Keine Elite-Uni in Rheinland-Pfalz: Die Mainzer haben im Rahmen der Exzellenz-Initiative nicht den erhofften Titel bekommen. Doch die Uni kann sich über zusätzliche Millionen für Spitzenforschung freuen.
Mainz/Bonn (dpa/lrs) - Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist mit dem Versuch gescheitert, die erste Elite-Universität von Rheinland-Pfalz zu werden. Das teilten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFB) und der Wissenschaftsrat am Freitag mit. Allerdings bekommt die Mainzer Uni voraussichtlich 50 Millionen Euro Fördergeld für Spitzenforschung in den kommenden fünf Jahren. Mit rund 37.000 Studierenden gehört sie zu den zehn größten Deutschlands und ist die einzige „Voll-Universität“ in Rheinland-Pfalz, die fast alles anbietet.
Gefördert wird in Mainz bis 2017
JGU-Präsident Georg Krausch bedauerte das Scheitern, zeigte sich aber dennoch zufrieden. „Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat von der Exzellenzinitiative erheblich profitiert“, teilte er mit. „Bis zuletzt war wohl der Exzellenzstatus unserer Universität in der Diskussion.“ Die SPD-Landtagsfraktion begrüßte die Fördermittel für die Uni Mainz, die Grünen-Fraktion sprach trotz des fehlenden Elite-Uni-Titels von einem großen Erfolg.
Gefördert wird in Mainz bis 2017 - weiterhin - eine Graduiertenschule der Materialwissenschaften sowie ein Physik-Forschungsnetz. An der Graduiertenschule „Materials Science in Mainz“ ist auch die Technische Universität Kaiserslautern beteiligt. „Das ist ein großer Erfolg für uns“, teilte der TU-Vizepräsident für Forschung und Technologie, Burkard Hillebrands mit.
Vergabe von 2,7 Milliarden Euro Forschungsmittel
Elf Universitäten können sich bis 2017 mit dem Titel Elite-Uni schmücken. Nach Angaben der DFG gehören nun auch die Humboldt-Universität Berlin, Bremen, Dresden, Köln und Tübingen zum Kreis der forschungsstärksten deutschen Universitäten. Ihren Elite-Titel verteidigen konnten die beiden Münchener Universitäten, die FU Berlin, Konstanz, Heidelberg und die RWTH Aachen. Zu den Absteigern gehört überraschend die Universität Karlsruhe, auch Göttingen und Freiburg verlieren ihren Elite-Status. Nicht durchsetzen mit ihrem Zukunftskonzept konnte sich neben Mainz auch Bochum.
Bei der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geht es um die Vergabe von 2,7 Milliarden Euro Forschungsmittel, die die Universitäten bis 2017 zusätzlich erhalten. Davon trägt 75 Prozent der Bund, 25 Prozent zahlen die Länder.
Schön wäre es
egon samu (egonsamu)
- 16.06.2012, 10:25 Uhr

