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Eintracht Frankfurt Verstärkung für Veh: Lakic beißt an

Ein Wochenende nach Maß für die Eintracht: Dem 2:1 gegen die TSG Hoffenheim und der klaren Positionierung friedlicher Fans folgt die Verpflichtung des Wolfsburger Stürmers.

© dpa Gute Stimmung: Die Eintracht beim Sieg gegen Hoffenheim.

Die Empfehlung von Finanzvorstand Axel Hellmann ist auf fruchtbaren Boden gefallen. „Es liegt an Bruno Hübner, den Deckel drauf zu machen.“ Hübner wird es an diesem Montag tun. Dann kommt Srdjan Lakic nach Frankfurt, um den obligatorischen Medizincheck zu absolvieren. Und dann kann Hübner, der Sportdirektor der Eintracht, endlich einen Schlussstrich unter die wochenlangen Bemühungen ziehen, einen dringend benötigten Stürmer zu verpflichten. Schon am Samstag, nach dem befreiend wirkenden 2:1-Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten TSG Hoffenheim, verbreitete Hellmann große Zuversicht. „Der Transfer ist finanziell darstellbar.“ Benjamin Köhler nach Kaiserslautern, Rob Friend nach München, Dorge Kouemaha nach Gaziantep, Vadim Demidov nach Vigo: Die regen Transfer- und Ausleihgeschäfte der vergangenen Tage haben Spielraum für Lakic geschaffen. Zudem ist zu hören, dass der 29 Jahre alte Kroate bereit sein soll, auf einen beträchtlichen Anteil seines Wolfsburger Millionensalärs zu verzichten. Nur so war es der Eintracht überhaupt möglich, Lakic von den „Wölfen“ für die kommenden eineinhalb Jahre bis zum 30. Juni 2014 auszuleihen. Ob mit ihm nun alles besser wird?

Ralf Weitbrecht Folgen:

Die Partie gegen Hoffenheim hat abermals gezeigt, dass die Eintracht dringend einen neuen Stürmer braucht. Weder Karim Matmour noch der eingewechselte Olivier Occean waren den Frankfurtern eine Hilfe. Wieder einmal waren es also zwei Mittelfeldspieler, die auf der Höhe der Zeit waren und die Treffer erzielten. Martin Lanig mit einem Heber (35.), Stefan Aigner mit einem Sohlenstupser (67.) - zwei Momente, in denen der umherirrende Hoffenheimer Torwart Tim Wiese Pate stand, genügten der Eintracht, um die Kraichgauer auf Distanz zu halten. Verständlich, dass Chefcoach Armin Veh „einfach nur happy“ war. Gemeinsam mit seinen Trainerkollegen konnte er noch am Samstag in der Kabine Korrekturen vornehmen. Jetzt sind es nur noch sieben statt zuvor zehn Punkte, die Veh zur Glückseligkeit fehlen. Sieben Punkte, dick und fett auf einem Plakat aufgeschrieben, um das angestrebte Klassenziel Klassenverbleib auch rechnerisch geschafft zu haben. Dass es die Eintracht erreichen wird, steht außer Frage. Zwischen den weiterhin auf Tabellenposition vier notierten Frankfurtern und den auf den vorletzten Rang abgerutschten Hoffenheimern liegen erstaunliche zwanzig Punkte. Was kann, was soll da noch schiefgehen?

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Der Wunschtransfer

Nach dem Blackout von Leverkusen, wo Chaoten aus dem Frankfurter Fanblock eine Spielunterbrechung provoziert hatten, hat die Eintracht also zur rechten Zeit das rechte Signal gesetzt. Parallel zum sportlich erkämpften Sieg gegen Hoffenheim zeigten umsichtige Zuschauer auf eindeutigen Spruchbändern („Keine Macht den Idioten“, „Pyromanen aussortieren“), was sie von den Radaubrüdern halten. Die Eintracht, so die Auskunft des auch für Fanbelange zuständigen Vorstandsmitglieds Hellmann, will mit aller Härte und Unnachgiebigkeit gegen die Straftäter vorgehen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Handfestes zu präsentieren“, sagte Hellmann am Rande des Heimsiegs gegen Hoffenheim. „Die Staatsanwaltschaft Köln hat das in ihren Händen. Führend und ein starker Treiber ist die Leverkusener Polizei.“ Die Eintracht hat ein großes Interesse, die Schuldigen zu finden „und diejenigen zu identifizieren, hinter denen sie sich verstecken. Wir können und wir wollen ein Signal setzen“, sagte Hellmann. „Uns ist es ernst mit der Verfolgung der Täter. Wenn wir die Namen haben, kommen sie auf den Tisch.“ Eine erste Erfolgsnachricht konnte Hellmann am Sonntagabend verkünden. „Ein Täter hat sich reumütig gestellt.“

Auf der Suche nach einem neuen Stürmer war der Name Lakic schon lange im Gespräch. Eintracht-Trainer Veh hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, den Kroaten zu holen - „wenn der Transfer finanziell darstellbar ist. Wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Ich will nicht, dass der Verein in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt“. Jetzt aber, nach dem Weggang von vier Profis, sind die Möglichkeiten gegeben, den Wunschtransfer des Trainers zu verwirklichen. „Lakic ist ein kopfballstarker Stürmer, der Tore schießen kann.“ Zuletzt hat er dies vor einer kleinen Ewigkeit gezeigt. Die nächste Gelegenheit, endlich wieder auf der Bühne Bundesliga Zeichen zu setzen, bietet ihm nun sein neuer Klub. Am Samstag spielt die Eintracht im hohen Norden beim Hamburger SV.

Quelle: F.A.Z.

 
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