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Veröffentlicht: 22.02.2013, 18:16 Uhr

Fluglärm-Debatte Wörner mahnt verbindliche Lärmgrenze für Frankfurt an

Wachsender Flugverkehr müsse nicht mehr Lärm bedeuten, meint der frühere Vorsitzende des Regionalen Dialogforums. Voraussetzung sei ein Lärmdeckel.

© dpa „Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten eingrenzen“: Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt

Der Fluglärm am Frankfurter Flughafen muss nach Ansicht von Johann-Dietrich Wörner, Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, verbindlich begrenzt werden. „Der Lärm kann deutlich geringer werden, selbst wenn der Flugverkehr wächst“, sagte Wörner, ehemaliger Vorsitzender des Regionalen Dialogforums für den Flughafenausbau, am Freitag in Frankfurt. Eine Begrenzung der Flugbewegungen bringe dagegen nichts, denn sie sage nichts über die Lautstärke der Maschinen. „Die Menschen stört nicht, dass ein Flugzeug fliegt, sondern sie stört der Lärm.“

Lärmobergrenzen seien schon in der Mediation zum Flughafenausbau vorgesehen, aber bisher nicht umgesetzt, kritisierte Wörner. Der hessische Landtag habe zwar Grenzen für Fluglärm auf der Basis von Prognosen für 2020 beschlossen, aber nicht definiert, was Fluglärm ist.

„Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten begrenzen“

Basis für einen Lärmdeckel sollte nach Wörners Auffassung die im Planfeststellungsbeschluss prognostizierte Zahl der Flugbewegungen für 2020 sein: 701 000 Starts und Landungen sind darin vorausgesagt, rund 200 000 mehr als heute. Nach dem „Frankfurter Tagindex“, der das subjektive Lärmempfinden berücksichtige, seien derzeit rund 110 000 Menschen rund um den Flughafen hoch belastet, träfen die Prognosen ein, wären es 2020 rund 140 000.

„Wir müssen die Zahl der hoch Belasteten begrenzen und Lärmobergrenzen einführen“, forderte Wörner. Es sei unerheblich, ob das mit einem Vertrag, einem Gesetz oder freiwilligen Vereinbarungen geschehe. Es gebe noch viel technisches Potenzial für leisere Maschinen, auch bei An- und Abflugverfahren und den Flugrouten seien Verbesserungen möglich. Wachstum sei dann über 2020 hinaus ohne mehr Lärmbelastung möglich.

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