des Schicksals zeigt, dass auch die Gesundheitsgefährdung, die Sie hier vehement durch den Luftverkehr gegeben sehen, äusserst relativ ist.

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Miki Krstic Dr.

Ja Herr Stark. Ich stehe sehr wohl in der Verantwortung.

Und zwar dem auch für Sie höchsten Gut! Der Gesundheit. Und diese Landebahn, die im Endanflug - und dazu zähle ich das Einschwenken der Flieger und deren Imissionen ab Gelenhausen bei BR 25 - ist auf das äußerste Gesundheitsschädlich. Diese von Ihnen angesprochenen Kompromisse sind z.b. auf eine nicht ergebnisoffene Mediation und Verkennung der tatsächlichen Ausmaße der Auswirkungen der Landebahn zustande gekommen. Und zwar auf Seiten der Entscheidungsträger. Den Menschen wurde erzählt, daß die Lärmwirkung z.b. über Sachsenhausen nicht lauter sein werden, als eine elektrische Schreibmaschine. Ihnen und allen Verfechtern dieser Landebahn sollte die Problematik der Verschiebung von Bürgerlichen Lagern langsam bewusst werden. Diese werden sich nämlich nachhaltig auswirken. Genauso, wie der Umgang der Verantwortlichen mit den Problemen der Menschen. Nihilismus konnte zu Zeiten eines Herrn Kohl vielleicht zum Ziel führen. Jetzt nicht mehr.

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Detlef Stark
Detlef Stark (Obmuj) - 28.02.2013 16:40 Uhr

Werter Herr Miki Krstic Dr., mit welchem Recht und mit welcher Sachkunde behaupten Sie, ...

... die neue Landebahn sei nicht nötig? Stehen Sie da in irgend einer Verantwortung?
Die Politiker schon! Dafür sind sie gewählt. Ich erwarte von den Politikern insofern eine vorausschauende Wirtschaftspolitik, um unsere Region auch weiterhin konkurrenzfähig zu halten und zukunftsfähig zu machen. Stillstand ist Rückschritt. Es wird seit Jahren um Kompromisse gestritten und im Rechtsstaat sollten höchstrichterliche Entscheidungen akzeptiert werden. Ich habe 40 Jahre in der Luftfahrt gearbeitet und dadurch sowohl meinem und meiner Familie Erwerb aber auch der Region gedient.

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Miki Krstic Dr.

Wie immer. Ihre Ausführungen hätten auch

aus berufenem Poitikermund stammen können. Was denken Sie eigentlich warum wir den Widerstand nicht aufgeben Herr Stark? Weil die Maßnahmen so erfolgreich sind? Oder wir als sog. Wutbürger nichts besseres zu tun haben? Oder vielleicht doch, weil mit der neuen Landebahn eine Situation entstanden ist, die sich mit den bisherigen und auch zukünftigen Maßnahmen (warten auf leisere Flugzeuge) eben nicht lösen läßt. Sie verunglimpfen uns als Querulanten gegen wirtschaftliches Wohlergehen und den Flughafen. Beides ist falsch! Wir wehren uns aber gegen eine nicht erforderliche Landebahn, die unser Leben zur Hölle macht. Das können Sie tolerieren oder auch nicht. Fakt ist jedenfalls, daß alle bisherigen Maßnahmen keinerlei Verbesserung in der Schneise für die Betroffenen zur Folge hat. Und mit Verlaub: Knappe 6 Stunden Schlaf. Damit kommt auf Dauer niemand aus. Aber wir haben unsere Argumente ja schon an anderer Stelle ausgetauscht.

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Detlef Stark
Detlef Stark (Obmuj) - 28.02.2013 14:54 Uhr

Die modernen Verkehrsflugzeuge sind über die Jahre durch viele technische Massnahmen ...

... immer leiser geworden, so dass sie nur noch im unmittelbaren Flughafenbereich lauter als der übliche Tageslärm wahrgenommen werden und dieser Trend geht weiter.
Insofern sind nur noch wenige wirklich betroffen und keinesfalls die Pfälzer, die hier oft so laut schreien.
Ausserdem wird mit modifizierten Gleitwinkeln und Anfluggrundlinien zwecks Lärmvermeidung experimentiert. Darüberhinaus ist ein 6-stündiges Nachtflugverbot in FRA gegeben.
Immerhin dient der gewerbliche Flugverkehr dem wirtschaftlichen Wohlergehen aller und muss, genauso wie der gewerbliche Strassenverkehr, zusammen mit den getroffenen und noch zu treffenden Lärmminderungsmassnahmen letztendlich hingenommen werden.
Im Gegensatz zu Ihrer Privatfliegerei. Hier beschallen und belästigen Sie viele Menschen zu Ihrem persönlichen Vergnügen. Insofern bestätigen Sie, dass Sie mit zweierlei Massstab messen.

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Miki Krstic Dr.

Da sind Sie aber völlig falsch

Gewickelt Herr Stark. Weder bin ich Ideologe gegen die Luftfahrt (Immerhin habe ich eine Privatpilotenlizenz), noch färbe ich Lärm egal welcher couleur schön. Das ist eher Ihr Metier. Aber um es abzukürzen Herr Stark. Was empfehlen Sie den allen (also Flug und Strasse) gegen den unerträglichen Lärm? Außer sich damit abzufinden, oder im Zweifelsfall mit herben Verlusten wegzuziehen?

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Detlef Stark
Detlef Stark (Obmuj) - 28.02.2013 11:18 Uhr

Werter Herr Miki Krstic Dr., welchen Trost haben Sie für die im Bericht geschilderten Personen, ..

... die wohl Tag und Nacht unter einem unerträglichen Strassenlärm von 75 db am Tag leiden müssen? Wollen Sie diese mit Verweis auf die "Datenlage der EU-Kommission" trösten? Sollen die angesichts der täglich erlebten Tatsachen Ihren Worten glauben, "dass bereits sehr viel gegen Strassenlärm getan wird", was jedoch aus dem Bericht nicht hervorgeht? Wollen Sie diesen Menschen Trost Spenden mit dem Hinweis, ihre Leidensgenossen mit Fluglärm wären schlechter dran, weil Fluglärm vom Bundesimmissinsgesetz ausgeschlossen sei? Ich glaube, diese Leidgeplagten in der Königsteinerstrasse hätten lieber garantierte 6 Std. Ruhe in der Nacht. Herr Miki Krstic Dr., mit Ihrer Schönfärberei der Lärmbelastung des Strassenverkehrs entlarven Sie sich als reiner Ideologe gegen die Luftfahrt. Es gibt keinen "guten Lärm" auf der Strasse und "bösen" Lärm in der Luft. Ein moderner Wirtschaftsstandort wie Rhein-Main kann keine Oase der Ruhe sein, weil die Menschen hier Arbeit finden.

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Martin Schwoerer
Martin Schwoerer (ms-ffm) - 27.02.2013 11:40 Uhr

Was tun?

Danke für diesen schönen Artikel! Was kann man gegen den Verkehrslärm in Höchst tun? Nunja, direkt vor Ort gibt es ja ein einigermaßen gelungener Ansatz, den jeder beobachten kann, der an der Autobahn vorbeifährt: die lärmgeschützte Wohnung. Direkt an der Straße also baut man Häuser mit dicken Wänden und dreifachverglasten Fenstern. Das Wohnhaus fungiert als Lärmschutzwand, damit dahinter alles leiser wird. Wenn das an der Autobahn funktioniert, dann kann es doch sicherlich an der Kö funktionieren, oder? Und was die Kosten betrifft: sicherlich ist diese Bauweise teuer; dafür aber kann man an Grundstücken bauen, die billig zu erwerben sind -- und zusätzlich werden die anderen Grundstücke in der Nachbarschaft nach einer solchen Maßnahme wertvoller. Ansonsten: Tempo 30! In der Stadt kommt man im Schnitt sowieso nicht schneller voran; dafür entfällt das laute Beschleunigen und das Abbremsen.

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Wolfgang Weinert

Datenlage

Gibt es belastbare Daten über den Lärm auf der Königsteiner Straße? Gibt es belastbare Daten über die Feinstaubbelastung?

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Hannelore Schäfer

Danke

für diesen Artikel über eine vergessene Ecke Frankfurts, denn mit den westlichen Vororten tat man sich schon immer schwer. Frau Roths besonderer Bezug zu Höchst hat dem Stadtteil letztendlich auch nicht viel geholfen. Es müssen endlich Tempolimits her, der Verkehrsfluss muss besser organisiert werden. Die Kö ist für die Anwohner eine echte Zumutung. Auf der Gotenstr. rund ums Klinikum Höchst funktioniert es ja auch mit der Tempo-30-Zone.

Es gibt leider immer Individuen, die sich in ihrer persönlichen Freiheit durch Ver- und Gebote über die Maßen eingeschränkt fühlen (frei nach dem Motto: Ich darf, die anderen müssen), aber für diese Personen haben findige Techniker Blitzer erschaffen. Davon ein paar mehr auf die Kö (auch flexible, damit sich die Fahrer nicht an die Standorte gewöhnen können) anders wird es wohl nicht gehen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 13:43 Uhr
Hannelore Schäfer

Lärm an sich

war mir schon immer zuwider, vor allem, wenn er vermeidbar bzw. zumindest stark reduzierbar ist. Ich gebe zu, dass ich durch die Fluglärmthematik auch anderen Lärmquellen gegenüber noch sensibler geworden bin. Daran richte ich mein eigenes Verhalten aus. Dazu gehört das strikte Einhalten von Tempolimits, die Nutzung von Umgehungsstrassen (wo vorhanden, auch wenn es ein Umweg ist, der mich 2 Min. und 0,15 EUR Sprit kostet), frühes Hochschalten etc. Auch nutze ich meinen PKW nicht als rollende Disco.

Mich ärgert halt sehr, dass Lärmreduzierung und Vermeidung locker möglich wäre. Das gilt für die Bahn (in Holland gibt es da wegweisende Systeme), für den Flugbetrieb und auch die Strasse. Natürlich kostet vieles davon Geld. Na und? Um diese Maßnahmen umzusetzen, wird Personal benötigt, also entstehen neue Arbeitsplätze. Ist es nicht das, was immer als oberstes Ziel ausgerufen wird? Womit man uns auch die unsinnigsten (Aus-)Baumaßnahmen schmackhaft machen will?

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Detlef Stark
Detlef Stark (Obmuj) - 26.02.2013 18:11 Uhr

Danke auch Ihnen, Frau Schäfer, dass Sie sich auch gegen den unerträglichen ...

... Strassenlärm wenden und nicht nur gegen Fluglärm.
Bei dem Problem hier vermisse ich aber die Stimmen Ihrer Mitstreiter gegen Fluglärm, z.B. Schmidt, Krstic, Schleimer, Wild usw.
Oder geht es vielleicht doch weniger um den Lärm und mehr um Ideologie?

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25.02.2013, 18:49 Uhr

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