http://www.faz.net/-gzg-74d2z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.11.2012, 18:00 Uhr

Fluglärmkommission Chancen für Änderung der Südumfliegung gering

Ob die umstrittene Südumfliegung nach Starts am Frankfurter Flughafen modifiziert wird oder nicht, wird im Neuen Jahr geklärt. Sonderrechte für Rheinland-Pfalz soll es in der Fluglärmkommission nicht geben.

von
© Wonge Bergmann In der Frankfurter Fluglärmkommission wird es nach den Worten ihres Vorsitzenden Thomas Jühe keine Sonderbehandlung für Rheinland-Pfalz geben

Bis Ende des ersten Quartals 2013 werde geklärt sein, ob die umstrittene Südumfliegung nach Starts am Frankfurter Flughafen modifiziert wird oder es bei der Routenführung bleibt. Das kündigte der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), der Vorsitzende der Fluglärmkommission, an. Nach einem Gutachten, das die rheinland-pfälzische Landesregierung in Auftrag gegeben hatte, soll auch eine Strecke möglich sein, die Kommunen in Rheinhessen und die Landeshauptstadt Mainz weniger belaste. Die Kommission hat die Vorschläge aus Mainz noch nicht abschließend unter den Aspekten Sicherheit, Bewältigung der Kapazität und Lärm geprüft.

Helmut Schwan Folgen:

Die Deutsche Flugsicherung, die zusammen mit dem Bundesamt diese sogenannte Flugverfahren festlegt und sie wiederum auch ändern müsste, meldete abermals Bedenken an. Würden die Abflugstrecken weiter nach Osten verlegt, wären jetzt schon stark von Lärm betroffene Gebiete zusätzlich belastet, hieß es.

Große Schleife nach Süden zu fliegen

Jühe widersprach der Behauptung, die Fluglärmkommission habe die Südschleife kreiert. Sie sei vielmehr von der Flugsicherung schon 2002 als Reaktion auf die neuen Anforderungen des neuen Systems des Frankfurter Flughafens entwickelt und in das Raumordnungsverfahren eingebracht worden. Nach Integration der neuen Nordwestlandebahn müssen die von der nördlichen Parallelbahn nach Norden und Westen startenden Maschinen eine große Schleife nach Süden fliegen. Damit soll vermieden werden, dass es zu Kollisionen mit Flugzeugen kommen kann, die auf der neuen Landebahn durchstarten müssen. Nach 2016 könnten bis zu 50.000 Maschinen pro Jahr auf diese Strecke geleitet werden.

Mehr zum Thema

Diskutiert wird in der Kommission, in der alle Kommunen im Umfeld des Flughafens vertreten sind, auch darüber, ob nicht wenigstens nach 22 Uhr auf die Südumfliegung verzichtet und eine Route gewählt werden kann, die über weniger dicht besiedelte Gebiete führt. Derzeit wechselt die Flugsicherung in den Abendstunden ab, je nachdem, wie viele Maschinen abgefertigt werden müssen. Das Gremium hat außerdem, wie Jühe berichtete, von der Flugsicherung Rechenschaft darüber verlangt, wie oft derzeit die sogenannte Centerbahn, die nördliche der Parallelbahnen, spätabends und frühmorgens zu Landungen genutzt werde.

Um den Schlaf gebracht

Laut Absprache soll dies nur ausnahmsweise, etwa, wenn die Nordwest- und die Südbahn gesperrt seien, möglich sein. Werde auf diese Piste aber überdies noch ohne einen solchen Anlass in den Nachtrandstunden zurück gegriffen, bedeutete dies für Menschen in den noch wenigen verbliebenen ruhigen Gegenden von Offenbach oder Flörsheim, dass auch sie um ihren Schlaf gebracht würden, sagte Jühe.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Gewitter-Chaos Frankfurter Flughafen will beim Nachtflugverbot mehr Flexibilität

Rund 7000 Passagiere mussten nach einem heftigen Gewitter am Wochenende die Nacht im Frankfurter Flughafen verbringen. Jetzt fordert der Flughafen für solche Fälle Ausnahmen. Mehr

24.07.2016, 15:00 Uhr | Wirtschaft
Frankfurter Anthologie Karoline von Günderode: Die eine Klage

Die eine Klage von Karoline von Günderode, gelesen von Thomas Huber. Mehr

24.07.2016, 16:35 Uhr | Feuilleton
Flughafen Hahn Ausschreibung für Flughafen-Verkauf geöffnet

Die Ausschreibung für den Verkauf des Flughafens Hahn soll geöffnet werden. Interessenten können ihr Angebot voraussichtlich ab Mittwoch einreichen. Mehr

22.07.2016, 20:22 Uhr | Rhein-Main
Nach Schießerei in München Polizei richtet telefonische Suchstelle für Vermisste ein

Die Polizei München hat eine telefonisch Auskunfts- und Vermisstenstelle eingerichtet. Nach der Schießerei von München vermissten zahlreiche Passanten ihre Angehörigen. Mehr

23.07.2016, 12:21 Uhr | Gesellschaft
Flughafen Hahn Blind vor der Babyöl-Connection

Der Hahn-Skandal und kein Ende: Neue Details zum geplatzten Flughafengeschäft erhöhen den Druck auf die Landesregierung und KPMG. Ein früherer Ermittler äußert scharfe Kritik. Mehr Von Marco Tripmaker

23.07.2016, 10:14 Uhr | Wirtschaft

Aus den Anschlägen Lehren ziehen

Von Katharina Iskandar

Es wird auch in Hessen für Polizei und Verfassungsschutz die größte Herausforderung sein, den Fokus auf diejenigen zu richten, die sich im Stillen radikalisieren. Doch außer Sicherheitsbehörden müssen auch andere ran. Mehr 0

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen