Home
http://www.faz.net/-gzg-6zxmd
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fluglärmkommission Nachtflugverbot nicht im Schnellverfahren

 ·  Kein Ende im Streit um das Nachtflugverbot: Die Landesregierung sollte bei dessen Ausformulierung nicht zu sehr Gas geben, fordert die Fluglärmkommission.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Die Fluglärmkommission ist gegen ein Schnellverfahren zum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Das Gremium kritisierte am Mittwoch entsprechende Pläne der hessischen Landesregierung. Anwohner und Airlines bekämen so auch nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts keine Chance auf eine Anhörung. „Diese jetzt zu verweigern und zusätzlich die Urteilsbegründung nicht abzuwarten, ist das Gegenteil von Rechtssicherheit“, sagte Vorstandsmitglied Katrin Eder laut Mitteilung in Frankfurt. Die Regierung nahm derweil eine Messstation für Schadstoffe in Betrieb.

Die Kommission warf dem scheidenden Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) nach ihrer 216. Sitzung einen „schwerwiegenden, politischen Fehler“ vor. Posch habe die Kommission übergangen, als er entschieden habe, das Nachtflugverbot einfach per „Planklarstellung“ bis Juni festschreiben zu wollen. Der Minister zeige abermals, „dass ihm an der Beratung des hierfür zuständigen Fachgremiums nicht viel gelegen ist“. Der Fluglärmkommission gehören Gemeinden, Flughafenvertreter und Lärmgegner an. Sie hat lediglich beratende Funktion.

Messstation für Luftschadstoffe auf Lerchesberg

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im April eine Regelung des Landes Hessen gekippt, die zwischen 23.00 und 05.00 Uhr im Schnitt 17 Starts und Landungen erlaubte. Den Spielraum für Nachtflüge hatte das Gericht auf „annähernd Null“ eingeschränkt. In den Randstunden zwischen 22.00 und 23.00 Uhr sowie 05.00 und 06.00 Uhr sollten 133 Flüge erlaubt sein. Die Richter hatten auch gefordert, die Genehmigung für den Flughafenausbau nachzubessern.

Auf dem Frankfurter Lerchesberg nahm Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) unterdessen eine Messstation für Luftschadstoffe in Betrieb. „Wir sind uns bewusst, dass bei vielen Anwohnern Bedenken bestehen, durch Flugzeugabgase neu und zusätzlich belastet zu werden“, sagte sie laut Mitteilung. Ein Jahr lang sollen dort Schadstoffe, Wetterparameter und Feinstaub gemessen werden. Dann könne auf wissenschaftlicher Basis diskutiert werden, ob Flugzeuge der Luftqualität und der Gesundheit von Menschen schadeten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Weitersagen

Rheintal am Gängelband

Von Oliver Bock

Dem Rheintal muss erspart bleiben, was Dresden mit seiner Waldschlösschenbrücke schmerzlich erfahren hat. Wo lag am Ende der Gewinn, der sächsischen Landeshauptstadt das Welterbeprädikat zu entziehen? Mehr 3 1