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Eintracht gegen FSV Das Derby - kein Kassenschlager

16.02.2012 ·  Für das Zweitligaduell zwischen der Eintracht und dem FSV werden in der Frankfurter Arena rund 40.000 Fans erwartet.

Von Josef Schmitt und Ralf Weitbrecht
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Der Zuspruch hält sich in Grenzen. Bislang nämlich sind für das Zweitliga-Derby zwischen der Frankfurter Eintracht und dem FSV an diesem Samstag (13 Uhr) erst 38.000 Karten verkauft worden. Vor einem halben Jahr noch, als sich die beiden Stadtrivalen erstmals nach fast fünfzig Jahren in einem Pflichtspiel gegenüberstanden, war die Frankfurter Arena mit 50.250 Zuschauern nahezu ausverkauft.

Das Interesse jetzt ist gesunken; dabei ist der sportliche Reiz durch den Saisonverlauf deutlich höher geworden. Dass die Eintracht bislang „nur“ 38.000 Tickets veräußert hat, liegt auch daran, dass der FSV aus dem ihm zur Verfügung stehenden Kontingent von 5000 Karten lediglich 900 verkauft hat. Mehr als 40.000 Zuschauer werden es also nicht werden. Das ist aber immer noch eine großartige Kulisse für ein Spiel des Tabellendritten der zweiten Liga gegen den Viertletzten. Dabei ist die Bedeutung des 174. Derbys für Auf- und Abstiegskampf ziemlich hoch. Dem wird auch der Deutsche Fußball-Bund gerecht, der seine Spitzenkraft, den international pfeifenden Schiedsrichter Wolfgang Stark, mit der Spielleitung beauftragt hat. Die Partie in Düsseldorf, das unglückliche 1:1 bei der Fortuna, haben sie bei der Eintracht komplett abgehakt. Trainer Armin Veh hat sogar auf eine Analyse verzichtet. Der 51 Jahre alte Fußballlehrer setzt darauf, dass das Negativerlebnis in letzter Minute ganz automatisch zu einer Gegenreaktion führen wird. „Ich hatte vor einiger Zeit davon gesprochen, dass mir hier alles zu lasch ist“, sagte er am Donnerstag. „Vielleicht tragen die Vorkommnisse von Düsseldorf dazu bei, dass jetzt alle noch enger zusammenrücken.“ Die Fans im Stadion und an den Fernsehschirmen hätten gespürt, dass alle in der Mannschaft unbedingt aufsteigen wollen. Veh: „Das schweißt zusammen.“

Disziplin und Ordnung deutlich verbessert

Natürlich wird die Eintracht gegen den FSV als Favorit in die Partie gehen, auch wenn sie sich in dieser Rolle diesmal nicht wohl fühlt. „Das wird eine ganz schwierige Aufgabe, ein enges Spiel“, mutmaßte Veh. „Wir müssen vieles abrufen, um zu gewinnen.“ So leicht wie in der Hinserie, als die Eintracht trotz einer nicht wirklich überzeugenden Leistung leicht und locker 4:0 gewann, wird es sicher nicht. Im Rückblick ordnete Veh dieses Resultat auch eher vorsichtig ein. „Schon da hatten wir Schwierigkeiten, haben aber im richtigen Moment die Tore geschossen.“ Dies soll seiner Mannschaft auch diesmal wieder gelingen. Denkbar, dass Mohamadou Idrissou, der beste Stürmer des Aufstiegsaspiranten, zum ersten Mal im neuen Jahr von Beginn an spielen wird. Trainer Veh denkt darüber nach, „auch wenn ich mit Jimmy Hoffer zuletzt zufrieden war“. Wie sich der Eintracht-Coach letztlich entscheidet, wird sich erst am Samstag weisen. Wie schon in der Vorwoche gegen Düsseldorf findet die finale Übungseinheit an diesem Freitagnachmittag gleichfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bei der Eintracht wird fest mit einer Systemänderung beim Nachbarn aus Bornheim gerechnet, der unter dem neuen Trainer Benno Möhlmann zu einer neuen Angriffsstärke gefunden hat. Chadli Amri und Ilian Micanski hätten die Mannschaft deutlich verstärkt, sagte Veh. „Die Neuzugänge tun ihnen gut, da hatten sie ein glückliches Händchen.“ Dem 4-4-2 des FSV will die Eintracht wie schon am Montag in Düsseldorf gegen die Fortuna mit großer Defensivdisziplin begegnen. Sein Kollege Möhlmann habe „immer Ordnung in seiner Mannschaft“, sagte Veh. „Aber der FSV war natürlich auch unter Hans-Jürgen Boysen geordnet.“

Auch bei der Eintracht haben sich Disziplin und Ordnung deutlich verbessert. Was auch mit dem starken Neuzugang Heiko Butscher sowie der Formsteigerung von Innenverteidiger Gordon Schildenfeld zu tun hat. Linksverteidiger Butscher sei seiner Rolle als „Führungsspieler“ bisher gerecht geworden, sagte Veh, und Schildenfeld habe sich in vielen Bereichen verbessert. Der Kroate, gerade wieder in das Aufgebot der Nationalmannschaft berufen, würde mehr reden, was ein Fortschritt sei. „Ich habe ihm gesagt, er muss die anderen auch verbal führen“, sagte Veh. „Dies hat er geändert - und das ist gut für uns.“ Allerdings ist sich der Eintracht-Coach nicht sicher, ob der Kroate auch wirklich spielen wird: Seine Frau erwartet in diesen Tagen ein Kind. „Bei der Geburt will ich dabei sein“, bekräftigte der werdende Vater.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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