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Hauptbahnhof Frankfurt : Sicherheit für einen Euro je Tag

Platz für 420 Räder: Zu dem neuen Parkhaus südlich des Hauptbahnhofs gehört auch eine Fahrradgarage. Bild: Etienne Lehnen

Geschützt und trocken das Fahrrad parken: Am Hauptbahnhof ist das jetzt möglich. Gestern wurde die erste Radstation in Frankfurt eröffnet.

          Eine breite Rampe führt hinab zur neuen Radstation. Wer sein Fahrrad hier im Untergeschoss des Parkhauses südlich des Hauptbahnhofs abstellen will, schiebt es durch eine rot markierte Pforte, zieht ein Ticket an der Schranke und gelangt zu den 420 Abstellbügeln. Bezahlt wird später bei der Abholung, an einem Automaten wie in einem gewöhnlichen Parkhaus für Autos. Eine Tageskarte kostet einen Euro, eine Monatskarte zehn Euro, eine Jahreskarte 100 Euro. Wer eine Panne hat, kann die angegliederte Fahrradwerkstatt beauftragen, die vom Frankfurter Verein für Soziale Heimstätten betrieben wird und von 7 bis 19 Uhr geöffnet ist. In einigen Tagen soll auch eine Waschanlage für Fahrräder aufgestellt werden.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Betrieben wird die gestern eröffnete Radstation von der zur städtischen ABG-Holding gehörenden Parkhaus-Betriebsgesellschaft, die auch die höher gelegenen Parkdecks für 350 Autos bewirtschaftet. ABG-Geschäftsführer Frank Junker hält es für einen angemessenen Preis, dass man „für eine Kugel Eis“ sein Fahrrad hell, trocken und sicher abstellen könne. „Ich würde mich freuen, wenn die Garage morgen voll ist.“

          Nebenan entsteht der Fernbusbahnhof

          Das Fahrradparkhaus ist das erste seiner Art in Frankfurt. Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) wunderte sich gestern, dass in der Mainmetropole erst jetzt jene „vernetzte Mobilität“ Einzug hält, die in anderen deutschen und vor allem niederländischen Städten längst üblich sei. In Münster wurde die erste Fahrrad-Garage schon 1999 eröffnet, und das größte Fahrrad-Parkhaus der Welt in Utrecht hat Platz für mehr als 12.000 Räder. Als „Vater des Projekts“ in Frankfurt bezeichnete Majer gestern den scheidenden Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Die Grünen). Der habe sich bei den Planungen für den neuen Fernbusbahnhof südlich des Hauptbahnhofs besonders für dieses Projekt eingesetzt.

          Das Grundstück ist planungsrechtlich ein Hochhausstandort, wurde aber jahrzehntelang als Parkplatz genutzt, weil sich für einen Büroturm an dieser Stelle kein Nutzer fand. Deshalb hat der Investor CAImmo nun als Übergangslösung ein Parkhaus in Leichtbauweise errichtet und mit der ABG einen Mietvertrag über fünf Jahre geschlossen. Sollte das Grundstück doch noch mit einem Hochhaus bebaut werden, werde die Radstation integriert, versprach Jakob Vowinckel, Frankfurter Niederlassungsleiter von CA Immo.

          Neben dem Parkhaus werden bis 2018 der neue Fernbusbahnhof und ein Hotel gebaut. Ende Juli sollen die ersten drei Stellplätze für Reisebusse eingerichtet werden, im Frühjahr kommen weitere sieben hinzu. Wenn das Hotel fertig ist, soll der Fernbusbahnhof über 14 Bussteige verfügen. In dem Hotelgebäude wird auch die nötige Infrastruktur mit Wartehalle, Fahrscheinverkauf, Sanitäranlagen und einem Café untergebracht. Cunitz überreichte gestern eine Teilbaugenehmigung für das Hotel. Aus städtebaulicher Sicht sei die Entwicklung an dieser Stelle sehr zu begrüßen, sagte er.

          Die Fahrradgarage soll nicht lange die einzige in der Stadt bleiben. Wenn die Vorplätze rund um den Hauptbahnhof neu gestaltete werden, soll auch am nördlichen Eingang eine sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder entstehen, möglicherweise in der ehemaligen Posthalle unterhalb der Gleise 23 und 24.

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