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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fluglärm Bundesweiter Protest und ein Brief an Merkel

 ·  Am Aktionstag gegen Fluglärm haben sich in Frankfurt etwa 3.000 Menschen beteiligt.

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 „Fluglärm macht krank“: Unter diesem Motto haben am Samstag nach Polizeiangaben etwa 3.000 Fluglärmgegner lautstark, aber friedlich im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens gegen die „gesundheitszerstörende Verlärmung der Wohngebiete“ protestiert. Mit Rufen und auf zahlreichen Bannern forderten die Demonstranten, die aus der gesamten Rhein-Main-Region gekommen waren, abermals ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis sechs Uhr, mithin noch zwei Stunden länger als derzeit angeordnet. Überdies verlangten sie eine Reduzierung des Fluglärms sowie die Stilllegung der neuen Landebahn Nordwest. Anschließend zogen sie zur Basis der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa.

Außer in Frankfurt fand die Protestaktion zur gleichen Zeit an den Flughäfen Düsseldorf, Köln, Leipzig, München und Berlin-Schönefeld statt; auch im französischen Nantes demonstrierten Fluglärmgegner.

Botschaft an Angela Merkel

Insgesamt kamen laut dem Bündnis der Bürgerinitiativen mehrere zehntausend Menschen zusammen, um gegen die zunehmende Belastung von Anwohnern zu demonstrieren. „Mit der Aktion wenden wir uns nicht nur gegen die Länderregierungen, sondern auch direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel“, sagte Ingrid Kopp, Sprecherin eines Bündnisses aus mehr als 60 Initiativen im Rhein-Main-Gebiet. Sie hoffe, dass angesichts des zunehmenden Drucks der nun auch bundesweit vernetzten Demonstranten bald über verbindliche Lärmschutzgesetze nachgedacht werde.

Unterstützung erhielten die Frankfurter Demonstranten aus Berlin. Wolfgang Brenneis, Sprecher einer dortigen Bürgerinitiative, die für ein Nachtflugverbot am neuen Flughafen Berlin-Schönefeld kämpft, ermunterte die Menschen in der Rhein-Main-Region zu weiteren Protesten. „Dass sich inzwischen auch das Umweltbundesamt, Mediziner und die Deutsche Herzstiftung für ein Nachtflugverbot aussprechen, zeigt doch, dass wir mit unseren Anliegen nicht allein sind.“ In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin forderten gestern Ärzte und Politiker aus Mainz ebenfalls ein Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr. Außerdem sollten Kliniken in Mainz nicht mehr direkt überflogen werden und die Flughöhen insgesamt angehoben werden.

Die Angst um Arbeitsplätze in einigen Regionen bleibt

Der Frankfurter Regionalwissenschaftler Bernd Hausmann bezweifelte Prognosen der Landesregierung, durch den Bau der Nordwest-Landebahn würden in Südhessen Tausende zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. „Die Statistiken sagen doch, dass gerade in Südhessen schon seit längerem viel weniger Arbeitsplätze entstehen als in Mittel- oder Nordhessen.“

Am Montag wollen die Lärmgegner wie in den Wochen zuvor wieder zum Frankfurter Flughafen kommen. Nur am Ostermontag soll Pause sein.

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