Er ließ sich von Immobilienmaklern „schmieren“ und verriet ihnen im Gegenzug interne Daten aus dem Grundbuch: Dafür ist der suspendierte Leiter des Grundbuchamtes im Frankfurter Amtsgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Bestechlichkeit verurteilt worden. Zusätzlich brummte das Landgericht dem 61 Jahre alten Oberamtsrat am Donnerstag 200 gemeinnützige Arbeitsstunden auf. Die Richter gingen davon aus, dass der geständige Mann von drei Maklern insgesamt 55 000 Euro kassierte. Sie erhielten dafür vor allem Informationen über anstehende Erbfälle, so dass sie Konkurrenten gegenüber einen zeitlichen Vorteil hatten.
„Sie haben hier sehr viel Glück gehabt“, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Die Staatsanwaltschaft hatte noch eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für den Beamten gefordert, der wegen eines aufwändigen Lebensstils hohe Schulden hat. Der Richter sprach von einem Grenzfall. Der Abteilungsleiter habe „für relativ wenig Geld sämtliche Pensionsansprüche und den Job verloren“. Strafmildernd wurde das umfassende Geständnis gewertet.

