Home
http://www.faz.net/-gzg-775pu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Fluglärm-Debatte Wörner mahnt verbindliche Lärmgrenze für Frankfurt an

Wachsender Flugverkehr müsse nicht mehr Lärm bedeuten, meint der frühere Vorsitzende des Regionalen Dialogforums. Voraussetzung sei ein Lärmdeckel.

© dpa Vergrößern „Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten eingrenzen“: Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

Der Fluglärm am Frankfurter Flughafen muss nach Ansicht von Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, verbindlich begrenzt werden. „Der Lärm kann deutlich geringer werden, selbst wenn der Flugverkehr wächst“, sagte Wörner, ehemaliger Vorsitzender des Regionalen Dialogforums für den Flughafenausbau, am Freitag in Frankfurt. Eine Begrenzung der Flugbewegungen bringe dagegen nichts, denn sie sage nichts über die Lautstärke der Maschinen. „Die Menschen stört nicht, dass ein Flugzeug fliegt, sondern sie stört der Lärm.“

Lärmobergrenzen seien schon in der Mediation zum Flughafenausbau vorgesehen, aber bisher nicht umgesetzt, kritisierte Wörner. Der hessische Landtag habe zwar Grenzen für Fluglärm auf der Basis von Prognosen für 2020 beschlossen, aber nicht definiert, was Fluglärm ist.

„Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten begrenzen“

Basis für einen Lärmdeckel sollte nach Wörners Auffassung die im Planfeststellungsbeschluss prognostizierte Zahl der Flugbewegungen für 2020 sein: 701 000 Starts und Landungen sind darin vorausgesagt, rund 200 000 mehr als heute. Nach dem „Frankfurter Tagindex“, der das subjektive Lärmempfinden berücksichtige, seien derzeit rund 110 000 Menschen rund um den Flughafen hoch belastet, träfen die Prognosen ein, wären es 2020 rund 140 000.

„Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten begrenzen und Lärmobergrenzen einführen“, forderte Wörner. Es sei unerheblich, ob das mit einem Vertrag, einem Gesetz oder freiwilligen Vereinbarungen geschehe. Es gebe noch viel technisches Potenzial für leisere Maschinen, auch bei An- und Abflugverfahren und den Flugrouten seien Verbesserungen möglich. Wachstum sei dann über 2020 hinaus ohne mehr Lärmbelastung möglich.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurt Offenbar Flugzeugteil in Stadtwald gefunden

Haben Fluglärmgegner eine Landeklappe eines koreanischen Frachtflugzeugs gefunden? Jedenfalls handelt es sich um ein Flugzeugteil, das die Gegner im Stadtwald von Frankfurt entdeckt haben. Mehr

15.10.2014, 13:47 Uhr | Rhein-Main
Vulkan spuckt Asche

Der Pazifische Feuerring wird wieder aktiv: In Indonesien schleudert der Mount Sangiang Asche in die Atmosphäre - nach Angaben von Wissenschaftlern bis zu 3000 Meter hoch. Der Flugverkehr in der Region kommt zum Erliegen. Mehr

31.05.2014, 19:56 Uhr | Gesellschaft
Frankfurter Flughafen Ein Flughafen zum Wohlfühlen

Fast drei Jahre nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn klafft weiter eine Lücke zwischen dem technisch Machbaren und dem politisch Möglichen. Nun soll eine Vision vom Flughafen zum Wohlfühlen Bedenken gegen das dritte Terminal ausräumen. Mehr Von Helmut Schwan, Frankfurt

11.10.2014, 13:06 Uhr | Rhein-Main
Flüge nach Israel weiter gestrichen

Seit Dienstagabend ist kein Lufthansaflug mehr nach Tel Aviv gegangen. Auch andere europäische und amerikanische Maschinen verzichten darauf. Die Reisenden am Frankfurter Flughafen haben Verständnis. Mehr

23.07.2014, 15:56 Uhr | Politik
Normenkontrollrat rügt Regierung Der Mindestlohn ist das teuerste Gesetz seit 2011

Die vergangenen zwölf Monate sind teuer gewesen durch neue Gesetze der Regierung. Vor allem der Mindestlohn kostet viel Geld, beinahe 10 Milliarden. Zuerst wollte die Regierung die Kosten anders ausrechnen. Mehr Von Henrike Roßbach und Dietrich Creutzburg, Berlin

06.10.2014, 16:13 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.02.2013, 18:16 Uhr

Vor dem Zahltag

Von Manfred Köhler

Die Einführung eines generellen Mindestlohns in Deutschland ist populär. Oft wird jedoch nicht bedacht, dass die höheren Kosten auf die Kunden abgewälzt werden. Mehr 2 4