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Fluglärmkommission : Chancen für Änderung der Südumfliegung gering

In der Frankfurter Fluglärmkommission wird es nach den Worten ihres Vorsitzenden Thomas Jühe keine Sonderbehandlung für Rheinland-Pfalz geben Bild: Wonge Bergmann

Ob die umstrittene Südumfliegung nach Starts am Frankfurter Flughafen modifiziert wird oder nicht, wird im Neuen Jahr geklärt. Sonderrechte für Rheinland-Pfalz soll es in der Fluglärmkommission nicht geben.

          Bis Ende des ersten Quartals 2013 werde geklärt sein, ob die umstrittene Südumfliegung nach Starts am Frankfurter Flughafen modifiziert wird oder es bei der Routenführung bleibt. Das kündigte der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), der Vorsitzende der Fluglärmkommission, an. Nach einem Gutachten, das die rheinland-pfälzische Landesregierung in Auftrag gegeben hatte, soll auch eine Strecke möglich sein, die Kommunen in Rheinhessen und die Landeshauptstadt Mainz weniger belaste. Die Kommission hat die Vorschläge aus Mainz noch nicht abschließend unter den Aspekten Sicherheit, Bewältigung der Kapazität und Lärm geprüft.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Deutsche Flugsicherung, die zusammen mit dem Bundesamt diese sogenannte Flugverfahren festlegt und sie wiederum auch ändern müsste, meldete abermals Bedenken an. Würden die Abflugstrecken weiter nach Osten verlegt, wären jetzt schon stark von Lärm betroffene Gebiete zusätzlich belastet, hieß es.

          Große Schleife nach Süden zu fliegen

          Jühe widersprach der Behauptung, die Fluglärmkommission habe die Südschleife kreiert. Sie sei vielmehr von der Flugsicherung schon 2002 als Reaktion auf die neuen Anforderungen des neuen Systems des Frankfurter Flughafens entwickelt und in das Raumordnungsverfahren eingebracht worden. Nach Integration der neuen Nordwestlandebahn müssen die von der nördlichen Parallelbahn nach Norden und Westen startenden Maschinen eine große Schleife nach Süden fliegen. Damit soll vermieden werden, dass es zu Kollisionen mit Flugzeugen kommen kann, die auf der neuen Landebahn durchstarten müssen. Nach 2016 könnten bis zu 50.000 Maschinen pro Jahr auf diese Strecke geleitet werden.

          Diskutiert wird in der Kommission, in der alle Kommunen im Umfeld des Flughafens vertreten sind, auch darüber, ob nicht wenigstens nach 22 Uhr auf die Südumfliegung verzichtet und eine Route gewählt werden kann, die über weniger dicht besiedelte Gebiete führt. Derzeit wechselt die Flugsicherung in den Abendstunden ab, je nachdem, wie viele Maschinen abgefertigt werden müssen. Das Gremium hat außerdem, wie Jühe berichtete, von der Flugsicherung Rechenschaft darüber verlangt, wie oft derzeit die sogenannte Centerbahn, die nördliche der Parallelbahnen, spätabends und frühmorgens zu Landungen genutzt werde.

          Um den Schlaf gebracht

          Laut Absprache soll dies nur ausnahmsweise, etwa, wenn die Nordwest- und die Südbahn gesperrt seien, möglich sein. Werde auf diese Piste aber überdies noch ohne einen solchen Anlass in den Nachtrandstunden zurück gegriffen, bedeutete dies für Menschen in den noch wenigen verbliebenen ruhigen Gegenden von Offenbach oder Flörsheim, dass auch sie um ihren Schlaf gebracht würden, sagte Jühe.

          Quelle: F.A.Z.

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