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Eintracht Frankfurt Missglückte Generalprobe: Veh lächelt die Sorgen weg

29.01.2012 ·  Gut, dass es nur ein Testspiel gewesen ist. Im Kampf um Zweitligapunkte wäre für die aufstiegsambitionierte Frankfurter Eintracht eine 0:1-Niederlage nämlich schlecht. So kam es jetzt gegen Lausanne.

Von Ralf Weitbrecht
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Gut, dass es nur ein Testspiel gewesen ist. Im Kampf um Zweitligapunkte wäre für die aufstiegsambitionierte Frankfurter Eintracht eine 0:1-Niederlage nämlich schlecht. Schlecht, richtig schlecht ist das gewesen, was die 5000 Fußballfreunde am Sonntag in der WM-Arena bei freiem Eintritt in der ersten Halbzeit geboten bekamen. Die Eintracht brachte so gut wie nichts zustande, geriet in der 41. Minute durch den Treffer von Aleksandar Prijovic 0:1 in Rückstand - und musste sich am Ende dieses als „Generalprobe“ bezeichneten Auftritts gegen den FC Lausanne geschlagen geben. Übrigens zum ersten Mal überhaupt in einem Vorbereitungsspiel, seitdem Armin Veh als Cheftrainer Verantwortung bei der Eintracht trägt.

Folgerichtig war der Coach eine Woche vor der Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs nach der Winterpause auch alles andere als angetan. „In der ersten Halbzeit haben wir uns gar nicht bewegt. Wir waren zu ungefährlich und hatten zu wenig Durchschlagskraft - wie schon in den beiden letzten Punktspielen gegen Greuther Fürth und St. Pauli.“ Zur Erinnerung: Gegen die Franken kamen die Frankfurter im ersten Rückrundenspiel nicht über ein 0:0 hinaus; in Hamburg gab es kurz vor Weihnachten ein 0:2. Statt wie erhofft auf Platz eins fand sich die Eintracht auf Rang drei wieder. Von dieser Position aus soll am kommenden Sonntag das Unternehmen Aufstieg wieder an Dynamik gewinnen.

Eine richtige Spitze könnte Patrick Helmes sein

Gegen die erstklassigen Männer vom Genfer See war aus Eintracht-Sicht von Dynamik, Rasse und Klasse höchstens nach der Pause etwas zu sehen. Veh brachte seine zuvor höchst harmlose Mannschaft nach dem Seitenwechsel personell ins Rotieren. Die zuvor überforderten Sturmpartner Alexander Meier und Benjamin Köhler durften nach der vollzogenen Systemumstellung und der Rückkehr auf die favorisierte 4-4-2-Formation im Mittelfeld agieren. Erwin Hoffer und Rob Friend sollten fortan 45 Minuten lang zeigen, dass sie nach derzeitiger Lage auch gegen Braunschweig erste Wahl sein dürften. Der schmerzlich vermisste Stammstürmer Mohamadou Idrissou steht Veh bekanntlich nicht zur Verfügung. Meier und Köhler eine Halbzeit lang ganz weit vorne: „Es war ein Experiment“, sagte Veh später. Eines, das als missglückt bezeichnet werden muss und den Coach in seiner Meinung bekräftigte: „Ohne richtige Spitze geht es nicht.“

Eine richtige Spitze könnte Patrick Helmes sein. Doch dass der derzeit beim VfL Wolfsburg angestellte Bundesligaprofi nach Frankfurt kommt, ist so gut wie ausgeschlossen. „Wir haben wirklich alles versucht“, sagte Veh. „Aber irgendwie geht es nicht - bei den Summen, die da im Raum stehen. Dafür habe ich Verständnis“, so der Eintracht-Coach. „Das können wir uns nicht leisten.“

Von Anfang bis Ende am Ball war die neue Führungskraft Heiko Butscher

Über die Darbietung des Kanadiers Friend wollte sich Veh trotz freundlicher Anfrage nicht äußern. Er lächelte nur. Anders als der quirlige und trickreiche Hoffer, der nach Herzenslust kämpfte und rackerte, ließ Friend nicht durchblicken, warum er erste Wahl sein sollte. Gefährlichkeit jedenfalls ging von ihm nicht aus. Da wussten schon Meier (56. Minute) und der vor der Abwehr aufgebotene Pirmin-Schwegler-Stellvertreter Matthias Lehmann (57.) mit ihren Pfostenschüssen mehr zu gefallen. Lehmann im Zusammenspiel mit dem gewohnt lauffreudigen Sebastian Rode war während der neunzig Minuten ebenso wenig von den zurückhaltenden Schweizern gefordert wie der Abwehrblock der Eintracht. In der schwachen ersten Halbzeit durfte der Franzose Habib Bellaid als Innenverteidiger ran; nach dem Wechsel übernahm der kroatische Stammspieler Gordon Schildenfeld diesen Part.

Von Anfang bis Ende am Ball war die neue Führungskraft Heiko Butscher. Der langjährige Kapitän des SC Freiburg fand zwar mit manchem Diagonalpass keine eigenen Abnehmer. Doch insgesamt zeigte der Profi eine abgeklärte Leistung. „Er ist aber auch nicht richtig gefordert worden“, sagte Veh. Ebenso wenig wie Torwart Oka Nikolov, der nach der Pause durch Thomas Kessler ersetzt wurde, sich um seine Rolle aber keine Gedanken machen muss. „Es gibt keinen Grund zum Wechseln“, sagte Veh. Die Eintracht aus Frankfurt gegen die Eintracht aus Braunschweig mit Nikolov. Und hoffentlich mit einer besseren Leistung als gegen Lausanne.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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