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Eintracht Frankfurt Mit breiter Brust

 ·  Eintracht-Trainer Veh bekommt mit Inui und Occean zwei weitere Wünsche erfüllt, möchte aber mehr. Die Sponsorverhandlungen mit Krombacher sind weit fortgeschritten.

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© Eilmes, Wolfgang Wunschspieler: Takashi Inui

Beifall brandete auf, als um 15.03 Uhr die runderneuerte Eintracht die Arbeit aufnahm. Annähernd 2000 Anhänger hatten sich am Dienstag vor der Frankfurter Arena eingefunden, um den Bundesliga-Rückkehrer erstmals live zu sehen. Mittendrin im noch nicht kompletten Kader von derzeit 19 Spielern und drei Torhütern: die beiden Neuzugänge Takashi Inui und Olivier Occean Sportdirektor Bruno Hübner hatte es also doch noch geschafft, rechtzeitig zum Trainingsstart nach sieben Wochen Urlaub die Neuzugänge Nummer sechs und sieben vertraglich an die Hessen zu binden. Sowohl der 24 Jahre alte Japaner Inui als auch der 30 Jahre alte Kanadier Occean haben sich für die kommenden drei Jahre an die Eintracht gebunden. „Gültig für beide Ligen“, wie Hübner ausführte. „Aber mit der zweiten Liga befassen wir uns nicht.“

Erste Liga, Bundesliga - das ist es, was die Eintracht will, und was sie fortan ihrer zahlenden Kundschaft anbieten kann. „Wir gehen mit großem Optimismus und voller Selbstvertrauen an die Sache ran“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. „Wir wissen um die Erwartungshaltung und die Wünsche der Fans und der Stadt.“ Bei ihrer Vorstellung betonten sowohl Inui als auch Occean, dass sie stolz seien, nun Teil der Eintracht zu sein. „Für mich ist die Bundesliga eine große Herausforderung“, sagte Stürmer Occean, vom Bundesliga-Mitaufsteiger Greuther Fürth zur Eintracht gekommen. Auch der offensiv ausgerichtete Mittelfeldmann Inui, der sich „auf zentraler Position“ am wohlsten fühlt, hat wie auch der Rest seiner neuen Mitspieler den Sprung von der zweiten in die erste Liga geschafft. Zuletzt hat er beim VfL Bochum sein Geld verdient. „Dass wir solche Spieler bekommen, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Trainer Armin Veh. „Das sind zwei Jungs, die gut zu uns passen - auch charakterlich.“ Dass Inui wie Occean ihr Handwerk verstehen, war am Dienstag deutlich sichtbar. Als beide im lockeren Trainingsspielchen jeweils ein technisch anspruchsvolles Tor erzielten, brandete freundlicher Beifall auf.

Verhandlungen mit dem möglichen Sponsor

Den kommenden Aufgaben sieht Chefcoach Veh „sehr, sehr zuversichtlich“ entgegen. „Mit unseren finanziellen Möglichkeiten haben wir das Beste gemacht“, sagte er, wollte aber kein Ziel ausgeben, das er für die kommenden Monate im Sinn habe. Nur soviel ließ er sich entlocken: „Wir wollen guten Fußball spielen, die Zuschauer begeistern und genügend Punkte für den Klassenerhalt holen.“ Als Aufsteiger könne „man auf Understatement machen“, so Veh, der in der vergangenen Runde oft den Eindruck hatte, dass nicht jeder aus seinem Team der großen Erwartungshaltung (insbesondere nervlich) gewachsen war. Auch deswegen drängte er in den vergangenen Wochen, die er wechselweise im Allgäu, der Schweiz oder auf Fuerteventura verbrachte, immer wieder, den Kader gezielt um Neuerwerbungen zu ergänzen, die das allgemeine Niveau entscheidend anheben. Den am Dienstag neben ihm sitzenden Manager Hübner sowie Vorstandschef Bruchhagen gab er vor dem Abgang auf den Übungsplatz mit auf den Weg, doch bitteschön weiterhin auf dem Transfermarkt Augen und Ohren offen zu halten und ähnlich gut zu handeln wie zuletzt: „Drei müssen noch kommen. Ein Stürmer und zwei Innenverteidiger“, sagte der Coach. „Wenn wir die bekommen, sind wir gut gerüstet.“ Als Kandidaten spielen Erwin Hoffer (zuletzt ausgeliehen vom SSC Neapel) und Bamba Anderson (zuletzt ausgeliehen von Borussia Mönchengladbach) weiterhin eine Rolle. „Wir sind im Dialog mit den beteiligten Vereinen“, sagte Hübner. „Alles ist auf den Weg gebracht, und da ich immer optimistisch an die Sache herangehe, bin ich überzeugt, dass uns das gelingt.“ Bei Hoffer geht es offenbar noch um die Höhe der Ablösezahlung, während Anderson für die Eintracht lediglich dann von Interesse ist, wenn er als Leihgeschäft am Main weiterbeschäftigt werden könnte.

Ungleich weiter fortgeschritten sind die Verhandlungen mit Krombacher als künftigem Hauptsponsor. Bruchhagen, der zuletzt bei diesem Thema nur sehr zurückhaltend Stellung bezog, nannte die Großbrauerei einen „Kandidaten, mit dem wir uns sehr beschäftigen“. Die Gespräche mit dem Unternehmen, das seinen Sitz im Ort Kreuztal in Nordrhein-Westfalen hat, seien weit fortgeschritten und in einem Stadium, das man „auf der Ziellinie“ nennen könne. „Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass es auch zu einem Abschluss kommt.“ Die Eintracht benötigt einen neuen Hauptsponsor, weil Fraport zum 30. Juni nach elfjähriger Zusammenarbeit sein Engagement beendet hat. Der Flughafenbetreiber zahlte per annum geschätzte fünf Millionen Euro. Die Tatsache, dass der Klub zum Trainingsstart noch mit blanken Trikots dasteht, sei einer „komplexen Fragestellung geschuldet, die sich Außenstehenden nicht auf Anhieb erschließt“, sagte Bruchhagen. Was er damit wohl meinte: Noch konnte sich die Eintracht nicht mit der mittelhessischen Licher-Brauerei verständigen, die bislang in guten wie in schlechten Zeiten zum treuen Kreis der „Premium-Partner“ gehörte und sich die Werbung mit den Frankfurtern jährlich knapp 250000 Euro kosten ließ. In den Verträgen mit Licher wurde festgeschrieben, dass man sie bei einem ernsthaften Interesse eines Mitbewerbers rechtzeitig informieren wird und ihnen die Chance einräumt, das Angebot des Konkurrenten zu überbieten. Bis zum kommenden Dienstag, wenn die Eintracht während des Trainingslagers in Österreich ein erstes Testspiel gegen Blau-Weiß Linz absolviert, soll der künftige Partner feststehen. Der Großverkauf der Trikots mit dem jetzt noch unbekannten Schriftzug auf der Brust soll am 28. Juli, dem Tag der Saisoneröffnung, starten. Axel Hellmann, seit 1. Juli neu im Vorstand der Eintracht Fußball AG und dort für Finanzen und Organisation zuständig, sprach von einer Konstellation, die ihm keine Sorge bereite, zumal eine weitere „vielversprechende Option“ vorhanden sei. „Ich bin „sehr, sehr zuversichtlich“, sagte der 41 Jahre alte Neuling im Bundesliga-Business und klang dabei identisch wie der sich seit fast dreißig Jahren im Profigeschäft tummelnde Veh. Wie viel der momentan allenthalben demonstrativ zur Schau gestellte Optimismus sportlich wert ist, wird sich erstmals ernsthaft am letzten August-Wochenende zeigen: Dann kommt es am ersten Bundesliga-Spieltag zum Heimdebüt gegen Leverkusen. Und dann sitzt auch wieder Dr. Christoph Seeger auf der Eintracht-Bank. Der Orthopäde, schon von 2001 bis 2010 Mannschaftsarzt, hat sich abermals den Frankfurtern angeschlossen.

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