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Eintracht Frankfurt „Temporär erschöpft“: Auszeit für Amedick

 ·  Der Verteidiger der Frankfurter Eintracht hat sich wegen eines „temporären Erschöpfungssyndroms“ in Behandlung begeben. Die Dauer der Therapie ist ungewiss.

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Das Geheimnis um den erkrankten Martin Amedick ist gelüftet. Der Fußballprofi selbst hat am Mittwoch die Sportliche Leitung der Frankfurter Eintracht darüber informiert, dass er sich aufgrund eines „temporären Erschöpfungssyndroms“ in fachärztliche Behandlung begeben hat. „Aus diesem Grund“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesliga-Rückkehrers, „wird Martin Amedick bis auf weiteres nicht am Trainingsbetrieb der Lizenzspielermannschaft teilnehmen, um sich voll auf die anstehende Therapie konzentrieren zu können“. Von Vereinsseite äußerte sich Sportdirektor Bruno Hübner über den krankheitsbedingten Ausfall des 29 Jahre alten Innenverteidigers: „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Gesundheit unserer Spieler bewusst und werden Martin Amedick nach Kräften unterstützen.“ Wie lange Amedick der Eintracht fehlen wird und ob er überhaupt wieder unter erstklassigen Bedingungen Fußball spielen kann, ist ungewiss. „Über die Dauer der notwendigen Behandlung kann derzeit noch keine Prognose abgegeben werden. Hierzu muss der weitere Behandlungsverlauf abgewartet werden“, heißt es in der am frühen Nachmittag verschickten Presseerklärung.

Martin Amedick und die Eintracht - eigentlich sollte alles ganz anders laufen. Doch der im Winter vom 1. FC Kaiserslautern nach Frankfurt gewechselte Verteidiger konnte sich nie einen Stammplatz erkämpfen. Dabei verbreitete er bei seiner Präsentation am 1. Februar von Beginn an große Zuversicht. „Dreimal schon bin ich aufgestiegen“, sagte er. Manager Hübner hatte bereits länger ein Auge auf den langen Blonden geworfen und ihn gerne im vergangenen Sommer vom Betzenberg zur Eintracht geholt. Sechs Monate später war es dann soweit. „Ich bin hier bei einem Riesenverein mit tollen Strukturen“, sagte Amedick - und strahlte. Als er gefragt wurde, ob er sich als einer der sogenannten „Führungsspieler“ sehe, erwiderte der einstige Kapitän des FCK: „Das ist doch nur ein Schlagwort. So etwas entwickelt sich. Ich will dafür mit Spaß und Leidenschaft antreten.“

Im ersten Spiel eine schwache Leistung

Ausgestattet mit einem auf zweieinhalb Jahre angelegten Profivertrag, bezeichnete Amedick seine neue Zeit in Frankfurt als „Projekt. Ich habe ein neues gebraucht.“ Die sofortige Rückkehr der Eintracht in die Bundesliga stand für ihn außer Frage, denn: „Das Aufstiegs-Gen steckt in mir.“

Weniger aber wohl das Kämpfer- und Glücks-Gen. Schon in seinem ersten Pflichtspiel für seinen neuen Klub zeigte Amedick eine schwache Leistung. Kaum etwas wollte dem Innenverteidiger gelingen. Schlimmer noch: Zu den wenig erbaulichen Darbietungen auf dem Platz kamen weitere Rückschläge hinzu. Erst zog er sich eine Zerrung zu, die ihn daran hinderte, in der zweiten Woche seines Wirkens für die Eintracht möglicherweise auch beim Topspiel in Düsseldorf am Ball zu sein. Zudem riss ihm Ende März eine Muskelfaser. Amedicks sportlich ernüchternde Bilanz nach einer Halbserie: zwei Einsätze.

Der Kapitän hält sich noch zurück

Dass die Eintracht Amedick in der momentan schweren Lage nach Kräften unterstützt, ist selbstverständlich. Andererseits stand schon vor der Publikmachung des „temporären Erschöpfungssyndroms“ fest, dass man nach weiteren Innenverteidigern Ausschau hält. Trainer Armin Veh möchte lieber heute als morgen zwei vielversprechende Neuzugänge in seinem Kader wissen. In welcher Verfassung sich seine Spieler nach sieben Wochen Urlaub befinden, darüber wird auch der Laktattest Aufschluss geben, den die Frankfurter Fußballprofis am Mittwoch morgen absolvieren mussten. An altbekannter Stätte im Osten der Stadt fand sich der Kader am Riederwald ein, um im Leistungszentrum des Muttervereins unter Anleitung von Konditionstrainer Christian Kolodziej in verschiedenen Geschwindigkeiten um das Stadionoval zu laufen. In Zweierschritten von sechs bis 18 Kilometern pro Stunde: Die Vorgabe war eindeutig - und es gab Gutes zu sehen. Anders als in den Vorjahren fiel keiner der Spieler ab. Caio ist nicht mehr bei der Eintracht, und die, die aktuell ihr Geld mit dem Fußball verdienen, befinden sich augenscheinlich in einer ansprechenden Verfassung. Mehr noch: Es gab sogar ein paar Freiwillige, die über das verlangte Maß hinaus Runden drehten. So zeigten die drei Neuzugänge Takashi Inui, Stefano Celozzi und Stefan Aigner Steherqualitäten. Zudem gehört der rechte Stammverteidiger Sebastian Jung zum Kreis derjenigen, die wohl besonders gut durch den langen Urlaub gekommen sind.

Auch Pirmin Schwegler zeigte sich in Laufschuhen. Allerdings hielt sich der vor einigen Wochen an der Leiste operierte Kapitän noch zurück. Für den Schweizer hieß es: Laktattest light. In zwei Wochen, so seine Einschätzung, „will ich wieder am Ball sein“. Derartiges lässt sich über Martin Amedick vermutlich nicht sagen.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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