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Frachtverkehr Lufthansa baut für 700 Millionen Euro

 ·  Die Lufthansa Cargo hat mit dem Bau eines neuen Frachtumschlag-Zentrums am Frankfurter Flughafen begonnen. Damit soll es möglich sein, dass die Fracht noch schneller an ihr Ziel gelangt.

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© Simulation Lufthansa Vergrößern 2018 im Blick: Die Lufthansa Cargo wird auf dem Gelände des 30 Jahre alten Frachtumschlagzentrums das modernste Cargo-Center der Welt errichten.

Die Lufthansa Cargo AG hat damit begonnen, im Norden des Frankfurter Flughafens ein neues Zentrum für den Frachtumschlag zu errichten. Bis zur geplanten Inbetriebnahme des LCCneo will die Frachttochter des Lufthansa-Konzerns 700 Millionen Euro in den Bau des neuen Zentrums investieren, wie Karl-Rudolf Rupprecht, Vorstand Operations bei der Lufthansa Cargo, gestern am Flughafen sagte.

2018 soll im Norden des Flughafenareals dann das modernste Luftfracht-Zentrum der Welt stehen. Dort wird das Gros der gut 2600 Männer und Frauen arbeiten, die das Unternehmen in Deutschland beschäftigt, weltweit sind es etwa 4500. Nach den Abrissarbeiten auf dem Areal soll im nächsten Jahr der Neubau beginnen. Beides wird bei laufendem Betrieb stattfinden, wie Rupprecht sagte.

Rentsch lobte Bauvorhaben

Auch der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) war am Freitag an den Flughafen gekommen, um sich über das Investitionsvorhaben zu informieren. Er lobte die Frachtflieger dafür, dass sie die 700-Millionen-Euro-Investition in Angriff nähmen, obwohl die Politik die Rahmenbedingungen nicht ganz so habe gestalten können, wie es das Unternehmen gerne gesehen hätte, sagte Rentsch. Lufthansa Cargo hat bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig für ein striktes Nachtflugverbot für ein gewisses Kontingent von Nachtflügen gestritten. Danach hat das Unternehmen aber von weiteren rechtlichen Schritten Abstand genommen und das Nachtflugverbot akzeptiert. Die Politik sei sich der Tatsache bewusst, dass die Lufthansa Hessens größter Arbeitgeber sei, führte Rentsch weiter aus.

Das Cargo-Projekt wie auch die Beschäftigungssituation am Frankfurter Flughafen insgesamt mit inzwischen 78.000 Arbeitsplätzen belegten, dass der Flughafen wesentlicher Motor für mehr Beschäftigung und wirtschaftliche Prosperität sei. Daran sei kein ernsthafter Zweifel zu hegen, sagte Rentsch. Im Blick auf die internationale Konkurrenz etwa in den Golfstaaten oder in der Türkei - in Istanbul ist ein neuer Großflughafen geplant - äußerte er: „Wir werden nie günstiger sein können als die anderen, wir müssen immer besser sein als sie.“ Der Entschluss, das modernste Frachtzentrum der Welt zu bauen, sei deshalb die richtige Entscheidung.

Ziel: Ausladen und Beladen in nur zwei Stunden

Das neue Frachtzentrum in Frankfurt ist Kernstück des „Lufthansa Cargo 2020“ genannten Programms, mit dem die Frachtflieger ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem gleichermaßen margenschwachen wie hart umkämpften Markt ausbauen wollen. Das LCCneo soll das mit kürzeren Wegen, optimierten Bearbeitungsprozessen, Sicherheitsausrüstung neuester Bauart und mit mehr Automatisierung möglich machen.

Ziel ist es Rupprecht zufolge, Frachtflugzeuge standardmäßig innerhalb von zwei Stunden auszuladen, neu zu beladen und wieder auf die Strecke zu schicken. Am Ende sollen die Kosten pro Frachteinheit um ein Fünftel niedriger sein als bislang.

Die Zahl der Frachtverbindungen, bei denen das Gut noch am Tag der Abfertigung das Ziel erreicht, soll sich verdreifachen. Maßgeblich dazu beitragen sollen die fünf neuen Frachtmaschinen des Typs Boeing 777F, von denen die erste im Oktober in Dienst gestellt wird. Diese Maschinen haben eine um 2000 Kilometer größere Reichweite und eine um fast 20 Tonnen höhere Nutzlast als die 18 Frachter vom Typ MD 11, die bisher die Lufthansa-Frachtflotte bilden, wie B777-Kapitän Jochen Mertel erläuterte.

Lufthansa Cargo hat sich zu der Millioneninvestition entschlossen, obwohl derzeit das Geschäft mit Luftfracht aufgrund der weltweit abgekühlten Konjunktur leidet. Mit knapp mehr als 1,7 Millionen Tonnen Fracht beförderten die Flieger der Kranichlinie im vergangenen Jahr etwa 8,5 Prozent weniger Güter als im Jahr davor.

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