In Nordhessen wird vorerst keine Suche nach Erdgas mit der umstrittenen Fracking-Methode genehmigt. Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) erläuterte in Wiesbaden, dass es bislang nur einen Antrag der Firma BNK Deutschland gebe, sich ein 5200 Quadratkilometer großes Gebiet zu sichern.
Für die eigentliche Erkundung müssten weitere Anträge gestellt werden. Das Land Hessen werde diese aber nicht bearbeiten, solange nicht Gutachten die Ungefährlichkeit der Gasfördertechnik belegen. Im Bund und in Nordrhein-Westfalen werden derzeit Expertisen erstellt.
Thema im Kreistag
Bei der Suche geht es um Gas, das in Schiefer und anderen Gesteinsarten gebunden ist. Fracking bedeutet, dass Wasser, Sand und Chemikalien unter großem Druck in das Gestein gepumpt werden, um es aufzusprengen. Dann kann das Gas Richtung Bohrloch strömen. Kritiker sehen eine Gefahr für die Umwelt, vor allem für das Trinkwasser.
Nordhessische Kommunen sind dagegen, dass mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Technik in der Region nach Erdgas gesucht wird. „Keiner weiß, welche Stelle, welches Verfahren und welche Stoffe beigemischt werden“, sagte die Erste Stadträtin von Baunatal, Silke Engler-Kurz. Für sie ist vor allem die Frage nach den Auswirkungen für das Trinkwasser ungeklärt.
Ein kanadisches Unternehmen will in Nordhessen mit dieser Methode nach Erdgas suchen. Der Kreis Kassel behandelt das Thema Anfang Mai in seiner Kreistagssitzung, hat sich aber in einer internen Stellungnahme schon gegen das Verfahren ausgesprochen.

