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Eintracht Veh setzt auf Konter

 ·  Der Eintracht-Trainer widerspricht vor dem Heimspiel gegen Aue dem Vorstandschef und wünscht sich Fans, die geduldiger sind. Auf Constant Djakpa muss er weiter verzichten.

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Gehen die Spieler der Frankfurter Eintracht nur halb so entschlossen in das Heimspiel am Samstagmittag, um 13 Uhr, gegen den FC Erzgebirge Aue, wie ihr Trainer sich am Freitag in der Pressekonferenz präsentiert hat, dann könnte es ein sportliches Spektakel geben. Armin Veh hat vor dem vorletzten Heimspiel der Saison jedenfalls deutliche Worte gefunden.

„Ich denke nur an den Aufstieg, an nichts anderes“, sagte er, „wir wollen diesen Aufstieg unbedingt.“ Er habe im vergangenen Jahr „viel Herzblut“ in die Arbeit gesteckt, nun möchte der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer mit seinen Spielern ernten, was sie gesät haben. Irritiert zeigte sich Veh allerdings von einer Aussage seines Chefs Heribert Bruchhagen, der in einem Interview mit dem HR-Hörfunk eine mögliche Aufstiegsfeier auf dem Frankfurter Römerberg ausgeschlossen hatte. Dazu bestehe kein Anlass, hatte der Vorstandsvorsitzende gesagt, „nachdem wir alles Geld, was wir zur Verfügung hatten, in die Mannschaft gesteckt haben, ist es meine Erwartungshaltung, dass wir den Aufstieg schaffen“. Es ist genau dieses Anspruchsdenken, gegen das Veh seit Wochen und Monaten in Frankfurt kämpft. Und gerade deshalb will er feiern, wenn es etwas zu feiern geben sollte. „Ich kann versprechen, dass es eine Riesenfete geben wird, wenn wir es schaffen“, sagte Veh am Freitag, Fußball sei pure Emotion, feiern gehöre nach Erfolgen und gut getaner Arbeit dazu.

„Mich interessiert nicht, was letztes Jahr war“

Dass der eine oder andere in Frankfurt den Aufstieg als Wiedergutmachung für den Abstieg im vergangenen Jahr sehe - und dazu gehört ganz sicher der Vorstandschef -, ist für den aktuellen Trainer kein Thema. „Mich interessiert nicht, was letztes Jahr war“, sagte er, „in dieser Saison hat meine Mannschaft bisher eine richtig gute Runde gespielt.“ Dem großen Ziel näher kommen will die Eintracht mit einem weiteren Heimsieg gegen Aue. Die Spieler seien im bisherigen Verlauf der Saison mit dem Druck „sehr gut umgegangen“, sagte Veh, nun benötige die Mannschaft auch die Unterstützung von außen. 42.000 Karten wurden bisher im Vorverkauf abgesetzt, die Arena wird also einmal mehr gut besucht sein. Von den Anhängern würde sich der Trainer allerdings mehr Vertrauen wünschen als zuletzt. Sie sollten nicht darauf schauen, „ob es ein brillantes Spiel wird“, es gehe in dieser Phase der Saison einzig und allein darum, „drei Punkte zu holen“. Pfiffe gegen die eigenen Spieler wie am Mittwoch beim 1:1 gegen Ingolstadt seien dabei „kontraproduktiv“.

Veh gab auch eine ganz persönliche Erklärung zu seiner beruflichen Zukunft ab. Meldungen, er sei in Kontakt mit dem 1.FC Köln, dementierte er energisch. „Ich würde in einer solchen Situation niemals mit einem anderen Klub sprechen“, versicherte er und räumte ein, „dass ich mich hier sehr wohl fühle“. Es bleibe dabei, dass er Aussagen über seine Zukunft erst nach der sportlichen Entscheidung in dieser Saison treffen werde.

Es handelt sich um eine „Tätlichkeit im leichteren Fall“

Ihre imponierende Heimserie muss die Eintracht, die als einziger Klub der Liga in dieser Saison im eigenen Stadion noch kein Spiel verloren hat, weiter ohne Constant Djakpa fortsetzen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestätigte am Freitag nach einer mehr als zweistündigen Verhandlung in der Frankfurter DFB-Zentrale die Drei- Spiele-Sperre gegen den Verteidiger. Nach Auffassung des Gerichts hat Djakpa im Spiel beim MSV Duisburg eine „Tätlichkeit im leichteren Fall“ gegen den Duisburger Spieler Soares begangen, als er diesem mit dem Fuß auf den Oberkörper trat. Schiedsrichter Florian Steuer hatte die Szene nicht beobachtet, der Kontrollausschuss des DFB auf Grund von Fernsehbildern ermittelt.

Djakpa hatte in der Verhandlung beteuert, es sei keine Absicht, sondern eine Schutzreaktion gewesen. Dies wertete das Gericht in der Urteilsbegründung als „Schutzbehauptung“. Der ivorische Nationalspieler muss noch zwei weitere Spiele zuschauen, kann also erst im letzten Heimspiel der Saison gegen 1860 München am 29. April wieder eingesetzt werden. Gegen Aue wird für ihn abermals Heiko Butscher spielen.

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Von Matthias Alexander

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