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Eintracht Frankfurt Schwegler und Jung lassen Veh zittern

Der Eintracht-Kapitän und der Verteidiger fallen womöglich für das Heimspiel gegen Hoffenheim aus - zwei Spieler also, die für den Trainer eigentlich nicht zu ersetzen sind.

© REUTERS Vergrößern Nach dem Tiefschlag von Leverkusen: Falls Schwegler (links) und Jung (rechts) gegen Hoffenheim wirklich ausfallen, ruhen viele Hoffnungen auf Meier.

Angesteckt hat er sich nicht, aber erwischt hat es ihn schon. Nun ist es Pirmin Schwegler, der unter Fieber leidet und keinen Fußball spielen kann. Ob es der Kapitän der Frankfurter Eintracht auch an diesem Samstag nicht kann, wird sich kurzfristig entscheiden. „Wir müssen abwarten“, sagte Armin Veh. Der Trainer des Tabellenvierten hat aber noch andere personelle Sorgen vor dem ersten Rückrundenheimspiel gegen Hoffenheim (Anpfiff 15.30 Uhr). Weil nämlich auch Sebastian Jung in den vergangenen Tagen krankheitsbedingt kürzertreten musste, weiß Veh nicht, ob der Rechtsverteidiger wieder auf der Höhe seiner Schaffenskraft ist. Am Freitag, bei der letzten Übungseinheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit, startete Jung einen Trainingsversuch. Die Eintracht womöglich ohne Jung und Schwegler gegen Hoffenheim?

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Eigentlich kaum vorstellbar - doch eben realistisch, dass zumindest Schwegler ausfällt. Jener Mann also, der das Spiel der Frankfurter ankurbelt und über den nahezu alles läuft. Den Schweizer eins zu eins durch beispielsweise Martin Lanig zu ersetzen, ist für Veh kaum eine Alternative. „Martin ist sogar zehn Tage krank gewesen“, sagte der Coach. „Für meine Planungen ist es nicht einfach, falls Jung und Schwegler ausfallen. Denn die können wir nicht ersetzen.“ Und so zieht Veh in Erwägung, im Duell gegen die Millionen-Mannschaft aus dem Kraichgau „vielleicht taktisch etwas anders zu machen und nicht immer nur das, was man einstudiert hat“. Zwei Ballverteiler vor der Viererabwehrkette, davor drei Mittelfeldspieler - dieses Modell steht gegen Hoffenheim womöglich vor einer Zäsur. Auch die Sturmfrage hat Veh noch nicht entschieden. „Karim oder Ollie, einer wird es werden.“ Matmour oder Occéan also. Beide sind der Eintracht in den vergangenen Wochen keine großartige Hilfe gewesen, und auch am vergangenen Samstag, bei der 1:3-Niederlage in Leverkusen, vermochten weder der Algerier Matmour noch der später eingewechselte Kanadier Occéan für den entscheidenden Kick zu sorgen.

„Ein Duell auf Augenhöhe“

Die Eintracht gegen Hoffenheim. Für Veh ist das „vom Kader her ein Duell auf Augenhöhe“. Die Mannschaft des neuen Trainers Marco Kurz, aktuell auf dem Relegationsplatz sechzehn mit nur dreizehn Punkten geführt, ist „wesentlich besser, als sie tabellarisch steht. Die haben sich ganz andere Ziele gesetzt.“ Europäisch denken und spielen - das ist es, was die Hoffenheimer antreibt und auf dem Spielermarkt immer wieder beherzt zugreifen lässt. So hat man sich im Winterschlussverkauf am Freitag noch schnell die Dienste des Mainzers Eugen Polanski gesichert. In Frankfurt dauert die Verpflichtung eines neuen Mannes ein bisschen länger. Da wartet Veh seit Wochen schon auf die stürmische Verstärkung, die er dringend benötigt. Formal sind es eben mit Occéan und Erwin Hoffer nur noch zwei gelernte Angreifer, die im lichter gewordenen Kader der Hessen stehen.

Dass noch ein neuer Stürmer zur Eintracht kommt, gilt für Veh als ausgemacht. „Aber gegen Hoffenheim wird er noch nicht dabei sein.“ Dabei sei Schnelligkeit im Winter Trumpf. „Zwei Spiele hat er schon verpasst, und dann weiß man nicht, wie schnell er sich integriert und zurechtfindet. Fußball hat auch etwas mit einer Wohlfühlatmosphäre zu tun. Jemanden Neues zu holen ist im Winter schwieriger als im Sommer. Da hat man in der Vorbereitungsphase acht Wochen Zeit, um jemanden zu integrieren.“

Spiel eins nach dem Auftritt der Chaoten

Schon jetzt haben sich 37000 Zuschauer, darunter 500, die mit den Hoffenheimern sympathisieren, dazu entschlossen, an diesem Samstag in den Eisschrank Commerzbank-Arena zu kommen. Fußball bei Minusgraden - man kennt das in Frankfurt. Das letzte richtig in Mark und Knochen gehende Frosterlebnis war das Spiel gegen Wolfsburg. Vor gut drei Jahren, am 19. Dezember 2009, waren die „Wölfe“ in Frankfurt. Das Wetter war zum Heulen - minus fünfzehn Grad. Gegen Hoffenheim wird es nicht so kalt sein - und hoffentlich friedlich.

Eintracht-Trainer Veh schaut gespannt auf das Spiel eins nach dem Auftritt einiger weniger zündelnder Chaoten vor einer Woche in Leverkusen. „Ich hoffe sehr, dass es jetzt einen Break gibt“, sagte der 51 Jahre alte Fußballlehrer. „Wenn der Vorfall von Leverkusen das bewirkt, dass die richtigen Fans die anderen rausholen, dann hätte es einen Sinn gehabt. All die Leute, die gerne Fußball sehen wollen und die Eintracht ohne Ende unterstützen, müssen die anderen, die nur Scheiße machen, aussortieren.“ Veh glaubt, dass der Reinigungsprozess einsetzen wird. „Ich habe das Gefühl, dass es so kommt.“

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Quelle: F.A.Z.

 
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