06.07.2009 · Wenn es zu Unfällen und Verletzungen kommt, sind die Rettungssanitäter zur Stelle. Wie man sich im Notfall verhalten muss, kann man im Wahlpflichtfach „Schulsanitätsdienst“ lernen.
Immer schneller nähert sich ein orangefarbener Punkt am Himmel, und ganz langsam wird die Aufschrift „Luftrettung“ erkennbar. Erst im Laufe der Erklärungen durch das Team der „Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt“ (BG Unfallklinik) wird klar, was in diesem 5,1 Millionen Euro teuren Rettungshubschrauber dort am Himmel steckt: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 260 Stundenkilometern kann er eine Maximallast von drei Tonnen durch die Luft transportieren und eine Leistung von zweimal 750 PS ausnutzen, um beispielsweise nach Unfällen Verletzte zu bergen.
Kommt der Rettungshubschrauber zum Einsatz, sind der Pilot, der von der Bundespolizei gestellt wird, vorne rechts zu finden und der Rettungsassistent von der Berufsfeuerwehr Frankfurt vorne links. Der Notarzt, der hinten seinen Platz findet, kommt von der BG Unfallklinik. „Durchschnittlich wird der Zivilhubschrauber des Typs Eurocopter EC 135 T2i, dreimal pro Tag zum Einsatz alarmiert und ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang einsatzbereit“, berichtet das Team der BG Unfallklinik.
Erste-Hilfe-Ausbildung im Wahlpflichtfach
Die Einsatzkosten betragen pro Minute 31 Euro und werden mit den sogenannten Kostenträgern über das Land Hessen abgerechnet. Im Inneren des Rettungshubschraubers bekommen die Besucher dann alle medizinischen Geräte und die Fächer mit den Medikamenten zu sehen, welche ein Notarzt für eine angemessene Erstversorgung eines Verletzten benötigt. Notfallpatienten können in kürzester Zeit und besonders schonend unter ärztlicher Aufsicht in die nächstgelegenen Kliniken transportiert werden.
Mit diesen Eindrücken kehren die Schüler der neunten und zehnten Klassen des Wahlpflichtfaches „Schulsanitätsdienst“, die vom Malteser Hilfsdienst ausgebildet werden, an die Elisabethenschule nach Hofheim zurück. Dort berichtet Philipp Landmann aus der zehnten Klasse, der derzeitige Schulsanitätsdienstleiter, von der Ausbildung: „Die Schüler erhalten eine Erste-Hilfe-Ausbildung und können dann in der Schule selbst zum Einsatz kommen. Während der Ausbildungsphase in Klasse neun werden die Schüler darauf vorbereitet, später in Klasse zehn als Schulsanitäter zu arbeiten. Ausgestattet mit Sanitätstaschen und einem Sanitätsrucksack und ständig erreichbar über Mobiltelefone, sind jeweils zwei Schüler morgens einsatzbereit, um bei Unfällen in der Schule weiterzuhelfen.“ Die Internetseite des Schulsanitätsdienstes zeigt jedoch auch alle anderen Einsatzgebiete der Ersthelfer auf: So sind die Schulsanitäter sowohl am Tag der offenen Tür als auch bei den Bundesjugendspielen oder Theater- und Musicalaufführungen an der Schule einsatzbereit.
Die großen Zahlen der Mobiltelefonnummer des Malteser-Schulsanitätsdiensts, die in jeder Klasse der Hofheimer Elisabethenschule gut sichtbar an der Wand zu finden sind, machen dann auch klar: Wenn es brenzlig wird, ist es da - das Wahlfach zur Rettung!