Home
http://www.faz.net/-gzg-6xsnt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Fluglärm-Protest Betrieb am Frankfurter Airport weitgehend normal

Nach dem Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens hat es am Samstag kaum noch Behinderungen am größten deutschen Airport gegeben.

© dapd Vergrößern Ein Streik, ein Aufstand - doch die Folgen sind verhältnismäßig gering.

Lediglich 32 von 1240 Verbindungen seien gestrichen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Am Freitag waren wegen der 200 Streikenden auf dem Vorfeld 301 Flüge ausgefallen - damit konnte laut Fraport mehr als 70 Prozent des regulären Flugbetriebs abgewickelt werden. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will weiter streiken, wenn Fraport nicht einlenkt. Am Wochenende sollte es aber keinen Ausstand geben.

„Wir werden nicht zurückstecken“, hatte der Tarifvorstand der Gewerkschaft, Markus Siebers, am Freitagabend betont. Die rund 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten hatten bereits am Donnerstag für sieben Stunden gestreikt. Siebers kündigte an, die Gewerkschaft werde im Falle eines erneuten Ausstands 24 Stunden vor Beginn warnen und möglicherweise die Streikdauer ausdehnen.

Mehr zum Thema

Verluste messen bis zu vier Millionen Euro

Die zwei Streiktage am Donnerstag und Freitag haben den Flughafen-Betreiber nach eigenen Angaben bisher bis zu vier Millionen Euro gekostet - die Verluste der Airlines seien darin nicht eingerechnet.

Am Samstag lief der Betrieb an dem Airport indes wieder weitgehend normal. So betonte der Fraport-Sprecher, dass auch sonst jeden Tag wegen Airline-Umplanungen zehn bis 20 Flüge gestrichen würden. Von den 32 Annullierungen am Samstag waren vor allem Landungen betroffen. Da beispielsweise ein Flug nach Berlin am Freitag nicht in Frankfurt starten konnte, stand diese Maschine nicht über Nacht in Berlin und konnte somit auch nicht am Samstag in Frankfurt landen.

Kompromissbereit für den Verhandlungstisch?

Nach Angaben des Fraport-Sprechers waren am Wochenende keine Gespräche mit der GdF geplant. „Wir appellieren an die Gewerkschaft, Kompromissbereitschaft zu zeigen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“ Fraport sei aber auf einen längeren Arbeitskampf eingerichtet und schule weiteres Personal, um die streikenden Vorfeldleute ersetzen zu können.

Das mehrheitlich öffentlich kontrollierte MDax-Unternehmen will die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten nicht akzeptieren. Es hat auch einen Schlichterspruch Ole von Beusts abgelehnt, der ebenfalls deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorgeschlagen hatte. Laut Fraport laufen die GdF-Forderungen auf Steigerungen zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld hinaus.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kita-Streik Der Bürostuhl wird mitunter zum Kinderkarussell

Während des Kita-Streiks bieten manche Firmen Notfall-Betreuungsplätze an oder lassen ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Mancherorts wird sogar das Büro zum Kinderhort – Karussell inklusive. Mehr Von Florentin Schumacher, Sven Ebbing und Thorsten Winter

13.05.2015, 09:27 Uhr | Rhein-Main
Mehr Geld gefordert Sicherheitspersonal an Flughäfen streikt

Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Streik des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für die Beschäftigten der Branche. Viele Fluggäste werden die Sicherheitskontrollen wohl nicht rechtzeitig passieren, um ihren Flug zu erwischen. Mehr

09.02.2015, 10:46 Uhr | Wirtschaft
Auch in Bayern Zehntausende Eltern vom Kita-Streik betroffen

Die Erzieher weiten ihren Streik aus: Nun legen sie auch in Bayern und Städten in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit nieder. Auch Sozialpädagogen in Jugendzentren wollen mitmachen. Mehr

11.05.2015, 07:44 Uhr | Wirtschaft
Gewerkschaft Cockpit Lufthansa-Piloten streiken seit Mitternacht

Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit macht ernst: Der Ausstand der Lufthansa-Piloten gilt zunächst auf der Kurz- und Mittelstrecke. Ab Donnerstag sind dann die Langstrecken- sowie Frachtflüge betroffen. Mehr

18.03.2015, 09:32 Uhr | Wirtschaft
Arbeitskampf der Erzieher In der Bundestags-Kita gibt es keinen Streik

Ganz Deutschland im Kita-Streik? Nein. Es gibt da eine exklusive Einrichtung in der Hauptstadt, die vom dem Ausstand verschont bleibt. Mehr

11.05.2015, 14:32 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 18.02.2012, 10:21 Uhr

Der Aufpreis der U-Bahn

Von Hans Riebsamen

Eine U-Bahn-Strecke soll das Europaviertel in Frankfurt besser anbinden. Der Bau wird teurer und laut Plan erst 2022 fertig. Doch ein wichtiges Gesetz läuft bald aus, das bedeutet ein enormes Risiko für das Land Hessen. Mehr 0