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Eintracht Frankfurt Neuer Auftrag für das „Phänomen“

Alexander Meier bringt die Eintracht-Vorderen zum Schwärmen. Nach dem 2:0 in den Play-offs zur Europa League wartet am Sonntag der Liga-Konkurrent Braunschweig.

© Jan Huebner Daumen hoch: Alexander Meier nach dem Spiel.

Sie sind mächtig stolz auf ihn. „Alex Meier ist ein Phänomen“, rief Heribert Bruchhagen den mitgereisten Journalisten in Baku zu. Zwei Aktionen, zwei Volltreffer, zwei Geniestreiche. Dass die Frankfurter Eintracht das Halbfinal-Play-off-Spiel in der Europa League beim FK Qarabag Agdam letztlich leicht und locker 2:0 gewann, war auch und vor allem Meiers Verdienst. „Er ist etwas ganz Besonderes“, lobte der Vorstandschef, der schon in früheren Tagen mehrmals eine Lanze für den verlässlichen Eintracht-Profi gebrochen hatte: „Ohne die Tore von Meier geht es nicht.“

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Am Donnerstagabend also, fern der Heimat in der Ölmetropole am Kaspischen Meer, hat der „Lange“, wie er von den Mitspielern gerufen wird, wieder zugeschlagen. Zwei lichte Momente in der 6. und 75. Minute genügten, um einen beruhigenden Vorsprung für das Rückspiel herauszuschießen. Trainer Armin Veh sieht seine Mannschaft zwar „noch nicht durch“, wie er nach der Rückkehr am Freitag in Frankfurt sagte. Doch für seinen obersten Chef ist der Fall klar. „Ich bin total glücklich. Ich freue mich für Eintracht Frankfurt, dass wir die Gruppenphase erreicht haben“, sagte der 64 Jahre alte Bruchhagen voller Überzeugung. Als der Fahrensmann und Fußball-Intimkenner nach der Partie in Baku die ungläubigen Blicke seiner Zuhörer registrierte, legte er nach: „Machen wir uns nichts vor: Da ist keine Gefahr mehr.“

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Er hat den Stammplatz sicher

Europapokal. Für die gut 600 nach Aserbaidschan mitgereisten Fans ist es ein Sehnsuchtswort. Spätestens am kommenden Donnerstag, wenn von 20.30 Uhr an das Rückspiel gegen Qarabag in der mutmaßlich mit 48000 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Arena ansteht, wird es wieder zu hören sein. Doch die Anhänger werden bis dahin nicht schweigen. Schon am Sonntag gibt es die nächste Unterstützung von den Rängen. Auswärtsspiel in Braunschweig (Anpfiff 15.30 Uhr), die Eintracht aus Hessen bei der Eintracht aus Niedersachsen. Ein gefährlicher Auftrag, findet der Frankfurter Coach Veh, der es wissen muss: „Als Aufsteiger bist du euphorisiert. Bei uns ist das damals auch so gewesen - und ist es immer noch. Wir sind immer noch heiß auf die Bundesliga.“ Tabellarisch und punktemäßig ist es für die Hessen im Vergleich zur Vorsaison bislang nicht nach Wunsch gelaufen. Wobei Veh seine ganz eigene Sicht der Dinge hat. „In Berlin haben wir verloren, und gegen die Bayern haben wir unentschieden gespielt.“ Der 52 Jahre alte Coach spielte damit auf das vermeintliche Abseitstor von - natürlich - Alexander Meier an, das von Schiedsrichter Peter Gagelmann nicht anerkannt worden ist. Beflügelt aber vom 2:0-Erfolg auf europäischer Bühne in Asien, wird der Eintracht-Trainer an diesem Samstag mit seiner Mannschaft in den Zug nach Braunschweig steigen, um bei der anderen Eintracht „etwas zu holen. Aber es wird nicht einfach werden“, sagte Veh. Ein möglicher Schlüssel zum angestrebten, punkteträchtigen Erfolgserlebnis: „Wir wollen uns nur auf uns konzentrieren, sofort ins Spiel kommen und aggressiv sein.“ Denkbar, dass Veh dafür seine Mannschaft ins Rotieren bringt. Nach dem Dienstausflug nach Baku könnte beispielsweise der gegen die Bayern als Rechtsverteidiger aufgebotene Stephan Schröck ein weiteres Mal in der Bundesliga zum Einsatz kommen. Stefano Celozzi müsste dann weichen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, aber nach derzeitigem Kenntnisstand eher unwahrscheinlich, dass Pirmin Schwegler wieder in die Startelf zurückkehrt. „Pirmin ist nicht richtig fit“, sagte der Eintracht-Trainer über seinen Kapitän. „Und ich weiß nicht, ob ich es in drei Tagen bis Braunschweig hinbekomme.“ Fit und in Schuss, das ist in Vehs Augen der letzte Neuzugang Vaclav Kadlec. „Der steht voll im Saft.“ Doch bislang ist es dem Tschechen nicht vergönnt gewesen, mit seinen neuen Spielkameraden taktische Varianten einzustudieren und sich auf das Spiel der Frankfurter einzustellen. Auch deshalb zeigte sich Veh am Freitag zögerlich, als nach Kadlecs Einsatzchancen gefragt wurde. „Ja, könnte sein.“ Auf die Nachfrage, ob es der 21 Jahre alte Stürmer zumindest in den Kader schaffe, entgegnete er: „Vielleicht.“ Kenner der Eintracht wissen, dass der Lizenzspielerkader im Vergleich zu anderen erstklassigen Rivalen eher überschaubar ist und nicht gerade überquillt. „Wenn ich ihn mitnehme, müsste ich einen anderen rausnehmen“, sagte Veh.

Seines Stammplatzes sicher kann sich Alexander Meier sein. Der stellvertretende Mannschaftsführer ist und bleibt derjenige Eintracht-Profi, „der den Unterschied machen kann“, wie sein Trainer lobte. „Er ist gerade im letzten Jahr noch besser und reifer geworden. Er ist eine Persönlichkeit.“ Zu Spielern wie Meier können die Frankfurter aufschauen. Zuletzt am Donnerstag in Baku. Und vielleicht ja auch am Sonntag in Braunschweig.

Quelle: F.A.Z.

 
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