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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 23.11.2012, 21:19 Uhr

Elkin Soto bei Mainz 05 „Ich bin stolz, Teil der Marke Mainz 05 zu sein“

Im Januar 2007 holte Jürgen Klopp ihn zu Mainz 05. Im Spiel gegen Dortmund trifft Elkin Soto nun auf seinen alten Förderer. Hier spricht er über die Mainzer Chancen und seine Zukunftspläne.

© dpa Sieht die mögliche WM-Teilnahme nicht als Karriereende: Elkin Soto (im Vordergrund).

Viele Profis, die früher unter Jürgen Klopp trainiert haben, bekommen in unregelmäßigen Abständen SMS-Botschaften von ihm. Gehören Sie auch zu den Adressaten?

Nein, auf diese Art und Weise habe ich keinen Kontakt zu ihm.

Ist das Heimspiel gegen Dortmund trotzdem etwas Besonderes für Sie?

Die Partie ist in erster Linie für Mainz 05 ein wichtiges Spiel, weil wir unsere Heimserie mit vier Siegen in Folge aufrechterhalten wollen. Die positiven Auftritte vor eigenem Publikum wollen wir mit aller Macht fortsetzen.

Und Dortmund?

Natürlich ist das immer speziell, weil wir die ehemaligen Verantwortlichen in Mainz um Klopp und seine Assistenztrainer Zeljko Buvac und Peter Krawietz wiedersehen. Schließlich habe ich Jürgen zu verdanken, dass ich überhaupt nach Mainz gekommen bin.

Sie fielen damals mit zwei schweren Verletzungen monatelang aus, Klopp hat aber immer an Ihnen festgehalten. Fühlen Sie so etwas wie Dankbarkeit?

Seine Unterstützung habe ich in der Tat immer erfahren. Ich sollte in meinen Verletzungspausen stets beim Team sein, etwa bei Mannschaftsessen und auch vor den Spielen. Darauf hat er extremen Wert gelegt. Das war seine Art zu zeigen, wie er mich wertschätzt. Auch abseits des Platzes. Das hat mir die langen Ausfallzeiten erträglicher gemacht. Dankbar bin ich auch dem Verein, dass er meinen Vertrag damals trotz der schweren Verletzungen und Transferstreitigkeiten verlängert hat.

Ihr Vertrag bei Mainz 05 läuft im Sommer 2013 aus. Welche Zukunftspläne gibt es?

Es gab erste Gespräche, und ich werde mich mit Christian Heidel weiterhin besprechen. Ich fühle mich in Mainz sehr wohl, die Sache wird sich ordentlich entwickeln.

Sie sagen ich - gibt es keinen Berater?

Nein, ich habe schon seit dem Jahr 2008 keinen Berater mehr, aber Menschen, die mir zur Seite stehen und mich unterstützen. Die Vertragsverhandlungen führe ich mit Christian. Das ging auch beim letzten Mal sehr gut.

Das klingt nach einer erwünschten Fortsetzung Ihres Engagements ...

Ich habe einen großen Freundeskreis in Mainz, meine beiden Töchter sind hier geboren. Das soziale Umfeld passt, ich bin integriert. Und ich genieße das Vertrauen der Verantwortlichen und meiner Kollegen. Das Gesamtpaket passt. Dadurch, dass ich regelmäßig spiele, bin ich auch wieder für die Nationalmannschaft interessant geworden.

Welche Rolle spielt das kolumbianische Team für Sie?

Ich möchte bei der WM 2014 in Brasilien dabei sein. Das ist mein großer Traum und wäre das Schönste, was passieren könnte. Seit José Pékerman Nationalcoach ist, fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Er hat mir das Vertrauen geschenkt, mir zu verstehen gegeben, dass ich eine wichtige Rolle in der Mannschaft einnehme. Er rechnet jederzeit mit mir, auch für den Teamspirit.

Zuletzt in New York, beim Testspiel gegen Brasilien, sind Sie nicht eingesetzt worden. Und wegen des Jetlags wurden Sie von Trainer Thomas Tuchel in Hamburg auch erst sehr spät eingewechselt. Ist das nicht ärgerlich?

Ich hätte gerne gespielt, keine Frage. Aber das Wichtigste war, mit der Nationalmannschaft zusammen zu sein und eine Einheit zu bilden. Alles andere ist zweitrangig. Deshalb sind diese Testspiele wichtig, trotz des Reisestresses. Das muss man trennen: Hier die tägliche Arbeit mit dem Klub, der zu Recht 100 Prozent Einsatz verlangt; auf der anderen Seite hat die Nationalmannschaft für alle, die ihr Land lieben, einen hohen Stellenwert.

Könnte die WM 2014 ein Zeitpunkt sein, die Fußball-Karriere abzuschließen?

Das wäre ein Höhepunkt, ganz sicher. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, auch wenn Kolumbien gute Chancen hat. Aber ich sehe die mögliche WM-Teilnahme nicht als Karriereende.

Wie kann Mainz 05 gegen die zuletzt hochgelobten Dortmunder gewinnen?

Wir brauchen eine klare Ordnung, müssen ständig präsent sein und schnell umschalten. Dortmund ist in der Abwehr und im Angriff sehr flink. Das müssen wir genauso gut machen. Wenn uns das gelingt, müssen wir die wenigen Chancen, die wir bekommen werden, in Tore umsetzen.

Sind Sie überrascht von der Entwicklung bei Mainz 05 in den vergangenen Jahren?

Ich spiele hier seit fast sechs Jahren. Nach Europa, in die Bundesliga, wollte ich schon immer. Gemerkt habe ich dann sehr schnell, dass Mainz 05 immer ein Kandidat für die erste Liga ist. Jetzt haben wir uns in der Bundesliga gefestigt, spielen in einer neuen Arena und werden von den Gegnern mehr denn je respektiert. Mainz 05 ist eine Marke geworden. Und ich bin stolz, ein Teil dieser Entwicklung zu sein.

Geben Sie einen mutigen Tipp ab für das Heimspiel gegen Dortmund?

2:1 für Mainz 05.

Das Gespräch führte Uwe Martin.

Quelle: F.A.Z.

 

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