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Frankfurt Die meisten Straßenbahnen fahren wieder

Von den zehn vom Eisregen betroffenen Straßenbahnlinien in Frankfurt sind nach Angaben der Verkehrsgesellschaft (VGF) sechs wieder in Betrieb.

© von Siebenthal, Jakob Kein Normalbetrieb: Die Linie 21 endete gestern vorübergehend schon am Frankfurter Hauptbahnhof.

Von den zehn vom Eisregen betroffenen Straßenbahnlinien in Frankfurt sind nach Angaben der Verkehrsgesellschaft (VGF) sechs wieder in Betrieb. Die Züge fuhren gestern jedoch zum Teil nur verkürzte Strecken oder vorübergehend auf Umleitungen. Dennoch sei die Versorgung auch mit Hilfe des auf einigen Routen angebotenen Bus-Ersatzverkehrs weitgehend wieder hergestellt, sagte ein Sprecher der städtischen Verkehrsgesellschaft Traffiq, die für die Koordinierung des Nahverkehrs zuständig ist.

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Kritisch ist nach Angaben der VGF aber noch die Anbindung des südwestlichen Stadtgebiets, also der Viertel Niederrad und Schwanheim. Die Linien12, 15, 19 und 20 waren gestern noch außer Betrieb. Weil die Enteisung des rund 300 Kilometer langen Fahrdrahts aufwendig ist, steht noch nicht fest, wann sämtliche Straßenbahnen wieder planmäßig fahren.

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„Normaler Winterbetrieb“ am Flughafen

In Darmstadt läuft der Straßenbahnbetrieb seit Mittwoch wieder regulär. Auch am Flughafen herrscht laut Fraport wieder der „normale Winterbetrieb“. Schwierigkeiten gab es jedoch bei der Passagierbahn, die die Terminals 1 und 2 miteinander verbindet: Wegen Vereisung musste sie am Montag außer Betrieb genommen werden, stattdessen fahren Busse.

In Frankfurt nutzen 135.000 Fahrgäste täglich die Straßenbahn. Auf der Facebook-Seite der VGF lassen einige ihrer Frustration freien Lauf. „Ganz ehrlich, habt ihr keine Maschine die einfach beim fahren gegen die Oberleitung schlägt? Wenn nicht dann baut mal sowas!“, schlägt ein Fahrgast vor. „Nein, haben wir bislang nicht. Wurde auch in den letzten 15 Jahren nicht benötigt“, entgegnet die VGF. Im Abstand von wenigen Minuten gehen die Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft auf die Beschwerden und Anregungen ein, empfehlen Alternativrouten und informieren über den aktuellen Stand. Für ihr Krisenmanagement wird ihnen auch Respekt gezollt. „Sorry wegen mein Frust gestern“, schreibt ein Kunde.

Chemikalien sind umstritten

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) hatte den Mitarbeitern, die zum Teil auch nachts arbeiteten, schon im Verkehrsausschuss am Montag gedankt. Dass die VGF kaum Ersatzbusse in Reserve habe, sei eine bewusste Entscheidung: „Wir haben den Menschen die Reserve als Leistung zur Verfügung gestellt und den Verkehr effizienter gemacht. Man kann das Geld nur einmal ausgeben.“

Dass die vereisten Oberleitungen in anderen Städten wie Mannheim oder Heidelberg schneller wieder frei waren, begründet der dortige Betreiber Rhein-Neckar-Verkehr mit den milderen Temperaturen: „Es war bei uns einfach ein bis zwei Grad wärmer.“ Auch dort hatten Arbeitswagen die Leitungen freigefahren, einige wurden aber auch von Hand mit Gasbrennern vom Eis befreit. In Frankfurt waren auch gestern wieder weniger frostanfällige Museumsbahnen unterwegs, um das Eis zu beseitigen. Ob es hilfreich ist, die Oberleitungen mit Chemikalien wie Glyzerin zu imprägnieren, ist umstritten, da die Schicht nur einige Tage hält. In Dresden gebe es ein entsprechendes Gefährt „Marke Eigenbau“, sagte der VGF-Sprecher. „Wir werden es uns anschauen.“ Noch sei es aber zu früh, um über Konsequenzen zu reden.

Routen werden auf Zuruf verschoben

Im Verkehrsausschuss hatte die Grünen-Politikerin Angela Hanisch angeregt, den Busverkehr auf einzelnen Linien auszudünnen, um auf den Straßenbahnlinien für Entlastung zu sorgen. Nach Auskunft des Traffiq-Sprechers ist es aber nicht möglich, einen flächendeckenden Ersatzverkehr auf diesen Routen einzurichten. Täglich führen bis zu 80 Bahnen, die bis zu zweieinhalb Mal so viele Passagiere fassten wie ein Bus. 200 Busse wären dafür nötig gewesen, in Spitzenzeiten seien aber nur 300 unterwegs. „Um die Bahnen zu ersetzen, hätten wir zwei Drittel des Busverkehrs stilllegen müssen.“ Daher sei es besser gewesen, dass sich die Kunden zumindest auf den funktionierenden Busverkehr verlassen konnten. Ohnehin sei das Frankfurter Netz sehr dicht.

Traffiq kann die fünf privaten Unternehmen, die im Auftrag der Stadt den Busverkehr übernehmen, kurzfristig anweisen, ihre Routen zu verschieben. „Das geht auf Zuruf“, sagt der Sprecher. Die Buslinie 32 wurde ausgedünnt, um die „Endäste“ des Straßenbahnnetzes in Fechenheim zu bedienen. Am Montag war auch überlegt worden, die Linie, die am Alleenring häufig die U-Bahn kreuzt, komplett einzustellen. Das hätte aber nur ausgereicht, um auf der Hanauer Landstraße die Linie 11 zu ersetzen, die am Montag als erste wieder in Betrieb ging.

Quelle: F.A.Z.

 
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