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Frankfurt : Fläche für Busbahnhof gesucht

Aussteigen, einsteigen, abfahren: An den Haltestellen am Frankfurter Hauptbahnhof staut sich der Busverkehr. Bild: Fricke, Helmut

Die Stadt Frankfurt will die chaotische Situation am Hauptbahnhof verbessern. Weil der Fernbusverkehr liberalisiert wurde, wird schon bald mehr Platz gebraucht.

          Die für Verkehr und Stadtplanung zuständigen Dezernate der Stadt Frankfurt suchen gemeinsam nach einem Standort für einen zentralen Busbahnhof. „Wir führen intensive Gespräche, welche Areale man zur Verfügung stellen kann“, sagte ein Sprecher des Verkehrsdezernats. Das als zentraler Haltepunkt etablierte sogenannte Campanile-Gelände südlich des Hauptbahnhofs habe erste Priorität, man prüfe aber auch andere Standorte. Darunter seien Flächen am Flughafen, im Ostend und am Kaiserlei. Für den Sprecher des Planungsdezernats „schreit“ die Situation am Hauptbahnhof nach städtebaulicher Verbesserung. Der Ort sei hervorragend erschlossen, unbebaut und eigne sich daher als Busbahnhof. Die gute Anbindung spreche aber auch für den Flughafen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bisher halten die Reisebusse südlich des Hauptbahnhofs, wo die Situation aber wegen der wachsenden Zahl an Fernbuslinien chaotisch ist. Die Busunternehmen beschreiben die Lage als „unterirdisch“ und „sehr schwierig“. Laut Verkehrsdezernat soll der Zustand kurzfristig verbessert werden. Dann werde man prüfen, ob die Buslinien in einem Gebäude zusammengeführt werden können. Wichtig sei, dass die Busunternehmen ein solches Terminal dann gegen Entgelt auch nutzten und nicht anderswo ihre Busse abstellten.

          Sauberer und regengeschützter Ort gewünscht

          Bisher halten einige Linien im öffentlich Straßenraum und zahlen dafür keine Gebühr. Ob man die Buslinien zur Nutzung eines Terminals verpflichten kann, ist jedoch unklar. Das Regierungspräsidium genehmigt die Linien, die Stadt wird zu den Haltepunkten lediglich angehört, kann die Erlaubnis aber nicht verweigern. Drei der Busunternehmen, die Frankfurt ansteuern, würden einen zentralen Omnibusbahnhof jedoch nutzen.

          Das Unternehmen Meinfernbus, das von Frankfurt aus sechs- bis siebenmal täglich nach Leipzig und dreimal nach Zürich fährt, spricht sich für den Bau eines Busbahnhofs auf dem Gelände südlich des Hauptbahnhofs aus. Man wünsche sich einen sauberen, regengeschützten Ort, für dessen Nutzung man wie in anderen Städten auch eine Gebühr zahlen würde, sagte Mitarbeiter Florian Rabe. „Der Standort liegt perfekt.“ Wichtiger als der Anschluss an die Autobahn seien die direkten Fahrten in die Innenstadt und eine gute Anbindung an den Nahverkehr. Zur Zeit stünden dem Unternehmen zwei Haltestellen zur Verfügung, die aber oft von Bussen anderer Anbieter und Autos blockiert würden.

          In anderen Ländern üblich

          „Alles ist besser als jetzt“, sagt der Sprecher der DeutschenTouring, die am Hauptbahnhof mehrere Haltestellen von der Bahn gemietet hat und neben etlichen internationalen auch eine innerdeutsche Linie anbietet. In anderen Städten nutze man den zentralen Omnibusbahnhof. Alexander Kuhr, Geschäftsführer des Unternehmens Deinbus, das unter anderem eine tägliche Verbindung nach München anbietet, sieht das ähnlich. Die jetzige Situation sei „katastrophal“, aber mit geringen Investitionen zu verbessern: „Busbahnhöfe müssen keine beheizten Einkaufspassagen haben.“

          In anderen Ländern sind Busbahnhöfe in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof unüblich. Weil die Busse durch das Ansteuern der Innenstadt Zeit verlieren und die Straßen belasten, sind in Frankfurt auch andere, gut zu erreichende Flächen im Gespräch, etwa am Rebstockpark. Gegen einen Busbahnhof dort sprechen aber der hohe Grundstückswert und die gewünschte hohe Ausnutzung.

          Stadt könnte Gelände kaufen

          Doch auch am Hauptbahnhof gibt es Hindernisse: Das Grundstück gehört der CA Immo und ist zurzeit als Parkplatz vermietet - wie man hört, für eine hohe Summe. Erst vor vier Jahren scheiterten Pläne, auf dem Areal ein Bürohochhaus mit einem Busbahnhof im Sockel zu errichten. Die Deutsche Bahn war damals als Nutzer im Gespräch gewesen, mietete aber schließlich den sogenannten Silberturm im Bahnhofsviertel. Weil das Areal am Hauptbahnhof sehr wertvoll ist, müsste ein Busbahnhof mit einer anderen Nutzung in den oberen Stockwerken kombiniert werden - ein Interessent dafür ist aber nicht in Sicht.

          In einer Anfrage an den Magistrat hat sich die SPD-Fraktion im Römer schon erkundigt, wie ein Busbahnhof finanziert werden könnte. Die Stadt könnte das Gelände beispielsweise von der CA Immo erwerben, heißt es im Verkehrsdezernat. In anderen Städten werden Busbahnhöfe in der Regel von den lokalen Verkehrsgesellschaften betrieben.

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