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Elisabethenschule, Hofheim Fast 400 Hochzeiten an jedem Tag

01.07.2009 ·  Täglich vereinen sich im Rüsselsheimer Opelwerk bei der Endmontage mindestens 360 Karosserien und Motoren zu neuen Insignia-Fahrzeugen. Eine Werkstour, beschrieben von der Klasse 8a der Elisabethenschule, Hofheim.

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Ein großes Eingangstor, eine moderne Empfangshalle - schon sitzt man in einer sportlich geschnittenen weißen Limousine und kann sich nun einige der hier ausgestellten historischen Opelfahrzeuge durch getönte Fensterscheiben anschauen - dieser Eindruck bleibt erst einmal im Gedächtnis. Ausgestattet mit Kopfhörern, startet die Werkstour bei Opel: Lange Fronten alter Backsteinhäuser von 1911 sind zu sehen, und immer wieder stechen gelbe Busse mit den großen Opelsymbolen heraus. Sie machen eine Besichtigung des Werks überhaupt möglich, in dem heute mehr als 15.000 Mitarbeiter im Schichtdienst arbeiten, davon zehn Prozent Frauen.

Der Werksführer erklärt: „Besonders für diffizile Arbeiten, bei denen Feinmotorik und Geschick gefragt sind, kommen Frauen zum Einsatz.“ Wie von Geisterhand gesteuert schweben in der ersten Werkshalle Motoren durch die Luft, die auf ihre Montage warten und in einer Warteschleife hängen. Roboterarme heben ein Blechteil auf das andere und werden von Menschenhand dann endgültig eingesetzt.

Autoteile werden bei 2000 Grad zusammengeschweißt

Plötzlich schrillt eine laute Melodie durch die Werkshalle, über die Fließbänder hinweg, direkt in die Ohren des jeweiligen Gruppenleiters, der auch sofort zur Stelle ist: Das Band stoppt, fehlende Montageteile werden nachgereicht, Probleme aller Art behoben, und langsam setzt sich alles wieder in Bewegung, und flink huschen die Hände und Greifarme um die Motoren herum. Jede Gruppe hat eine eigene Fehlermelodie, so dass sofort geholfen werden kann. Schnell fällt hier auch auf: Aufrecht stehen die Männer vor ihren Montageteilen, und die Arbeitsschritte werden in kurzen Bewegungsabläufen absolviert. Ein Kurzfilm über die moderne Technisierung der Opelwerke im Anschluss erklärt diese Beobachtung: Opel ließ die Produktionswerkstätten ergonomisch ausrichten, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schonen - die Mitarbeiter als Kapital des Unternehmens!

In der nächsten Halle schwenken die Roboterarme besonders kraftvoll hinter hohen Scheiben herum - ein stechender Geruch, Funken sprühen durch die Luft: Autoteile werden hier bei 2000 Grad zusammengeschweißt oder geklebt. Die 55 Quadratmeter Blech für einen Insignia, die so dünn wie ein Blatt Papier sind und höchstens so dick wie eine Euromünze, nehmen hier ihre Form an.

Zum Abschluss führt die Fahrt über das Werksgelände vorbei an einer Prüfstrecke, auf der alle Neuwagen viele Hindernisse auf einer Fahrbahn überqueren müssen, bevor sie das Werk verlassen.

Wenn beim Besuch der letzten Hallen absehbar wird, dass die schwebenden Motoren und die Blechteile ihrem „großen Tag“ entgegensteuern und die „Hochzeit“ dieser Elemente ganz langsam ausgeführt wird, dann schwirren die Eindrücke der bisherigen Führung im Kopf herum: Von der Nähmaschine über das Fahrrad zum Auto - Adam Opel hat es möglich gemacht, und dies dankt man ihm heute noch, indem jedes Auto von Opel auf den Anfangsbuchstaben seines Vornamens endet: Insignia, Corsa, Astra, Vectra, Zafira - wer hätte das für möglich gehalten?

Klasse 8a, Elisabethenschule, Hofheim.

Quelle: F.A.Z.
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