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Eintracht-Präsident Fischer : „Wer die AfD wählt, kann bei uns kein Mitglied sein“

Im Zeichen des Adlers: Eintracht-Präsident Fischer ist ein Freund der klaren Ansprache - auch in Sachen AfD Bild: dpa

Seit 17 Jahren steht Peter Fischer mittlerweile an der Spitze von Eintracht Frankfurt. Im F.A.Z.-Interview spricht der Klubchef über Internationalität und Weltoffenheit, seine Rolle im Verein und in der Stadt – und die „mitreißende Dynamik“ der Eintracht.

          Als Sie sich im Jahr 2000 an die Spitze wählen ließen, deutete vieles auf einen befristeten Freundschaftsdienst hin. Nun kann eine mehr als zwanzigjährige Ära aus Ihrem Engagement werden. Eine schöne Überraschung?

          Manchmal bin ich selbst verwundert, wie mein Leben verlaufen ist. So, wie es gekommen ist, habe ich es mir nicht erträumt. Als ich 40 Jahre alt war, hatte ich ganz andere Ziele. Ich sah mich als Kämpfer gegen den weltweiten Hunger, machte mir Gedanken, wo und wie sich in Afrika am effektivsten Brunnen bohren lassen, und entwarf Konstruktionen, um Strom zu erzeugen und vor Ort mit Hilfe von Generatoren kochen zu können. Ich bin kein Ingenieur und hätte gerne Mitstreiter für meine Absichten gefunden. Dann kam alles ganz anders. Die Eintracht war mein Fußballverein, und ich besaß eine Marketingagentur. Vielen war damals bewusst, dass ich über ein großes Netzwerk verfüge, das dem Klub in einer schwierigen Phase hilfreich sein könnte. So entstand eines nach dem anderen, und ich dachte zunächst ganz naiv, ich könne die Aufgabe als Präsident nebenbei ausfüllen. Es war kein langfristig gehegter Wunsch, der in Erfüllung ging, sondern es spielten Zufälle eine entscheidende Rolle.

          Heute sind Sie der Präsident mit der längsten Amtszeit. Ist die Eintracht Ihr Lebenswerk?

          Die Eintracht als mein Lebenswerk zu bezeichnen wäre deutlich übertrieben. Zahlreiche Präsidenten zuvor, andere Funktionäre, viele Mitarbeiter und auch unsere Fans haben die Eintracht zu dem gemacht, was sie heute ist. Aber der Verein macht schon einen beträchtlichen Teil meines Lebens aus, und ich bin auch ein kleiner Teil der Eintracht-Geschichte geworden. Ich will mich aber auch nicht überschätzen. Durch die mediale Präsenz heutzutage ist mein Wirken aber wahrscheinlich stärker öffentlich wahrnehmbar, als es bei meinen Vorgängern in den 1930er, 50er oder 60er Jahren der Fall war.

          Hat der Posten Sie verändert?

          Zweifelsohne.

          Inwiefern?

          Privat hat sich durch meinen neuen Posten einiges verändert. Das konnte ich vorher nicht erahnen. Schließlich gibt es in der Buchhandlung kein Werk mit dem Titel „Wie geht eine Präsidentschaft bei der Eintracht?“ zu kaufen. Mit solch einem Posten kann es schon passieren, dass man sein soziales Umfeld verliert, ob man will oder nicht. Mir sind im Laufe der Zeit einige Freunde abhanden gekommen, die ich niemals verlieren wollte.

          Aufgrund der Vielzahl der Termine?

          Ja, auch. Mir wurde nachgesagt, ich sei arrogant – und mit diesem Attribut trifft man mich am meisten. Menschen können behaupten, ich sei doof, überfordert oder der falsche Mann auf dieser Position. Damit kann ich umgehen, aber nicht mit Arroganz. Manche glaubten, ich wäre durch das Amt arrogant geworden, weil ich wegen meiner Verpflichtungen oder Terminüberschneidungen nicht auf ihren Geburtstag gehen oder sonstige Einladungen annehmen konnte.

          Werden Sie als Star in der Stadt wahrgenommen?

          Nein. Es gibt natürlich zahlreiche, spannende Begegnungen, die ausgesprochen angenehm sind. Das ist doch auch das Schöne, das mir Kraft gibt und mich antreibt. Aber ich trenne ganz strikt eines: das Amt von meiner Person. Das habe ich über die Jahre lernen müssen. Denn die Vereinnahmung kann auch unangenehme Dimensionen erreichen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich auf Menschen treffe, die dann sagen: „Das wollte ich Ihnen immer schon mal sagen. Jetzt hören Sie mir mal gut zu!“

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