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Eintracht Wer soll das bezahlen?

 ·  Sportdirektor Hübner muss für alle Mannschaftsteile nach neuen Leuten Ausschau halten, um die Eintracht in der Bundesliga konkurrenzfähig zu machen.

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Der Aufstieg kommt. Vielleicht schon am Sonntag, wenn die Konkurrenten aus Paderborn und Düsseldorf nicht ausreichend punkten. Vielleicht auch erst am Montag, wenn die Frankfurter Eintracht selbst aktiv in das Geschehen eingreift und am drittletzten Spieltag der Zweiten Fußball-Bundesliga bei Alemannia Aachen (20.15 Uhr) antritt. Die Klassenversetzung steht unmittelbar bevor - und mit ihr verknüpft sind Überlegungen, die Mannschaft auf ein erstklassiges personelles Niveau zu heben. Verstärkung, darüber ist sich auch Bruno Hübner im Klaren, muss sein. Schließlich hat der Sportdirektor ehrgeizige Ziele. Er will die Eintracht zu einer attraktiven Marke machen, die zukünftig um mehr als nur den Verbleib in der Bundesliga spielt. Dafür aber braucht er Geld - und Spieler. Was also muss sich in den kommenden Tagen und Wochen tun? Wer bleibt? Wer geht? Wer hat keine Perspektive?

Im Tor ist Oka Nikolov vertraglich noch bis 2013 gebunden. Der Schlussmann wird im Mai 38 Jahre alt und hat schon zwanzig Eintracht-Jahre sowie mehr als 400 Spiele auf dem Buckel. Seine unvergleichliche Karriere neigt sich dem Ende zu. Die Eintracht braucht perspektivisch einen neuen Torhüter, zumal das Ausleihgeschäft mit dem meist zuschauenden Ersatzmann Thomas Kessler, der sich gegen Nikolov nicht durchsetzen konnte, im Juni ausläuft.

Einzelne Ersatzkandidaten sind nicht so leicht zu finden

In der Abwehr herrscht beim Blick auf die Arbeitspapiere relative Stabilität. Trotzdem braucht die Eintracht gerade dort neue Männer. Für den unumstrittenen Rechtsverteidiger Sebastian Jung (Vertrag bis 2014) gibt es im Falle von Verletzungen im derzeitigen Kader keinen adäquaten Ersatzkandidaten. Auf dem linken Außenposten läuft der Kontrakt des Ivorers Constant Djakpa zwar aus, die Eintracht besitzt aber eine Option bis 2014. Trainer Armin Veh kann - wenn er denn über das Saisonende hinaus bleibt - auf den soliden Heiko Butscher (Vertrag bis 2013) setzen. Achillesferse ist die Innenverteidigung. Der Kroate Gordon Schildenfeld (Vertrag bis 2014) hat zwar 30 Spiele bestritten, ist aber aufgrund läuferischer Defizite immer wieder an Grenzen gestoßen. In der ersten Liga müsste er sich gehörig steigern. Der Brasilianer Bamba Anderson ist schon erstligareif. Vom zukünftigen Klassenrivalen Mönchengladbach ausgeliehen, muss nach Saisonschluss eine finanzielle Regelung mit den Borussen gefunden werden, um die abgesprochene Kaufoption bis 2015 wahrnehmen zu können. Martin Amedick (Vertrag bis 2014) spielt nach seinem höchst unglücklichen Einstand gegen Braunschweig derzeit - und wohl auch zukünftig - keine entscheidende Rolle.

Im Mittelfeld ist die Eintracht am besten aufgestellt. Pirmin Schwegler, der wichtigste Spieler der Frankfurter, hat unlängst seinen Vertrag bis 2015 verlängert. Der Kapitän ist der Kopf der Mannschaft und kann sich auf seinen Nebenmann Sebastian Rode (Vertrag bis 2014) verlassen. Auch Matthias Lehmann darf sich auf zwei weitere Eintracht-Jahre freuen, muss sich aber steigern, um mehr als nur Ersatzmann zu sein. Benjamin Köhler, seit 2004 für Frankfurt am Ball, hat sich trotz mancher Vorbehalte wieder einmal durchgesetzt und seinen Stammplatz auf links behauptet. Er darf bis 2014 bleiben, dürfte aber in erstklassiger Umgebung einen schwereren Stand haben. Köhlers Freund Alexander Meier ist die Wiederentdeckung der zu Ende gehenden Zweitligasaison. Mit siebzehn Treffern ist der gleichfalls seit acht Jahren bei der Eintracht arbeitende Niedersachse der erfolgreichste Torschütze der Hessen und eine der Garantien des nahen vierten Aufstiegs nach 1998, 2003 und 2005. Während Meier unumstrittene Stammkraft ist, muss sich Talent Sonny Kittel weiter empfehlen. Dabei ist der 19 Jahre alte Kittel, der es bei neun Einsätzen auf drei Tore gebracht hat, auf einem guten Weg. Ganz anders Stürmer Rob Friend: Im Sommer zur Eintracht gestoßen, hat Hübner mit ihm eine Vertragskonstruktion gefunden, die sich jetzt als Bumerang erweisen könnte. Nach dem Aufstieg verlängert sich der Kontrakt des Kanadiers automatisch bis 2014. Im internen Sturmranking ist Friend hinter Mohamadou Idrissou, dessen Vertrag ausläuft, bei dem aber eine Option bis 2014 vorliegt, und Erwin Hoffer (Vertrag läuft aus, es besteht eine Kaufoption) jedoch ganz hinten angesiedelt. Überhaupt keine Perspektive bei der Eintracht haben Habib Bellaid, Caio und Ümit Korkmaz, deren Verträge Ende Juni auslaufen. Auch die Zukunft des dann gleichfalls vertragslosen Karim Matmour ist ungewiss.

Verstärkung im Tor, Verstärkung in der Verteidigung, Verstärkung im Mittelfeld, Verstärkung im Sturm: Sportdirektor Hübner muss für alle Mannschaftsteile nach neuen Leuten Ausschau halten, um die Eintracht konkurrenzfähig zu machen. Angesichts des finanziell überschaubaren Budgets von geplanten 24 Millionen Euro keine leichte Aufgabe.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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