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Eintracht Frankfurt „Wir sind die Aufsteiger“

 ·  Das zweite Überraschungsteam der Bundesliga, der SC Freiburg, genießt den Respekt des Frankfurter Trainers Veh. Macht Torhüter Nikolov noch eine Saison weiter?

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Armin Veh stand am Mittelkreis mit seiner Elf zusammen und schob vor seinen Füßen rote Hütchen hin und her. Im dichten Schneetreiben versuchte der Trainer der Eintracht beim Training am Dienstag den Spielern die Taktik für das Auswärtsspiel an diesem Freitag beim SC Freiburg näherzubringen. „Ich habe ihnen kurz ein paar Aufgaben erläutert“, begründete Veh sein Hütchenspiel. Vieles deutet darauf hin, dass es diesmal nicht nur unvermeidliche Änderungen beim spielenden Personal geben wird, weil ja Takashi Inui wegen einer Sperre und Srdjan Lakic wegen einer Rückenverletzung nicht spielen können - sondern auch taktische Veränderungen.

Zuletzt hatten es Klubs wie der 1. FC Nürnberg beim 1:1 in Frankfurt oder auch Borussia Dortmund beim 0:3 am vergangenen Wochenende geschafft, mit besonderem Druck auf die Schwungräder Sebastian Rode und Pirmin Schwegler das Spiel der Frankfurter teilweise lahm zu legen. Natürlich habe sich die Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga auf die Eintracht eingestellt und eine Taktik entwickelt, das Offensivspiel zu stören, räumt Veh ein. Nun will er sich etwas einfallen lassen, quasi ein Gegenmittel gegen das Gegenmittel. „Wir können ja auch etwas ändern“, sagt er, wissend, dass das Spiel in Freiburg in jeder Beziehung eine Herausforderung werden wird. Veh schätzt nicht nur die Arbeit des Kollegen Christian Streich, sondern auch dessen Persönlichkeit. Bei den Treffen der Bundesligatrainer habe man sich fast ein wenig angefreundet. „Er macht das richtig gut mit seiner Mannschaft“, sagt Veh, Streich verstehe „viel vom Fußball“. Zudem sei er ein netter Gesprächspartner.

Zweiter Torhüter soll weiter Oka Nikolov bleiben

Hochachtung vor dem Coach also, der mit seiner Mannschaft neben den Frankfurtern die Überraschung in dieser Saison ist. Hochachtung auch vor den vielen jungen Spielern. Einige Profis des SC Freiburg hätten das Zeug, in noch besseren Mannschaften zu spielen, glaubt Veh, nannte als Beispiele Cedrick Makiadi und Johannes Flum, die eine gute Entwicklung genommen hätten. Obwohl die Eintracht noch mit drei Punkten mehr in das Spiel gehe, sei sie keinesfalls der Favorit: „Wir sind die Aufsteiger, nicht Freiburg“, erinnert Veh. Die Freiburger würden versuchen, den Gegner früh unter Druck zu setzen, ganz so, wie es auch die Taktik der Eintracht ist. Von den Grundsätzen des eigenen Spiels will der Frankfurter Trainer keinesfalls abweichen. Die Marschroute bleibe offensiv, auch und gerade in Freiburg. „Wir müssen nichts am Spiel ändern“, sagt er, „wir müssen nur anders handeln als zuletzt in Dortmund.“ Zu viele falsche Entscheidungen hätten seine Profis in der Begegnung beim deutschen Meister getroffen, zu viele Fehlpässe seien ihnen unterlaufen. Grundsätzliche Probleme sieht Veh freilich nicht, auch nicht bei Rode, der im neuen Jahr noch nicht wieder an die überragende Form aus dem alten anknüpfen konnte. „Ich kann keinen signifikanten Leistungsabfall erkennen“, nimmt der Trainer den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler in Schutz, „es sind nur ein paar Nuancen, die nicht funktionieren.“ Dies beunruhige ihn nicht. „Das kriegt er wieder hin“, sagt Veh voller Überzeugung.

Bei der Übungseinheit am Vormittag fehlten neben den verletzten Spielern Lakic und Martin Amedick außerdem der privat verhinderte Constant Djakpa sowie Aykut Özer. Der Torhüter ist derzeit an die U23 abgestellt, soll dort die für ihn notwendige Spielpraxis sammeln. Pech für Özer, dass die jüngste Begegnung der U23 in der Regionalliga in Hoffenheim ausgefallen ist. Vom zwanzig Jahre alten türkischen Juniorennationalspieler hält Veh allerhand, gerade deshalb aber gibt es interne Überlegungen, ihn in der kommenden Spielzeit an einen anderen Klub auszuleihen. Vehs Vorschlag: Die Eintracht könne den Vertrag verlängern, den Spieler dann für eine Saison in die zweite oder dritte Liga abgeben. Zweiter Torhüter soll weiter Oka Nikolov bleiben. „Ich kann mit gut vorstellen, dass wir mit Oka weitermachen, wenn er selbst dazu bereit ist“, sagt Veh. Die Ruhe und Ausgeglichenheit des bald Neununddreißigjährigen würden auch Stammtorwart Kevin Trapp „weiterhelfen“.

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