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Kommentar : Aber wo bleibt Meier?

Derzeit eher selten auf dem Platz: Alexander Meier (rechts) - hier mit Ante Rebic nach dessen Tor zum 2:0 gegen Darmstadt im Februar Bild: Wonge Bergmann

Die Stürmer der Frankfurter Eintracht haben Ladehemmung. Da ist es eine Überraschung, dass Kovac so oft und so lange auf Alexander Meier verzichtet.

          Die Eintracht hat sich in die Länderspielpause gerettet. Das 0:0 gegen den HSV war für die Stimmung Gold wert. Nicht dass es geeignet wäre, wieder Selbstvertrauen aufzubauen, dazu lieferten die Frankfurter eine viel zu dürftige spielerische Leistung ab. Aber wenigstens durften sie nach fünf Niederlagen das Gefühl genießen, dass diesmal nicht alles gegen sie lief – so wie bei den Heimniederlagen gegen Ingolstadt und Freiburg. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte Schiedsrichter Cortus nach einer Stunde Spielzeit erkannt, dass Abraham seinen Gegenspieler Kostic gefoult hatte, und auf Elfmeter entschieden.

          So gesehen war dieses Remis schon ein Fortschritt. Aber auch in der Tabelle zählt dieser Punkt dreifach. Bei einer Niederlage hätte der Vorsprung vor dem Relegationsplatz nur noch sechs Punkte betragen, so beträgt der Puffer immer noch neun Zähler. Trainer Niko Kovac gibt zu, nach den Erlebnissen der vergangenen Wochen nur noch nach unten zu schauen. Er träumte noch nie vom Europapokal, nun tun es auch seine Spieler nicht mehr.

          Kovac hat nun knapp zwei Wochen Zeit, seine Mannschaft für den Endspurt zu rüsten. Sein Vorteil: Die Eintracht muss weniger Spieler an Nationalteams abstellen als die meisten Konkurrenten, zudem kehren viele Verletzte zurück. Sein Nachteil: Gegen die größte Schwäche seiner Mannschaft kann er kaum antrainieren – die Harmlosigkeit im Angriff. In der Jahrestabelle 2017 liegt die Eintracht mit sieben Punkten an letzter Stelle. Ingolstadt und Darmstadt kommen auf dieselbe Ausbeute. In der Torbilanz ist die Eintracht konkurrenzlos – vier Treffer in neun Bundesligaspielen übertreffen sogar die Darmstädter locker, sie haben es auf sechs Tore gebracht.

          In diesem Zusammenhang ist es eine Überraschung, dass Kovac so oft und so lange auf Alexander Meier verzichtet. Des Torjägers Erfolgsquote ist in dieser Saison zwar auch nicht aufsehenerregend, aber der 34 Jahre alte Mittelstürmer verspricht beim Torabschluss immer noch mehr Ruhe und Sicherheit als Hrgota und die anderen Frankfurter Offensivspieler. Nach Rebics Flanke in der 29. Minute hätte sich wohl jeder Eintrachtfan Meier an Hrgotas Stelle – acht Meter mittig vor dem Tor – gewünscht.

          Der Schwede schoss den Ball über das Tor, für Meier und seine rechte Innenseite des Fußes wäre der Ball ein gefundenes Fressen gewesen. Dass Kovac seinen immer noch erfolgreichsten Bundesligatorschützen erst in der 84. Minute auf das Feld schickte, war kein Beweis für Vertrauen in dessen Torriecher. Dabei wäre in diesem Spiel ein Renner weniger nicht weiter aufgefallen. Aber ein Spieler mit Übersicht und Instinkt hätte die Auseinandersetzung entscheiden können.

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