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Eintracht Frankfurt Nachtflug: Ein Rennen gegen die Uhr

Eintracht-Trainer Veh wartet auf Abwehrchef Zambrano. Landet dessen Flug aus Caracas rechtzeitig zum Heimspiel gegen Nürnberg? Angespannte Lage auch bei der Polizei.

Ausgerechnet Carlos Zambrano. Der Abwehrchef der Frankfurter Eintracht. Um ihn sorgt sich Trainer Armin Veh ganz besonders. Sein Problem: Er ist noch nicht in Frankfurt. „Weil die Fifa ein ganz wichtiges Freundschaftsländerspiel angesetzt hat und wir Carlos abstellen müssen, hängt er jetzt in Caracas fest.“ Veh war sichtlich in Rage, als er am Freitag, ziemlich genau 24 Stunden vor dem Anpfiff des Bundesliga-Heimspiels gegen den 1. FC Nürnberg, von dem Malheur des Peruaners erzählte.

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Doch Zambrano war nicht der einzige Nationalspieler, der nach dem Länderspielaufenthalt in Trinidad und Tobago beim Zwischenstopp in Kolumbien strandete und verzweifelt auf eine Flugmöglichkeit nach Europa wartete. „Er soll voraussichtlich am Samstag um neun Uhr landen“, sagte Veh mit aller gebotenen Vorsicht. „Aber eigentlich hätte er schon einen Tag früher da sein sollen. Jetzt fliegt er die ganze Nacht durch.“ Sollte der 23 Jahre alte Innenverteidiger einigermaßen fit in Frankfurt landen, weiß Veh schon ganz genau, was in den Stunden vor dem zweiten Rückrundenheimspiel zu tun ist: „Hinlegen darf er sich natürlich nicht mehr.“

„Die Nürnberger machen die Räume dicht“

Frankfurt, Port of Spain, Caracas - und wieder Frankfurt. Wenn denn wirklich alles klappt und Zambrano rechtzeitig wieder deutschen Boden unter den Füßen hat, wird eine Odyssee beendet sein, die Veh sichtlich in Atem gehalten hat. „Carlos konnte in Caracas nicht ins Flugzeug, obwohl er neunzig Minuten vor dem Abflug dort gewesen ist. Die Polizei hat ihn und die anderen nicht an Bord gelassen“, so die Informationen des Frankfurter Fußballlehrers. Für die Partie gegen Nürnberg braucht Veh seinen Abwehrchef. Gemeinsam mit dem Brasilianer Bamba Anderson soll Zambrano wie schon beim Auswärtssieg in Hamburg für Halt und Stabilität in der Hintermannschaft sorgen.

„Gegen Nürnberg, das ist ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte Veh. Tabellarisch sind die Voraussetzungen zwar anders. Doch für den Vergleich des Tabellenvierten aus Frankfurt (36 Punkte) gegen den Vierzehnten (24 Zähler) ist Veh „von einem ganz engen Spiel“ überzeugt. „Die Nürnberger machen die Räume dicht und werden uns locken“, sagte der Eintracht-Coach. „Sie verdichten hinten sehr gut.“ Deutlich wird dies beim Blick auf die Gegentore. Während die Hessen in zwanzig erstklassigen Prüfungen trotz eines durchweg stark haltenden Kevin Trapp schon 31 Gegentreffer erhalten haben, ist die Abwehr der Franken „nur“ 27 Mal entscheidend überlistet worden.

Moderne Technik gegen Krawallmacher

Die Eintracht gegen den „Club“ - das sind traditionell nicht nur sportliche Auseinandersetzungen. Es ist bekannt, dass sich beide Fangruppierungen seit Jahren nicht gerade mit Respekt begegnen und es immer wieder zu unschönen Begleiterscheinungen in den jeweiligen Stadien gekommen ist. Auch für diesen Samstag „sind wir schon in Sorge“, sagte Axel Hellmann. Das auch für Fanfragen zuständige Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG hat in den vergangenen Tagen in engem Dialog mit der Polizei und den Sicherheitskräften gestanden. Hellmann geht danach davon aus, „dass es zu massivem Pyroeinsatz kommen kann“. Deshalb steht der gegnerische Fanblock, in dem bis zu 3800 Nürnberger Sympathisanten sein sollen, unter ganz besonderer Beobachtung. Wie schon vor drei Wochen beim Rückrundenstart in Leverkusen kommt jetzt auch in Frankfurt eine Spezialkamera zum Einsatz.

Derzeit noch auf Leihbasis, doch Hellmann erwägt die Technik, die „hochauflösende Bilder liefert, auf denen man Täter erkennen und identifizieren kann“, käuflich zu erwerben. Kostenpunkt der Anlage, die fest in der Frankfurter Arena installiert werden soll: „250000 bis 300000 Euro.“ Das Eintracht-Vorstandsmitglied schätzt an dieser „Superkamera“ die „enorme präventive Wirkung. Für Täter wird es richtig schwer sein, sich in der Gruppe zu verstecken“, sagte Hellmann.

Auf Gesprächsebene nicht zu erreichen

Dass man auf Technik setzt, ist der Tatsache geschuldet, „weil man bestimmte Tätergruppen nicht auf der Gesprächsebene erreicht“. Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei, heißt es in einer Presseerklärung, „werden schon ab den frühen Morgenstunden verstärkt präsent sein, um bei Störungen sofort zu intervenieren sowie anlassbezogen Kontrollen durchzuführen“.

Eintracht-Trainer Veh war es leid, etwas zu der Pyroproblematik zu sagen. Nur soviel: „Wir haben erstklassige Fans. Die anderen sind Vollidioten.“

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Quelle: F.A.Z.

 
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