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Entwicklungsprogramm Frankfurt hat noch Platz für 25.000 Wohnungen

 ·  In Frankfurt geht Bauland zur Neige. Ein Entwicklungsprogramm der Stadt umfasst auch umstrittene Planungen.

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Die Frankfurter Stadtplaner sind zuversichtlich, für den erwarteten Bevölkerungszuwachs ausreichend Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. "Wir sind nicht schlecht aufgestellt", sagt Antje Iff, Gebietsleiterin im Stadtplanungsamt, zum jetzt fortgeschriebene Wohnbauland-Entwicklungsprogramm. Es umfasst die verfügbaren, aber noch nicht baureifen Reserveflächen für den Wohnungsbau im gesamten Stadtgebiet. Demnach können auf 43 Grundstücken noch 19.910 Wohnungen gebaut werden (siehe Grafik). Hinzu kommen in den Vorjahren schon bereitgestellte, aber noch nicht bebaute Restflächen sowie Baulücken, so dass insgesamt im Stadtgebiet noch Platz für rund 25.000 Wohnungen ist.

Allerdings umfasst das aktualisierte Wohnbauland-Programm auch etliche Standorte, für die es noch keine politische Entscheidung gibt. So wird zum Beispiel für die Einhausung der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach, durch die Wohnraum für 2500 Frankfurter geschaffen werden könnte, die technische Machbarkeitsstudie voraussichtlich erst im Herbst abgeschlossen. Ob das Projekt überhaupt realisiert wird, hängt von den Kosten und der Förderung durch Bundesmittel ab. "Dann müssen sich die Stadtverordneten entscheiden", sagte ein Sprecher der Planungsdezernats.

„Seveso II“ und Wohnungsbau

Auch die Entwicklung der in der Nähe von Störfallbetrieben gelegenen Quartiere ist aufgrund der "Seveso-II-Richtlinie" schwer absehbar. Die nach einem Giftunfall in Italien benannte Verordnung besagt, dass Wohngebiete einen Mindestabstand zu Gefahrstofflagern und Chemieunternehmen einhalten müssen. Ein Großteil der Entwicklung im Stadtteil Höchst ist davon betroffen. Die Stadt hat die Bebauung dieser Gebiete aber noch nicht abgeschrieben. Sie hofft, dass sich durch den Einsatz neuer Technik auf den Lager- und Produktionsstätten der Mindestabstand verkürzt.

Stadtplanerin Iff bezeichnet das Wohnbauland-Programm als "sehr langfristige Perspektive". Die Stadt könne nur die Voraussetzungen für mehr Wohnungsbau schaffen. "Wir geben uns alle Mühe, die Rahmenbedingungen zu ordnen. Bauen müssen andere." In dem Papier wird Wert auf die Innenstadtentwicklung gelegt: Der Schwerpunkt der Stadtentwicklung der Zukunft werde auf dem Stadtumbau liegen, heißt es.

„Stadtentwicklungsinitiative 2030“

Das Wohnbauland in Frankfurt geht zusehends zur Neige. Bis zum Jahr 2030 soll die Bevölkerung nach Berechnungen des Statistikamtes um etwa 32.000 Personen zunehmen. Über das Wohnbauland-Programm hinaus gibt es daher bereits Ideen, wie weiterer Wohnraum geschaffen werden kann. Die "Stadtentwicklungsinitiative 2030" umfasst zahlreiche Projekte, wie etwa die Verdichtung der Platensiedlung in Ginnheim, durch die insgesamt 11.000 zusätzliche Wohnungen entstehen können.

Dies ergibt eine Summe von etwa 36.000 möglichen Wohneinheiten, die für rund 85.000 Einwohner genügen würden. Dabei steht die Stadt vor der Herausforderung, der hohen Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden und gleichzeitig Freiräume zu erhalten. Der Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte, Thomas Dilger, regte im Gespräch mit dieser Zeitung an, den Grüngürtel "punktuell" zu beschneiden, um Platz für Wohnraum zu schaffen. Außerdem sieht er Spielraum für Wohnhochhäuser.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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