Home
http://www.faz.net/-gzy-6zei7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

F.A.Z.-Leser helfen Mehr als 600.000 Euro für zwei Hilfsprojekte

Krebspatienten in Äthiopien und misshandelten Kindern in der Rhein-Main-Region kommen die Erträge der Aktion „F.A.Z.- Leser helfen“ zugute.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Engagiert: F.A.Z.-Herausgeber Werner D’Inka (von links) freut sich mit Elke Jäger und Matthias Kieslich über die Spenden. Schreiner Michel Hornbach, sein Lehrling Nahom Girmay und Jäger gaben den Anstoß für das Äthiopien-Projekt.

Genau 608.000 Euro haben Leser und Unternehmen der Rhein-Main-Region im vergangenen Winter gespendet. Das Geld wird ohne Abzug den von der Redaktion vorgestellten Hilfsprojekten zur Verfügung gestellt: der Stiftung Cancer Care Ethiopia mit Sitz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und der Medizinischen Kinderschutzambulanz an der Universitätsklinik Frankfurt.

Verlag und Redaktion bedankten sich am Montagabend mit einem Empfang bei den großzügigen Spendern. Darunter waren Vertreter der Volksbank und der Sparkasse, die die Konten unentgeltlich führen und zudem - wie die Kelterei Rapp’s, IBM und die Mercedes-Benz Niederlassung - Gastgeber der „Sonntagsgeschichten“ waren. Großzügigkeit sei die Mitte zwischen Geiz und Verschwendungssucht, sagte F.A.Z.-Mitherausgeber Werner D’Inka, der für seine Dankesrede bei den großen Philosophen nachgeschlagen hatte. Laut Aristoteles beweise der Großzügige Gespür für Maß und Mitte. Die vielen Spender hätten demnach gezeigt, dass sie Maßhalten könnten.

Mehr zum Thema

Arbeit sichern und ausbauen

Die Abschlussfeier lag etwas später als in den Vorjahren. Grund dafür war die Messe „Wein am Main“ am vergangenen Wochenende, während der eine Tombola laut D’Inka noch einmal ein „schönes Sümmchen“ einbrachte. Derartige Aktionen haben zu einem nicht unerheblichen Teil zum Spendenaufkommen beigetragen. Besonders hervorzuheben ist der Herren-Benefizabend, den der Frankfurter Bankier Peter Haid, Vorstandsmitglied der Baden-Württembergischen Bank, im November organisiert hatte: Mehr als 90.000 Euro kamen dabei zusammen.

Die Spenden ermöglichen den Bau eines Wohnheims für Krebskranke in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, für das schon der Grundstein gelegt wurde. Von dem Geld wird zudem ein Bestrahlungsgerät zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs, der häufigsten Krebserkrankung in dem afrikanischen Land, angeschafft und die Kinderonkologie der dortigen Uniklinik renoviert. Die Zusammenarbeit angestoßen hatte die Frankfurter Onkologin Elke Jäger, Chefärztin am Nordwestkrankenhaus, mit der Stiftung „Leben mit Krebs“. Für die 80Millionen Einwohner Äthiopiens gibt es bislang nur einen einzigen Onkologen, berichtete Jäger den Spendern. Ihre Stiftung engagiert sich für die Fortbildung der Ärzte.

Seit Herbst 2010 gibt es an der Frankfurter Uniklinik die Medizinische Kinderschutzambulanz, deren Arbeit mit Unterstützung der F.A.Z.-Leser gesichert und ausgebaut werden soll. Wie der Ambulanzleiter Matthias Kieslich am Montag sagte, wurde für die belastende und zeitintensive Arbeit eine weitere Ärztin eingestellt. Die Ambulanz untersucht Kinder, bei denen der Verdacht einer Misshandlung vorliegt. Bislang wurden die Ärzte in 230 Fällen zu Rate gezogen: Jedes dritte Kind mussten wegen akuter Gesundheitsgefährdung in Obhut genommen werden.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
KZ-Außenstelle in Walldorf Das Grauen im Keller unter der Küchenbaracke

1944 mussten jüdische Frauen in Walldorf Zwangsarbeit leisten. Noch in den Siebzigern leugneten manche Walldorfer die Existenz des Lagers. Seitdem hat sich einiges getan. Auch dank der Arbeit von Cornelia Rühlig. Mehr Von Benjamin Fischer, Mörfelden-Walldorf

08.12.2014, 20:01 Uhr | Rhein-Main
Russland-Debatte Zum Tanzen braucht man immer zwei

Der für Außenpolitik verantwortliche F.A.Z.-Redakteur Klaus-Dieter Frankenberger zieht in einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung ein ernüchterndes Zwischenfazit der um Russland kreisenden Debatten. Vielleicht müsse man die Hoffnungen für eine konstruktive Lösung auf die Zeit nach Putin verlegen, so Frankenberger, denn: Zum Tanzen braucht man immer zwei! Mehr

05.12.2014, 11:21 Uhr | Politik
Termine des Tages Hartz-IV-Rebellin vor Gericht

In Hamburg geht das Hauptverfahren vor dem Arbeitsgericht über die Suspendierung der Hartz-IV-Rebellin Inge Hannemann weiter und Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, hält einen Vortrag zur Generationengerechtigkeit. Mehr

15.12.2014, 06:43 Uhr | Wirtschaft
FAZ.NET-Stream zum Nobelpreis Wie die Welt im Kopf entsteht

Raum und Zeit definieren das Dasein. Doch funktionieren sie im Gehirn? Peter Thier vom HIH liefert teils Nobelpreis-gewürdigte Antworten auf große Fragen. Eine Veranstaltung von Gemeinnütziger Hertie-Stiftung und F.A.Z. Mehr

10.12.2014, 13:44 Uhr | Wissen
FAZ.NET-Stream zum Nobelpreis Wie die Welt im Kopf entsteht

In Stockholm wurde am Mittwoch der Medizin-Nobelpreis an drei Hirnforscher verliehen. Der Tübinger Neurologe Peter Thier hat aus diesem Anlass für unsere Serie Hirnforschung, was kannst du? einen Vortrag gehalten. Den Video-Stream sehen Sie hier. Mehr Von Joachim Müller-Jung

10.12.2014, 13:38 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.04.2012, 19:12 Uhr

Keine Brandmauer

Von Helmut Schwan

Die Stadt Frankfurt kann verdeckte Bordelle in Wohngebieten untersagen. Das bestätigt das Bundesverwaltungsgericht. Eine Brandmauer zwischen den Stadtvierteln wird es deshalb nicht geben - aus einem einfachen Grund. Mehr