Auf nach Windischgarsten. Windischgarsten? „Da wollte ich überhaupt nicht hin“, sagte am Donnerstag Armin Veh. „Ich wollte ja gar nicht weitermachen. Es war nicht geplant, dass ich dann noch Trainer bei der Eintracht bin.“ Nun, die sportlichen Ereignisse haben es möglich gemacht, dass der Fußballlehrer Veh doch seinen Jahresvertrag verlängert und sich mit dem Aufstieg in die Bundesliga einen Nachschlag geholt hat.
„In Windischgarsten bin ich noch nie gewesen. Darum haben sich andere Leute bei der Eintracht gekümmert, weil ja nicht abzusehen war, dass ich bleiben würde“, sagte Veh. „Aber es passt schon.“ Von diesem Freitag an wird die kleine Marktgemeinde in Oberösterreich für eine Woche zur Heimat auf Zeit für den Bundesliga-Rückkehrer Eintracht. Sieben Tage lang Sommertrainingslager. 26 Spieler werden sich an diesem Freitag um neun Uhr mit dem Bus über die Autobahn auf den Weg ins Nachbarland machen.
Kondition und Zusammenhalt alter und neuer Spieler
Mit an Bord: Pirmin Schwegler. Der Kapitän der Eintracht ist nach geglückter Leistenoperation zwar noch nicht in der Lage, gemeinsam mit alten und neuen Kollegen Fußball zu spielen. Doch weil in Windischgarsten nicht nur an der Kondition gearbeitet wird, sondern auch der mannschaftliche Zusammenhalt gefördert werden soll, ist die Anwesenheit des Schweizers mehr als erwünscht. Auch Gordon Schildenfeld wird nach Österreich kommen, allerdings erst am Sonntag. Wegen seiner Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft bekam der kroatische Nationalspieler noch ein paar Tage Urlaub extra.
Überhaupt nicht erwartet wird Georgios Tzavellas. „Er kommt nicht ins Trainingslager, weil er mit Griechenland noch ein Spiel länger bei der Euro gewesen ist“, sagte Veh. Auch nach der Rückkehr aus den Bergen rechnet der Eintracht-Trainer nicht mehr mit dem linken Außenverteidiger: „Er wird zu den Amateuren gehen“, bestätigte der 51 Jahre alte Coach. Dass Tzavellas zukünftig keine Rolle mehr bei der erstklassigen Eintracht spielt, ist bekannt. Sportdirektor Bruno Hübner erhielt von Veh schon vor Wochen entsprechende Signale, nach möglichen Interessenten für Tzavellas Ausschau zu halten.
„Jetzt sind wir schon fast komplett“
Auch Rob Friend darf sich danach nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. Allein: Weder der Grieche noch der Kanadier sind bisher fündig geworden. Und so wird zumindest Stürmer Friend mit zur Frankfurter Reisegesellschaft gehören. Vorausgesetzt, er hat bis dahin seine Unpässlichkeit überwunden, die ihn seit zwei Tagen vom Training fernhält.
Für die bevorstehende Woche in Windischgarsten sieht Veh seinen Kader gut aufgestellt. „Drei Leute fehlen noch bis zum Bundesligastart. Aber die kriegen wir“, sagte der Eintracht-Trainer. Vor genau einem Jahr, als Veh seinen Dienst antrat, standen überhaupt nur wenige Spieler unter Vertrag. „Jetzt sind wir schon fast komplett.“ Und augenscheinlich in schon guter körperlicher Verfassung.
Gute Werte bei den Laktattests
Von den Ergebnissen des am Mittwoch vorgenommenen Laktattests jedenfalls ist Veh ganz angetan. „Alles gute Werte“, bestätigte er. „2011 war das noch ganz schlecht.“ Sowohl seine schon bekannten Spieler als auch die Zugänge wie Stefano Celozzi, Takashi Inui und Stefan Aigner befänden sich nach den vorliegenden Laktatwerten in einem guten Zustand. Die Tage in Windischgarsten werden zeigen, wie fit die Eintracht als Ganzes ist.