06.01.2008 · Hessens größtes Projekt, der Ausbau des Frankfurter Flughafens, wird laut einer F.A.Z.-Umfrage eine relativ geringe Bedeutung für den Ausgang der Wahl haben. Nur rund fünf Prozent der Befragten sehen darin ein „wichtiges Problem“.
Von Helmut SchwanHessens größtes Projekt, der Ausbau des Frankfurter Flughafens, wird laut einer Umfrage der F.A.Z. eine relativ geringe Bedeutung für den Ausgang der Wahl haben. Nur rund fünf Prozent der Befragten sehen darin ein „wichtiges Problem“. Bei näherer Betrachtung ist das gar nicht mehr so erstaunlich. Zum einen wurde die Stimmungslage landesweit eingefangen. Der Flughafen verliert als Streitobjekt an Brisanz, je weiter nördlich man kommt. Aber auch in der Rhein-Main-Region dürften sich die meisten in den zehn Jahren, die nun schon über eine neue Landebahn diskutiert wird, ihre Meinung pro oder contra längst gebildet haben.
Daran hat der kurz vor Weihnachten erlassene Planfeststellungsbeschluss, die Genehmigung des Ausbaus, wohl wenig geändert. Zwar bietet das Thema Nachtflugverbot respektive die gewährten Ausnahmen, der SPD und den Grünen reichlich Wahlkampfmunition: Sie halten Ministerpräsident Roland Koch (CDU) Wortbruch vor, weil er schon vor Jahren sechs fluglärmfreie Stunden „politisch garantiert“ hatte. SPD und Grüne stellen in Aussicht, sie würden „das“ in Regierungsverantwortung ändern - wie immer das rechtlich auch möglich sein sollte.
CDU und FDP stellen hingegen die wirtschaftliche Schubkraft eines erweiterten Flughafens in den Vordergrund: Das gestärkte internationale Drehkreuz im boomenden Luftverkehr werde für mindestens 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze sorgen, sind sich die potentiellen Koalitionspartner einig.
Mit einiger Gewissheit wird die Landebahn in der kommenden Legislaturperiode in Betrieb genommen. Vordringliche Aufgabe der Landesregierung, gleich welcher Färbung, wird bis dahin sein, den Dialog zwischen den Kommunen im Umfeld und der Luftverkehrsbranche zu beleben.
Helmut Schwan Jahrgang 1956, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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