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Eintracht gegen Dortmund Bewährung gegen den großen Bruder

Frankfurt gegen Meister Dortmund - das war in der Hinserie ein Spektakel. Beim BVB erwartet die Eintracht wieder einen Gegner, der Trainer Veh ins Schwärmen bringt.

© dapd Vergrößern Volltreffer: An einem rauschenden Fußballabend erzielt auch Eintracht-Verteidiger Anderson ein Tor beim 3:3 gegen Dortmund.

Keine Kompromisse. „Ich würde doch unglaubwürdig werden, wenn ich jetzt etwas anderes sagen würden.“ Also alles wie gehabt. Armin Veh will erst die magischen vierzig Punkte holen. Und dann? „Wenn wir das in Dortmund schaffen sollten, werde ich in den Urlaub fahren.“ Es stimmt schon: Die Frankfurter Eintracht und ihr Trainer können an diesem Samstag (Anpfiff 18.30 Uhr) tatsächlich die selbstgesteckte Marke knacken und eine Punktlandung schaffen. Dafür aber bedarf es eines Sieges - bei Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund. Jene Mannschaft, die für Veh Vorbildcharakter hat. „Jürgen Klopp, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke machen einen tollen Job“, sagt der Eintracht-Coach. „Die haben Ahnung vom Fußball. In der Bundesliga gibt es zwei überragende Mannschaften, Borussia Dortmund und Bayern München. Dass ich ein Fan der Dortmunder Spielweise bin, ist ja bekannt. Der BVB ist sozusagen der ganz, ganz große Bruder von uns.“

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Ein Spiel auf Augenhöhe - das wäre ganz nach dem Geschmack des Frankfurter Fußballlehrers. Ein Spiel wie in der Hinrunde beispielsweise, als die neunzig kurzweiligen Minuten in einem Spektakel gipfelten. 3:3 hieß es in dieser mitreißenden Partie an jenem denkwürdigen 25. September, und es war ein Akt der Selbstverständlichkeit, dass sich die Zuschauer nach dem letzten Pfiff des Abends von ihren Plätzen erhoben und allen Akteuren stehend dargebrachte Ovationen erwiesen. Sebastian Rode sagte damals: „Es ist schwer, für dieses Spiel Worte zu finden.“

„Wir müssen uns nicht verstecken“

Seit dieser Begegnung am fünften Hinrundenspieltag sind einige Monate ins Land gezogen, und das Erstaunliche ist: Die Frankfurter Eintracht gehört immer noch zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Als Tabellenvierter ist Vehs Mannschaft am Freitag nach Westfalen gefahren. Und nicht schlechter als als Tabellenvierter wird sie das größte deutsche Fußballstadion auch wieder gen Heimat verlassen. Sogar mehr ist möglich in der herausragenden Partie des 22. Spieltags. Doch daran verschwendet Veh keinen Gedanken. „Die Borussia ist eine Topmannschaft“, schwärmt der Eintracht-Coach. „Trotzdem werden wir uns nicht verstecken. Wir wollen so auftreten, dass wir uns ein paar Torchancen herausspielen.“

Und dann hoffen, dass Srdjan Lakic oder Alexander Meier wieder einen guten Tag erwischen und für die Eintracht treffen. Der Zeitpunkt des Spiels ist nicht der glücklichste. „Hoffentlich müssen wir nicht für die Niederlage der Dortmunder gegen Hamburg büßen“, sagt Veh. Vor einer Woche, beim überraschenden 1:4 gegen die wie entfesselt aufspielenden Hanseaten, erlebten die Borussen einen schwarzen Samstag. Doch schon am Mittwoch zeigten die Profis von Trainer Jürgen Klopp, was sie zu leisten imstande sind. Das 2:2 bei Schachtjor Donezk im Achtelfinale der Champions League war mehr als verdient.

„Donezk hat schon hohes europäisches Niveau“, sagt Fernsehbetrachter Veh. „Aber die Borussia war besser.“ Dass Robert Lewandowski noch in der Bundesliga gesperrt ist, kann für die Eintracht von Vorteil sein. „Muss es aber nicht“, sagt Veh, der wohl davon ausgehen kann, dass Marco Reus den stürmischen Part des zuschauenden Polen übernimmt. „Sie haben aber auch ein torgefährliches Mittelfeld, und selbst ein Außenverteidiger wie Piszczek taucht plötzlich vor dem Tor auf.“

Spiel am Samstag ausverkauft

Natürlich wird das Spiel an diesem Samstagabend ausverkauft sein. 80.000 Zuschauer wollen sich im Westfalenstadion den Vergleich zwischen dem Tabellenzweiten und dem Rangvierten anschauen, unter ihnen auch 6200 Eintracht-Fans. Angesprochen auf die sogenannte „gelbe Wand“, gebildet von 25.000 Borussia-Anhängern, sagt Veh zunächst, „dass der Anblick faszinierend und beeindruckend ist“. An große Zuschauermengen aber sei der Eintracht-Trainer gewöhnt. „Wir sind doch selbst ein Zuschauermagnet. Ich kenne kaum einen anderen Klub in der Bundesliga, der so viele Fans zu Auswärtsspielen mitbringt wie wir.“

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Denkbar, dass Veh in der Vorbereitung auf das Spitzenspiel noch einmal ein Kurzvideo vom Hinrundenspektakel zeigt. Von jenen neunzig atemraubenden Minuten, als Dortmund schon früh durch die Tore von Lukas Piszczek (24. Minute) und Marco Reus (28.), dessen Schuss vom Frankfurter Verteidiger Bamba Anderson ins Tor abgefälscht wurde, in Führung gegangen war. Von da an sah es sogar so aus, als sollte die Eintracht einbrechen. Doch es folgte die unwahrscheinlichste zweite Halbzeit, die vorstellbar war, denn die Eintracht schien am Boden, gescheitert an einem viel zu guten Gegner. Die noch folgenden Tore machten aus einem ohnehin schon guten Spiel eine Attraktion. Stefan Aigner schloss einen Konter zum 1:2 ab (49.), Takashi Inui köpfte das 2:2 (51.), Mario Götze nutzte schließlich einen schlimmen Fehler von Anderson zum 3:2 für Dortmund (54.). Die finale Pointe folgte, als Anderson selbst per Kopfball für den Endstand sorgte (73.). Rode, der heute wegen seines gebrochenen kleinen Fingers mit einer Manschette spielt, hatte recht: ohne Worte, dieses Spiel.

Quelle: F.A.Z.

 
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