Betty Heidler kennt sich als Weltrekordlerin mit großen Würfen aus und ist mit ihren 28 Jahren zudem eine atypische Lottospielerin. Denn der gewöhnliche deutsche Lottospieler ist älter als 50 Jahre und wählt regelmäßig sechs aus 49 Zahlen auf einem Tippschein aus - die Frankfurter Hammerwerferin Heidler macht das nur ab und an, wie sie sagt. Aber gerade deshalb passt sie gut zu der neuen Zahlenlotterie Eurojackpot, die am 23. März in Hessen sowie anderen Regionen Europas startet und ein großer Wurf wird, wenn es nach der Lotterie-Treuhand in Wiesbaden geht.
Denn der Eurojackpot ähnelt mit der Spielformel 5 aus 50 dem traditionellen deutschen Zahlenlotto, garantiert allerdings im Gegensatz zu 6 aus 49 stets einen Mindest-Jackpot. Zehn Millionen Euro sollen auf jeden Fall zu gewinnen sein, wie Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen, an der Seite von Heidler bei der Präsentation des Eurojackpots sagte.
Bis zu 90 Millionen Euro im Pott
Sundermann verhehlte keineswegs, dem Zahlenlotto selbst Konkurrenz zu machen. Je größer ein Jackpot, desto mehr Spieler zieht ein Zahlenlotto an - so lautet die Branchenweisheit. Insofern dürfte die Aussicht auf bis zu 90 Millionen Euro Gewinn viele Tipper anziehen, so das Kalkül Sundermanns. Nicht zuletzt zielt Lotto Hessen auf neue Kundschaft. Dahinter steht die Erfahrung der westeuropäischen Euromillions. Wer diese etablierte Lotterie spiele, sei jünger als der typische deutsche Tipper, sagte der für die Samstagsziehung von 6 aus 49 zuständige Sundermann.
Der Eurojackpot wird immer freitags ausgespielt, in Helsinki unter Aufsicht der finnischen Polizei und von zwei Geräten namens Pearl und Venus. Die Spieldaten werden in Münster und Kopenhagen gesammelt, angeglichen und an die teilnehmenden Lottoanbieter in Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Italien und den Niederlanden sowie bald auch Spanien zurückgeschickt, wie Sundermann erläuterte. Ob der Jackpot geknackt worden ist, soll am Abend der Ziehung mitgeteilt werden. Der Einsatz beträgt zwei Euro je Tippfeld, bei 6 aus 49 sind es 75 Cent. Die Gewinnchance liegt bei eins zu 59 Millionen gegenüber eins zu 139 Millionen bei 6 aus 49.
„Sporthilfe braucht Lotto-Gelder“
Wie beim deutschen Zahlenlotto wird die Allgemeinheit von Spieleinnahmen profitieren. Unter anderem 3,75 Prozent gehen an die Sporthilfe in Hessen, die 2011 fast 19 Millionen Euro aus Lotto-Mitteln bekam. Und die kann weiteres Geld, wie Heidler sagte, für aufstrebende Sportler gut gebrauchen. „Für junge Athleten ist es ganz wichtig, abgesichert zu sein und in Ruhe trainieren zu können“, sagte sie. Ohne die Gelder der Sporthilfe wäre das vielen kaum möglich.