Mit Training im eigentlichen Sinne hat die Vorbereitung der Eintracht in den beiden Tagen zwischen dem Auswärtsspiel am Montag bei Union Berlin und dem Heimspiel am Freitag gegen den VfL Bochum (18 Uhr) nicht viel zu tun. Es ist eher eine Art Beschäftigungstherapie. Am Dienstag sind die Stammspieler nach der vierstündigen Rückfahrt per Zug aus Berlin eine wenig „ausgeradelt“ oder „ausgelaufen“, am Mittwoch haben sie sich locker warmgemacht und dann noch paar Bälle hin- und hergespielt, das war‘s. Über den körperlichen Zustand seines Fußballteams braucht sich Trainer Armin Veh schon seit einiger Zeit keine Gedanken mehr zu machen. Gerade in den jüngsten Begegnungen haben die Spieler unterstrichen, dass sie in einem konditionell guten Zustand und dementsprechend in der Lage sind, auch in der Schlussphase zuzulegen. Vor der Partie an diesem Freitag gegen Bochum, für die schon 35 000 Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt worden sind, muss sich der Trainer nun aber mit dem Ausfall eines wichtigen Spielers beschäftigen. Sebastian Rode leidet an einer Mandelentzündung, wird mit Antibiotika behandelt und wird keinesfalls eingesetzt werden können. Das Fehlen des Mittelfeldspielers sei „schade“, sagt Veh. „Er war gerade gut drauf.“ Ganz große Sorgen aber braucht sich der Frankfurter Fußballlehrer nicht zu machen, ist er doch überzeugt, dass es gerade eine der großen Stärken der Eintracht ist, Ausfälle zu kompensieren. Für Rode bieten sich Veh sogar drei Alternativen an. Karim Matmour könnte die rechte Seite in der Raute des Vierermittelfeldes einnehmen; Sonny Kittel wäre ein Kandidat, auch wenn er zuletzt meistens auf der linken Seite eingesetzt wurde. Oder auch Matthias Lehmann, der gegenüber Kittel und Matmour die etwas defensivere Variante wäre. Für welche Möglichkeit er sich entscheiden wird, wollte Veh nicht verraten. Schließlich sei das einzig Positive am Ausfall Rodes, „dass der Gegner nicht weiß, wie wir darauf reagieren“. Und so ließ der Frankfurter Trainer auch offen, ob er nur eine personelle Änderung vornehmen wird oder auch eine taktische.
Um die Sinne der Spieler für den Endspurt im allgemeinen und das nächste Heimspiel im besonderen zu schärfen, hat Veh ihnen verboten, längere Interviews zu geben. Die Konzentration soll alleine auf den sportlichen Bereich gerichtet sein. Den Spielern ist das nur recht. „Wir spüren die Euphorie“, sagt Kapitän Pirmin Schwegler. „Aber wir wissen auch, dass wir noch lange nicht durch sind.“ Gerade Schwegler lebt in diesen Tagen eine professionelle Einstellung vor. Von den Verhandlungen über seinen neuen Vertrag, die abgeschlossen sind und in Kürze zu einer Verlängerung führen werden, lässt er sich nicht ablenken. Und innerhalb der Mannschaft schärft er sein eigenes Profil. Trotz des 4:0-Erfolgs in Berlin war er nach Abpfiff mit dem Kollegen Mohamadou Idrissou verbal aneinandergeraten. Stürmer Idrissou hatte viel für die Mannschaft gearbeitet, gerade auch in der Defensive. Aus Schweglers Sicht aber hatte er damit etwas zu früh aufgehört und in der Schlussphase die Zügel ein wenig schleifen lassen. Schwegler hat das dem Mitspieler gesagt, was kurzfristig durchaus zu Irritationen geführt hatte. Die Probleme sind allerdings längst ausgeräumt.
„Aber Aigner hatte bei uns Vorrang“
Während sich Trainer und Mannschaft also auf den Endspurt fokussieren, muss der Manager die Planungen für den erhofften Aufstieg vorantreiben. Mit dem 24 Jahre alten Stefan Aigner von 1860 München wurde ja schon der erste neue Spieler verpflichtet. Hinfällig geworden ist dadurch ein Transfer von Stephan Schröck von der Spielvereinigung Greuther Fürth. Mit dem Fünfundzwanzigjährigen habe man sich „kurz befasst“, gibt Sportdirektor Bruno Hübner zu.
„Aber Aigner hatte bei uns Vorrang.“ Schröck wechselt nun zur TSG Hoffenheim. Nicht bestätigen und nicht dementieren wollte der Sportdirektor Gerüchte, die Eintracht würde sich um Torwart Heinz Müller vom FSV Mainz 05 bemühen. Der bald 34 Jahre alte Keeper, der seine Karriere einst beim FSV Frankfurt begonnen hat, wurde in dieser Saison von Christian Wetklo verdrängt und würde Mainz gerne verlassen.