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Ferrero und der Sexismus Kampf ums rosa Ei

Mit rosa Überraschungseiern, die etwa Feenpüppchen in Miniröcken bergen, wollte der Süßwarenhersteller Ferrero bei Mädchen punkten. Doch erlebt er sein blaues Wunder. Es hagelt Proteste.

© Unternehmen Vergrößern Das rosa Ei, an dem sich viele stoßen

Mit rosa Überraschungseiern erlebt der Süßwarenhersteller Ferrero derzeit sein blaues Wunder. Denn was als nette Werbeidee gedacht war - Überraschungseier „nur für Mädchen“ -, führt seit der Markteinführung Anfang August zum medialen Proteststurm auf die Deutschlandzentrale des italienischen Konzerns in Frankfurt. Dem „Ei kotz gleich!“ der Frauenzeitschrift „Emma“ folgt nun die Grüne Jugend Hessen, ähnlich empört. Lisa Süß, deren frauenpolitische Sprecherin, schäumt geradezu in einer Mitteilung: „Die Ferrero-Werbung ist schlimm genug, weil sie sich direkt an Kinder richtet und ihnen mit der Werbung vorgibt, dass Mädchen eben niedliche, rosaverliebte Püppchen sein sollen - während Jungs das gleichzeitig nicht sein dürfen.“

Ferrero hat den Sturm wohl geahnt und sich schon zur Markteinführung ein bisschen entschuldigt. In einer Mitteilung wurde umständlich erklärt, dass „Erkenntnisse der Marktforschung“ gezeigt hätten, dass „sich Mädchen heutzutage nicht mehr in nur eine Schublade stecken lassen. Pink und Ponyhof ist ihnen genauso wichtig wie Fußball und Frauenpower.“ Warum diese Erkenntnisse allerdings mit rosa Blümchen verzierte Mädchen-Eier zur Folge hatten, wird nicht ganz klar.

„In welchem Jahrhundert leben wir?!?!?!“

Natürlich gibt es auch bei den rosafarbenen Überraschungseiern eine Sonderserie. „In jedem siebten Ei“ finden sich zu allem Überfluss nun auch noch kleine Feenpüppchen, die - die Apokalypse nimmt ihren Lauf - in Miniröckchen mit Wespentaille und unverschämt langen Beinen daherkommen. Immerhin einen Quoten-Mann haben die Vermarkter den Feen mit in die Serie gepackt.

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Auf der Facebook-Seite von Ferrero ist die Diskussion auch schon munter im Gang, auch wenn nicht alle Verfasser von Einträgen so wie die Grünen argumentieren. „Julia Kleene“ empört sich zwar gehörig: „In welchem Jahrhundert leben wir?!?!?!“ Dafür fragen zwei andere Nutzer und klingen, als meinten sie es ernst, wann denn endlich Ü-Eier für Jungs, „mit blau“, kommen.

Quelle: F.A.Z.

 
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