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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Fahrzeughandel in Wiesbaden Privater Automarkt vor dem Aus

 ·  Der unorganisierte Fahrzeughandel an der Biebricher Allee in Wiesbaden gefährdet den Verkehr. Denn es kommen immer mehr Kunden.

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Dem privaten Automarkt an der Biebricher Allee wird sein Erfolg zum Verhängnis. Winnrich Tischel, der Leiter des Ordnungsamts, denkt darüber nach, wie er den Handel beenden kann. Denn er ist so weit ausgeufert, dass er aus der Sicht der Fachleute den Straßenverkehr gefährdet. Schon seit ein paar Jahren stehen schräg gegenüber der Sektkellerei Henkell ständig Fahrzeuge zum Verkauf. Ihre Zahl ist nach und nach gestiegen. Heute hat man die Wahl unter mehr als 20 Autos. Die Preise reichen von etwa 15.000 Euro für einen seriösen Kombi bis zu rund 1500 Euro, die für einen in die Jahre gekommenen japanischen Kleinwagen verlangt werden.

Dass der kleine Automarkt sich etabliert hat, bezeugen die Interessenten, die nicht nur an Wochenenden kommen. Den Ortsbeirat stört dies schon seit langem. Tischel hatte sich noch im vergangenen Jahr gegenüber dieser Zeitung zurückhaltend geäußert. Aus juristischer Sicht stünden die Autos schlichtweg auf einem dafür vorgesehenen Randstreifen, meinte er damals.

Es komme zu „gefährlichen Szenen“

Bei den Zetteln mit Angeboten und Telefonnummern handle es sich zwar um Aufforderungen zur Abgabe eines Kaufangebotes. Aber es seien keine Verkäufer an Ort und Stelle, um die Ware anzupreisen und direkt an den Mann zu bringen. Von einem regelrechten Automarkt könne man darum nicht sprechen. „Wir haben gegenwärtig keinen Anlass und keine Handhabe einzuschreiten“, sagte Tischel. „Aber wir behalten die Sache im Auge.“ So entging der Aufmerksamkeit des Ordnungsamtes nicht, was auch der Ortsbeirat moniert. Zum einen hat sich der Handel über den früheren Standort hinaus ausgebreitet. Inzwischen stehen auch in einigen Seitenstraßen Fahrzeuge zum Verkauf. Unter juristischen Gesichtspunkten ist aber die Tatsache von größerer Bedeutung, dass der Betrieb auf dem Automarkt zugenommen hat.

Tischel berichtet von „gefährlichen Szenen“, über die man nicht hinwegsehen könne. So komme es zum Beispiel immer wieder vor, dass Gruppen von Käufern und Verkäufern um eine geöffnete Motorhaube herumstünden und sich dabei zum Teil auf der Fahrbahn aufhielten. Sie gefährdeten sich selbst und behinderten den fließenden Verkehr. Denselben Effekt lösten auch Fahrer aus, die sich das Angebot ansähen, ohne auszusteigen. Sie bremsten plötzlich stark ab und nähmen die Preisschilder im Schneckentempo in den Blick.

Bereit dazu, einzugreifen, und zwar zügig

„Wir werden eingreifen, überlegen aber im Moment noch, auf welche Weise“, sagt Tischel. In Frage kommt für ihn in erster Linie eine Begrenzung der erlaubten Parkzeit. Äußerstenfalls ließen sich die Stellplätze auch vollständig sperren.

Ende Oktober treffen sich die Vertreter des Ordnungsamtes und die Kommunalpolitiker zu einem Ortstermin. Danach will Tischel „unverzüglich eine Lösung herbeiführen“.

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Jahrgang 1963, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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