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Einzelhandel Karstadt-Mitarbeiter sorgen sich um Arbeitsplätze

27.09.2004 ·  Die Stimmung im Frankfurter Gewerkschaftshaus am Montag war gedrückt. Betriebsräte der Karstadt-Quelle AG und Vertreter der Gewerkschaft Verdi, die zu einer Tagung zusammengekommen waren, berichteten von erheblichen Sorgen der Karstadt-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze.

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Die Stimmung im Frankfurter Gewerkschaftshaus am Montag war gedrückt. Betriebsräte der Karstadt-Quelle AG und Vertreter der Gewerkschaft Verdi, die zu einer Tagung zusammengekommen waren, berichteten von erheblichen Sorgen der Karstadt-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. In Essen soll am Dienstag das Sanierungskonzept von Vorstandschef Christoph Achenbach vorgestellt werden. Einen "harten Schnitt" verlangen die Aufsichtsräte von ihm, sogar einen "historischen Neuanfang". Spekuliert wurde, wenn es tatsächlich zum Abbau von 6000 der 40000 Stellen in den Warenhäusern komme, könnten rechnerisch bis zu 100 auf Frankfurt entfallen. Als sicher gilt die Schließung der Call-Center in Mainz und Köln mit zusammen 422 Mitarbeitern. Auch von der erwarteten Streichung von 2500 Stellen im Versandhandel dürfte Frankfurt mit dem Neckermann-Großlager stark betroffen sein.

"Die Beschäftigten bei Karstadt auf der Frankfurter Zeil haben schon seit Anfang des Jahres die Befürchtung, daß Stellen gestrichen werden", sagte Horst Landua, der Betriebsratsvorsitzende des Kaufhauses. Die Belegschaft sei schon in den vergangenen Jahren erheblich reduziert worden, von einst rund 1100 auf heute noch 650 Mitarbeiter. "Man braucht als Kunde ja manchmal schon ein Fernglas, um noch eine Verkäuferin zu entdecken." Landua sagte, er hielte es nicht für klug, hier weiter zu kürzen. Außerdem seien viele der Beschäftigten auf die Arbeit angewiesen und machten sich jetzt große Sorgen, wie es weitergehe. Der Aufsichtsrat des Konzerns beriet am Montag bis in die Abendstunden über die Zukunft des angeschlagenen Konzerns. Aus der Zentrale war zu erfahren, ein großangelegtes Schließungsprogramm werde es nicht geben. Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter "Handel" bei Verdi, sagte, für die Gewerkschaft sei es schwer, über Zugeständnisse zu verhandeln. Die Beschäftigten im Einzelhandel würden ohnehin schon extrem schlecht bezahlt, da könne man kaum Abstriche machen: "Jeder dritte Arbeitsplatz im Handel ist ja schon ein Minijob." Ähnliches gelte im Prinzip für die Arbeitszeit. Verdi erwarte zunächst ein "schlüssiges Sanierungskonzept" für den Konzern. Dann müsse es eine Beschäftigungsgarantie geben: "Ohne eine solche verhandeln wir nicht über einen Sanierungstarifvertrag", sagte Schiederig. Eingriffe in die tariflichen Leistungen für die Beschäftigten des gesamten Karstadt-Quelle-Konzerns seien nur mit der Zustimmung aller 16 regionalen Tarifkommissionen in Deutschland möglich. Am Mittwoch solle es Betriebsversammlungen in allen Karstadt-Häusern geben. Am nächsten Montag wolle sich die Arbeitnehmerseite dann überregional in Kassel treffen: "Aber es wird sehr schwer werden, sich auf Zugeständnisse zu verständigen."

Unterdessen eröffnet am Dienstag der ebenfalls zum Karstadt-Quelle-Konzern gehörige Modeanbieter Sinn-Leffers im Frankfurter Nordwestzentrum seine 51.Filiale. Mit 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche gehöre das Modehaus zu den wichtigsten Anbietern in dem erneuerten und ergänzten Zentrum. Die neue Filiale sei eine der größten der Sinn-Leffers AG in Deutschland.

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