10.02.2012 · Der Premiereneindruck wird noch länger haften bleiben. Martin Amedick, bei seinem Punktspieldebüt aufgefallen, wird an diesem Montag keine Kurskorrektur in eigener Sache betreiben können.
Von Ralf Weitbrecht, FrankfurtDer Premiereneindruck wird noch länger haften bleiben. Martin Amedick, bei seinem Punktspieldebüt für die Frankfurter Eintracht durch einen wechselvollen Auftritt gegen Braunschweig aufgefallen, wird an diesem Montag keine Kurskorrektur in eigener Sache betreiben können. Der Innenverteidiger fällt aus. Wenn sich der Tabellenzweite der Zweiten Fußball-Bundesliga am Sonntag auf den Weg nach Düsseldorf macht, wo tags darauf das Topspiel bei Spitzenreiter Fortuna stattfindet (20.15 Uhr), wird Amedick fehlen. „Er hat eine Zerrung“, bestätigte sein Trainer Armin Veh am Freitag. „Er steht uns nicht zur Verfügung.“
Wieder also muss der Eintracht-Coach seine Defensive umbauen. Denkbares Modell: Neuzugang Heiko Butscher rückt von der Außen- in die Innenposition, Linksverteidiger Constant Djakpa kehrt zurück. Denkbar freilich auch und ebenso wie Variante Nummer eins am sonnig-kalten Freitag während der Übungsstunde einstudiert: Der starke Butscher, beim jüngsten 2:1 der Eintracht gegen Braunschweig neben dem Doppeltorschützen Alexander Meier bester Frankfurter, bleibt als laufintensiver Spieler links außen - und der wieder genesene Bamba Anderson übernimmt seinen angestammten Platz in der Mitte. Die Probleme am Zeh jedenfalls, über die der Brasilianer in den vergangenen Tagen klagte und deshalb zum Teil nicht beim Training mitwirken konnte, sind ausgestanden. „Bei Bamba geht es wieder“, sagte der Eintracht-Coach.
Und weil es mit den Leistungsfortschritten auch bei Mohamadou Idrissou stetig vorangeht, deutet auch einiges auf einen Wechsel in der Offensive. „Mo ist zwar noch nicht bei hundert Prozent“, sagte sein Trainer und Förderer Veh. „Aber er ist ein Bulle.“ Einer, der sinnbildlich dafür steht, die Eintracht mitzureißen und der Mannschaft den Kick zu geben, der nötig sein dürfte, um bei der heimstarken Fortuna zu bestehen. Die Mannschaft von Trainer Norbert Meier hat von ihren bisherigen neun Heimprüfungen acht gewonnen und nur eine verloren - gegen das Überraschungsteam der zweiten Liga, den SC Paderborn. Bei der Eintracht ist man durchaus optimistisch, auf den Spuren der Paderborner wandeln zu können. „Wir sind sehr gut drauf“, sagte zur Einstimmung auf das Gipfeltreffen Sebastian Rode. Der Dauerläufer der Eintracht, der wie ein Terrier um jeden Ball kämpft und unter Veh seinen Stammplatz mehr als gefestigt hat, nannte am Freitag Gründe für die derzeit positive Lage. „Vor Weihnachten hatten wir einen Hänger“, sagte der Mittelfeldmann. „Aber in der Vorbereitung hat uns der Trainer wieder richtig fit gemacht.“ Rodes Ziel: „Ich will mit der Eintracht wieder hoch in die Bundesliga. Das will die Fortuna aber auch.“ Auch deshalb rechnet der 21 Jahre alte Fußballprofi damit, dass das Kopf-an-Kopf-Rennen mehr als nur eine Momentaufnahme ist. Mehr noch: Rode rechnet auch nicht damit, dass einer der anderen Aufstiegsanwärter einbricht. „Es bleibt beim Fünfkampf.“
Dass es in den Tagen vor dem Duell mit der Fortuna verbale Scharmützel gegeben hat, findet Heiko Butscher ganz normal. Trotzdem warnte er davor, die Bedeutung des Spiels überzubewerten. „Was zählt, sind die neunzig Minuten auf dem Platz. Es ist doch nur ein Fußballspiel.“ Eines, das die Eintracht keinesfalls verlieren möchte. Und deshalb ist Veh auch glücklich, einen wie Butscher mit an Bord zu haben. „Heiko Butscher ist ein guter Typ, ebenso wie Martin Amedick. Beide haben der Mannschaft ein neues Profil gegeben.“