20.05.2005 · Eine rund 250 Meter lange, 50 Meter breite und 16 Meter hohe Eingangshalle aus Stahl und Glas soll das architektonische Erkennungszeichen des neuen Terminals3 werden, das der Flughafenbetreiber Fraport voraussichtlich vom Jahr 2009 an errichten wird.
Eine rund 250 Meter lange, 50 Meter breite und 16 Meter hohe Eingangshalle aus Stahl und Glas soll das architektonische Erkennungszeichen des neuen Terminals3 werden, das der Flughafenbetreiber Fraport voraussichtlich vom Jahr 2009 an errichten wird. Das sieht der Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler vor, der sich in der Endentscheidung eines mehrstufigen Verfahrens gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzt hat. Mit dem zweiten Preis wurde das Büro des Londoner Architekten Lord Norman Foster ausgezeichnet, den dritten Preis erhielten von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg).
Das neue Terminal wird im Zuge der geplanten Erweiterung des Flughafens benötigt. Laut Fraport-Vorstandsmitglied Barbara Jakubeit soll mit dem Bau ein oder zwei Jahre nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn begonnen werden. Gebaut werde voraussichtlich in drei Stufen bis zum Jahr 2015, das Tempo werde sich an der Entwicklung der Passagierzahlen orientieren. Die Details für die weitere Planung würden in den nächsten Wochen festgelegt. Fraport rechnet für 2015 mit 82 Millionen Passagieren, von denen 25 Millionen das Terminal3 nutzen sollen. Die Kosten für das Gebäude, das rund 300000 Quadratmeter Bruttogeschoßfäche haben wird, hat die Fraport mit 900 Millionen Euro angesetzt. Hinzu kommen Aufwendungen für Gepäckanlagen und die Verlängerung des Personentransportsystems PTS, so daß sich eine Investitionssumme von rund 1,14 Milliarden Euro errechnet.
Jakubeit sagte am Freitag bei der Vorstellung des Siegerentwurfs, die Entscheidung für Mäckler sei mit 14 gegen drei Stimmen gefallen. Sie hob hervor, daß insbesondere die "Flughafen-Community", darunter auch die übrigen Fraport-Vorstandsmitglieder, von dem Siegerentwurf eingenommen seien. Für Mäckler spreche nicht nur, daß er mit der Halle ein einprägsames Wahrzeichen entworfen habe. Er habe auch den Kostenrahmen eingehalten. Zudem sei sein Entwurf besonders funktionell. In der verglasten Eingangshalle werden sich die Check-in-Schalter befinden. Den Untergeschossen der Halle vorgelagert ist der Gebäudeteil mit den Sicherheitskontrollen, durch den die Passagiere in das sogenannte Marktgebäude mit Einzelhandels- und Gastronomieflächen gelangen.
Im mehrstufigen Wettbewerbsverfahren war zunächst die städtebauliche Grundfigur für das neue Terminal festgelegt worden. Dabei hatte sich der Vorschlag von Norman Foster durchgesetzt, der ein zentrales Gebäude mit vier strahlenförmig abgespreizten Pierfingern vorsah. Die zehn Architekturbüros, die an der letzten Phase beteiligt waren, mußten sich an diesen sogenannten Footprint halten, waren innerhalb dieser Grenzen aber gestalterisch frei. Mäckler lobte das von der Fraport gewählte Verfahren. Er selbst sei zunächst skeptisch gewesen. Doch sei es richtig gewesen, die funktionell beste städtebauliche Figur für die übrigen Architekten im weiteren Verfahren verbindlich zu machen.
Für Mäcklers Entwurf spreche auch, daß es sich um ein robustes System handele, das unempfindlich gegen spätere bauliche Veränderungen sei, sagte der Jury-Vorsitzende Klaus Humpert. Die verschiedenen geforderten Funktionen habe er jeweils mit geeigneten Formen versehen. Humpert sagte, Foster habe sich bei der Innengestaltung des Terminals an einem Wald orientiert. Aus den "Stämmen" der Stützen seien riesige, rechteckige Blätter gewachsen. Unter dieser poetischen Gestaltung, die offenbar an das deutsche romantische Gemüt appelliert habe, sei die Funktionalität aber vernachlässigt worden. So habe eine Entlüftung gefehlt. Das drittplazierte Büro von Gerkan, Marg und Partner habe mit einer kühnen, flügelartig geschwungenen Dachkonstruktion für sich eingenommen. Allerdings wäre diese Variante sehr teuer gewesen. (ale.)