Die Frankfurter Eintracht ist zuletzt mit einer großen Selbstverständlichkeit, die sich in fünf Siegen in Folge ausdrückt, der Erstklassigkeit näher gekommen. Dass die Konkurrenz zudem noch schwächelt, hat die Chancen auf den Aufstieg der letztjährigen Absteiger noch weiter verbessert. Am Gründonnerstag hat der bislang ärgste Verfolger, Fortuna Düsseldorf, mit der 1:2-Niederlage beim abstiegsgefährdeten FC Hansa Rostock für weitere Sicherheit in Frankfurt gesorgt. Trainer Armin Veh hat denn auch gar nicht erst den Versuch unternommen, seine Freude zu verbergen. „Es wäre ja gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte mich nicht gefreut“, gab er zu. Selbstverständlich würden auch bei der Eintracht im Endspurt der Saison die Resultate der Konkurrenz verfolgt und eingeordnet. Die Ausgangsposition der Eintracht hat sich durch die jüngsten Entwicklungen in der Liga jedenfalls nicht nur durch die eigene Siegesserie immer weiter verbessert. Das Auswärtsspiel am Samstag, um 13 Uhr, beim MSV Duisburg bietet nun die Gelegenheit, so Veh, „wieder einen großen Schritt zu tun.“
Der Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz ist mit sechs bis neun Punkten, abhängig von den heutigen Ergebnissen, schon ziemlich komfortabel. Negative Auswirkungen in Form eines Spannungsverlustes erwartet der Frankfurter Trainer nicht. Die Spieler seien unter der Woche „sehr fokussiert und konzentriert“ gewesen, von Überheblichkeit oder Nachlässigkeiten habe er nicht bemerkt. Hilfreich ist dabei die Konkurrenzsituation innerhalb des Frankfurter Aufgebotes. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als immer wieder wichtige Spieler über Monate wegen Verletzungen ausgefallen sind, kann der Trainer diesmal aus den Vollen schöpfen. Alle einundzwanzig Spieler, die zum engeren Aufgebot gehören, sind gesund und einsatzfähig. Auch deshalb kann sich Veh mit Blick auf die nächsten Spiele, die schon am kommenden Mittwoch gegen den FC Ingolstadt und Samstag gegen Erzgebirge Aue auf dem Plan stehen, erlauben darüber nachzudenken, Veränderungen, vorzunehmen. „Ich habe vier Spieler, denen bei der nächsten Gelben Karte eine Sperre droht“, sagt er, „da überlege ich schon, vielleicht etwas anders aufzustellen.“ Kapitän Pirmin Schwegler, Mittelfeldspieler Benjamin Köhler sowie die Stürmer Erwin Hoffer und Karim Matmour wären bei der nächste Karte gesperrt.
„Die Spieler machen viele Dinge richtig“
Die Wahrscheinlichkeit, dass Veh mehr als nur einen Wechsel vornimmt, ist dennoch eher gering. Dass der von einer Mandelentzündung genesene Sebastian Rode für Sonny Kittel ins Team zurückkehren wird, ist klar. Alle anderen Positionen werden wahrscheinlich unverändert bleiben, dazu hatten zuletzt die einzelnen Rädchen innerhalb der Gruppe zu harmonisch ineinandergegriffen. Verblüffend ist in diesem Zusammenhang ein Blick zurück auf das Hinspiel gegen den MSV Duisburg. 3:0 hat die Eintracht am 23.Oktober gegen den MSV gewonnen. Und begonnen haben damals genau jene elf Spieler, die auch jetzt wieder oder immer noch erste Wahl sind. Die Umstrukturierungen des Kaders in der Winterpause mit den Verkäufen von Spielern wie Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas und den Verpflichtungen von Martin Amedick und Heiko Butscher haben also ganz offensichtlich gar keine so große Rolle gespielt. Aus Sicht des Trainers sei die Mannschaft im Frühling 2012 allerdings deutlich stabiler als noch im Herbst 2011. „Viele Dinge sind automatisiert“, sagt er, „die Spieler machen viele Dinge richtig.“
Längst ist der Depression des vierten Bundesliga-Abstiegs im vergangenen Jahr neue Begeisterung mit Blick auf den durchaus wahrscheinlichen vierten Aufstieg gefolgt. Natürlich mahnt der Trainer, gerade jetzt nicht nachzulassen, die Begeisterung innerhalb der Mannschaft und rund um die Mannschaft aber will er nicht schmälern. „Der Beruf ist ernst genug“, sagt der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer, „er soll aber auch Spaß machen.“ Den erhoffen sich auch die Anhänger der Eintracht. Zum Spiel nach Duisburg werden zwischen 4.000 und 5.000 Fans ihre Mannschaft begleiten.