Home
http://www.faz.net/-gzg-6xsnt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 18.02.2012, 10:21 Uhr

Fluglärm-Protest Betrieb am Frankfurter Airport weitgehend normal

Nach dem Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens hat es am Samstag kaum noch Behinderungen am größten deutschen Airport gegeben.

© dapd Ein Streik, ein Aufstand - doch die Folgen sind verhältnismäßig gering.

Lediglich 32 von 1240 Verbindungen seien gestrichen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Am Freitag waren wegen der 200 Streikenden auf dem Vorfeld 301 Flüge ausgefallen - damit konnte laut Fraport mehr als 70 Prozent des regulären Flugbetriebs abgewickelt werden. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will weiter streiken, wenn Fraport nicht einlenkt. Am Wochenende sollte es aber keinen Ausstand geben.

„Wir werden nicht zurückstecken“, hatte der Tarifvorstand der Gewerkschaft, Markus Siebers, am Freitagabend betont. Die rund 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten hatten bereits am Donnerstag für sieben Stunden gestreikt. Siebers kündigte an, die Gewerkschaft werde im Falle eines erneuten Ausstands 24 Stunden vor Beginn warnen und möglicherweise die Streikdauer ausdehnen.

Mehr zum Thema

Verluste messen bis zu vier Millionen Euro

Die zwei Streiktage am Donnerstag und Freitag haben den Flughafen-Betreiber nach eigenen Angaben bisher bis zu vier Millionen Euro gekostet - die Verluste der Airlines seien darin nicht eingerechnet.

Am Samstag lief der Betrieb an dem Airport indes wieder weitgehend normal. So betonte der Fraport-Sprecher, dass auch sonst jeden Tag wegen Airline-Umplanungen zehn bis 20 Flüge gestrichen würden. Von den 32 Annullierungen am Samstag waren vor allem Landungen betroffen. Da beispielsweise ein Flug nach Berlin am Freitag nicht in Frankfurt starten konnte, stand diese Maschine nicht über Nacht in Berlin und konnte somit auch nicht am Samstag in Frankfurt landen.

Kompromissbereit für den Verhandlungstisch?

Nach Angaben des Fraport-Sprechers waren am Wochenende keine Gespräche mit der GdF geplant. „Wir appellieren an die Gewerkschaft, Kompromissbereitschaft zu zeigen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“ Fraport sei aber auf einen längeren Arbeitskampf eingerichtet und schule weiteres Personal, um die streikenden Vorfeldleute ersetzen zu können.

Das mehrheitlich öffentlich kontrollierte MDax-Unternehmen will die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten nicht akzeptieren. Es hat auch einen Schlichterspruch Ole von Beusts abgelehnt, der ebenfalls deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorgeschlagen hatte. Laut Fraport laufen die GdF-Forderungen auf Steigerungen zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld hinaus.

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland Gewerkschaften rufen zum Generalstreik auf

In Griechenland steht eine weitere Kraftprobe an: Fast alle Berufsgruppen protestieren gegen neue Reformen und Kürzungen. Demonstrationen und Streiks sollen das gesamte Land lahmlegen. Mehr

04.02.2016, 05:36 Uhr | Wirtschaft
Proteste gegen Uber Wütende Taxifahrer blockieren erneut Paris

Trotz Vermittlungsbemühungen der Regierung haben die Fahrer ihren Ausstand und ihre Proteste fortgesetzt. Im Großraum Paris blockierten hunderte Taxifahrer Straßen. Sie bringen mit den Aktionen ihre Wut auf Fahrdienste wie den Anbieter Uber zum Ausdruck. Mehr

27.01.2016, 16:43 Uhr | Gesellschaft
Bürgerkrieg Syrische Opposition droht mit Abbruch der Friedensgespräche

Kurz nach ihrer Ankunft in Genf haben die Gegner Assads bereits mit dem Abbruch der Gespräche gedroht. Sollte der syrische Machthaber weiter Zivilisten bombardieren, werde man gleich wieder abreisen. Mehr

31.01.2016, 07:24 Uhr | Politik
Eurovision Song Contest Duett von Ann Sophie und Dominic Muhrer

Beim Finale kämpft jeder für sich – aber im Vorfeld schlossen sich die deutsche Kandidatin und der Sänger der österreichischen Band zusammen. Mehr

01.02.2016, 15:57 Uhr | Gesellschaft
Ägypten Ermordeter Student schrieb Artikel gegen das Regime

Der in Ägypten ermordete Student, Giulio Regeni, hat für eine italienische Tageszeitung gearbeitet. Weil er sich bedroht fühlte, erschienen seine Artikel unter einem Pseudonym. In Kairo sind italienische Sonderermittler eingetroffen. Mehr Von Christoph Borgans

06.02.2016, 08:32 Uhr | Politik

Eine Moschee, keine Bedrohung

Von Luise Glaser-Lotz

Der Streit, den die Hanauer CDU um die aktuellen Moscheebaupläne in der Stadt ausgelöst hat, fällt ihr gerade auf die Füße. Sie rückt den Trägerverein aus nichtigem Anlass in die Schlagzeilen. Mehr 3

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen