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F.A.Z.-Leser helfen Heilungschance für Frauen

 ·  Viele Äthiopierinnen leiden an Gebärmutterhalskrebs. Die Uni-Klinik von Addis Abeba braucht ein neues Bestrahlungsgerät.

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Das Kästchen an einem der Eingänge des Black Lion Hospital in Addis Abeba ist so klein, dass man es leicht übersieht. "Wollen Sie einen Vorschlag machen, werfen Sie den Zettel in die Vorschlagsbox", steht auf einem Blatt in Englisch und in Amharisch, der Amtssprache Äthiopiens. Nur Zettel gibt es keine, und auf das Kästchen hat jemand gekritzelt: "Sie machen sich lustig über unser Leben."

Die Verzweiflung sitzt tief bei den Patienten, die in das Krankenhaus kommen, besonders bei Krebskranken. Die Hilfe für sie ist in dem riesigen Land besonders unterentwickelt, es fehlt an vielem - an Fachärzten, an Know-how, an Ausstattung mit Geräten. Dem will die Spendenaktion dieser Zeitung abhelfen. Denn es gibt Mediziner im Black Lion Hospital, der Uni-Klinik von Addis Abeba, die sich ihren Patienten trotz aller Unzulänglichkeit des Gesundheitssystems widmen und ihnen helfen wollen. Bogale Solomon und Haileyesus Adam sind zwei von ihnen. Der eine leitet die Krebsstation für Erwachsene und ist nahezu der einzige Krebsspezialist in ganz Äthiopien, der andere ist der Kinderonkologe der Uni-Klinik.

600 Kilometer zum Krankenhaus

Solomon braucht ein neues Bestrahlungsgerät, um Gebärmutterhalskrebs gezielt bekämpfen zu können. An dieser Krankheit leiden viele Äthiopierinnen - fast alle Frauen, die Bogale in den vergangenen Jahren behandelt hat, hatten diesen Tumor, oft in einem fortgeschrittenen Stadium. "Viele Patientinnen, die heute noch sterben müssen, könnten geheilt werden", sagt Solomon. Dazu braucht der Onkologe aber ein Gerät, mit dem er den Krebs im Inneren des Körpers bestrahlen kann. Bisher gibt es nur Bestrahlungsgeräte, mit denen er von außen bekämpft wird.

Mit diesen Apparaten werden auch andere Patientinnen behandelt, zum Beispiel jene mit Brustkrebs. Selek Yesemaw ist eine von ihnen. Die 48 Jahre alte Frau kommt aus einem Ort, der gut 600 Kilometer entfernt von Addis Abeba liegt. Sie leidet seit fünf Jahren an Krebs, die linke Brust wurde ihr bereits entfernt, doch der Tumor wucherte weiter. Sie ist nicht die Einzige, die von weither in das Krankenhaus kommt - die einzige Anlaufstelle für Tumorpatienten, die sich keine teure Behandlung im Ausland leisten können. Viele geben ihr letztes Geld aus, um nach Addis Abeba gelangen zu können.

Viele Eltern sind verzweifelt

Zum Glück wurde Yesemaw in das Cancer Home aufgenommen, ein Patientenwohnheim einer äthiopischen Stiftung. Die Spenden der diesjährigen Aktion sollen auch diesem Heim zugutekommen: Es ist zu klein und soll - womöglich auf einem neuen Stück Land - vergrößert werden. Denn der Erfolg einer Behandlung hängt auch davon ab, dass die Patienten sicher untergebracht sind und nicht auf der Straße leben müssen. "Ohne das Cancer Home wäre ich gestorben", sagt Asawe Zowde. Die Vierzigjährige hat ebenfalls Gebärmutterhalskrebs und ist von weither in die Hauptstadt gekommen.

Auch die Patienten auf Adams Kinderstation kommen aus allen Landesteilen. Sie werden begleitet von ihren Eltern, die im Krankenhaus übernachten. Die Station muss renoviert werden - zum Beispiel sind mehrere Stellen an Decken und Wänden feucht. Überdies sind unter anderem neue Waschbecken mit Einmalhandtüchern nötig.

Viele Eltern sind verzweifelt, weil sie sehen, wie ihre Kinder leiden. Doch sie haben noch einen Funken Hoffnung, sonst wären sie nicht ins Krankenhaus gekommen. Könnte die Behandlung von Kindern und Erwachsenen und deren Unterbringung dank der Spendenaktion verbessert werden, würden mehr Menschen Hoffnung schöpfen können.

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24.12.2011, 11:12 Uhr

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