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Festtage : An Weihnachten werden die Flüge knapp

Bild: dapd

Viele Frankfurter verbringen die Festtage gerne fernab der Heimat in der Sonne oder im Schnee. Wer jetzt noch etwas finden will, muss flexibel sein.

          Die ewigen Kanaren. Von den Frankfurtern, die dieses Jahr Weihnachten oder Silvester nicht in der Heimat verbringen wollen, werden viele auf Teneriffa, Fuerteventura oder Lanzarote landen. „Dort scheint mit Sicherheit die Sonne, es ist eine angenehme Flugdistanz und nur eine Stunde Zeitverschiebung. Das sind gute Argumente“, heißt es beim Reiseveranstalter Dertour in Frankfurt.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Der Reisemarkt um Weihnachten und den Jahreswechsel herum bietet wenige Überraschungen: „Es wird ähnlich gebucht wie im vergangenen Jahr.“ Das gilt sowohl für die Menge an Buchungen als auch für die Ziele. Ist die Grundsatzfrage „Sonne oder Schnee?“ erst einmal geklärt, sind die am häufigsten gebuchten Destinationen die gleichen wie die Jahre zuvor. Im Warmen sind das außer den Kanaren Madeira, Mallorca, Tunesien und Ägypten - trotz der politischen Unruhen der vergangenen Monate. Sie empfehle zwar nicht, nach Kairo zu fliegen, sagt Sina Jacob vom Reisebüro Kopp in Frankfurt-Rödelheim, aber ein Aufenthalt am Roten Meer sei ungefährlich und werde auch gut gebucht. Dennoch ist es eines der wenigen Ziele, für das noch ein Flug zu bekommen ist. Auch preislich liege Ägypten wieder auf altem Niveau. Auf der Fernstrecke werden vor allem die Dominikanische Republik, Mexiko, Jamaika und die Malediven angesteuert.

          Frühbucherrabatte kommen an

          Fällt die Entscheidung hingegen für die Kälte und den Schnee, so lauten die beliebtesten Ziele Salzburger Land, Westtirol und Frankreich. Nur, darauf weist die Dertour-Sprecherin noch hin, sei das mit der weißen Weihnacht nicht nur in Deutschland im Moment recht unsicher.

          Kurzentschlossene dürfen jetzt nicht mehr allzu wählerisch sein, wenn sie in den nächsten vier Wochen verreisen wollen. Die meisten Buchungen gingen bereits im Sommer und Herbst ein, viele hätten sich auch Frühbucher-Rabatte gesichert. Manche buchen gleich für das nächste Jahr, wenn sie aus den Weihnachtsferien zurückkommen, heißt es bei Dertour.

          Exotische Reisen relativ günstig

          Wer jetzt noch in die Ferne strebe, müsse sehr flexibel sein. Das liege nicht so sehr an ausgebuchten Hotelkontingenten, sondern an den knappen Flugtickets. Jetzt noch konkrete Wünsche zu erfüllen sei fast unmöglich, schließlich sei Weihnachten Hochsaison. Entsprechend hoch sind auch die Preise. „Weihnachtsferien und Schnäppchen schließen sich gegenseitig aus“, heißt es bei Dertour.

          Der Reiseveranstalter Thomas Cook aus Oberursel, zu dem auch Neckermann-Reisen und der Ferienflieger Condor gehören, hat noch ein paar günstige Angebote. Auf Djerba kann man Silvester am Strand feiern, sieben Übernachtungen mit Flug kosten 602 Euro pro Person. Wer neun Stunden Flug in Kauf nimmt, kann Weihnachten auch auf Kuba verbringen, dort kosten 14 Übernachtungen mit Flug 1457 Euro.

          „Die Deutschen verreisen gerne“

          Auch bei Thomas Cook beobachtet man, dass es immer beliebter wird, die Feiertage nicht zu Hause zu verbringen. Die Reisebranche wächst nach wie vor, das tat sie auch in den vergangenen Krisenjahren. Laut Deutschem Reiseverband war das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2011 ein Rekordjahr für die Tourismusbranche, sowohl was Umsatz als auch die Anzahl der Reisenden betrifft. Der Umsatz der Reisebüros stieg um 9,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro, die Reiseveranstalter machten mit 23,3 Milliarden Euro neun Prozent mehr Umsatz.

          „Die Deutschen verreisen gerne“, heißt es bei Thomas Cook. Und auch aus verschiedenen Frankfurter Reisebüros ist zu hören, dass nur wenige ganz auf ihre Reise verzichten würden. „Dann wird eher am Hotel gespart“, sagt Nicole Freund vom Reisebüro Flügel in Frankfurt-Sachsenhausen.

          Relativ günstig kommt man an eine Städtereise nach Berlin, Hamburg oder Paris. Das Feuerwerk über Spree, Elbe oder Seine zu beobachten, sei nach wie vor sehr beliebt. Bei „Nonstop-Reisen“ in Frankfurt-Dornbusch, das auf Reisen in die Vereinigten Staaten spezialisiert ist, wird besonders oft Florida gebucht. Nur sei selbst dort in diesem Jahr das Wetter unberechenbar, sagt Ursula Engelhard. „Wenn man Pech hat, sind dort auch nur sieben Grad.“

          Ein Schnäppchen wäre nach all den Wirren auch bestimmt Griechenland gewesen. Nur leider ist da die Touristensaison schon lange vorbei.

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