Home
http://www.faz.net/-gzg-767b7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Kaltstart für Lakic

Trainer Veh stellt einen Einsatz des gerade erst verpflichteten Kroaten schon beim Hamburger SV in Aussicht. Er soll die Flaute der Stürmer bei der Eintracht auf die Schnelle beenden.

© dpa Das schwarze Kapitel Wolfsburg ist beendet: Srdjan Lakic sucht sein Glück in Frankfurt.

Kein Neuer mehr für die Frankfurter Eintracht. Im Winterschlussverkauf hat Chefeinkäufer Bruno Hübner darauf verzichtet, auch am letzten Tag noch einmal zuzugreifen. So bleibt es dabei, dass der Weggang von Erwin Hoffer, der sich wieder seinem vormaligen Arbeitgeber 1. FC Kaiserslautern angeschlossen hat, der letzte Transfer der Frankfurter in der Periode bis zum 31. Januar gewesen ist. Der Plan, den Serben Gojko Kacar vom Hamburger SV zur Eintracht zu holen, hatte sich am Mittwoch ebenso zerschlagen wie das Bemühen, den Kroaten Marko Livaja über die Alpen zu locken. Der Stürmer von Inter Mailand bleibt im Land des Fußball-Weltmeisters von 2006 und ist schon weitergezogen - zu Atalanta Bergamo. „Den hätte ich gerne zu uns geholt“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh am Donnerstag. „Er ist ein großes Talent. Aber es war nicht machbar, ihn zu kriegen.“

Ralf Weitbrecht Folgen:

Dafür hat Veh seinen Wunschstürmer bekommen. Seit Dienstag schon darf sich Srdjan Lakic als vollwertiges Mitglied der Frankfurter Eintracht-Familie fühlen. Und wenn bis zum Samstag nichts Gravierendes mehr passiert, steht der 29 Jahre alte Kroate auch in der Startelf. Einen Freifahrtschein wollte ihm Veh vor der Abreise in den Norden zwar nicht ausstellen. „Aber zu neunzig Prozent habe ich mich dafür entschieden, dass ich ihn bringe“, sagte der Coach am Donnerstag. An diesem Freitag, der für Veh ein ganz besonderer ist, lässt er noch einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit üben. Veh feiert Geburtstag - seinen 52. Da trifft es sich gut, dass er tags darauf mit seiner Mannschaft in der Stadt spielen darf, „in der ich mich immer wohl gefühlt habe“. Hamburg also, sportliche Heimat des Bundesliga-Dinos HSV. Vor seinem Engagement bei der Eintracht war Veh Coach in Hamburg. Doch die Querelen vor allem im personell überbesetzten Aufsichtsrat haben ihm die Lust genommen, längerfristig Wurzeln an der Elbe zu schlagen. „Die Mannschaft war damals am Ende. Ich habe noch das Beste rausgeholt“, behauptete Veh. „Es war nur Theater, und hinterher wurde es noch schlimmer. Dabei ist das ein toller Klub. Da ist so viel Geld im Umlauf. Die müssten eigentlich jedes Jahr in der Europa League spielen.“

Endlich Tore von Leuten, die dafür zuständig sind

Tun sie aber nicht. Immerhin: Der HSV hat sich in den zurückliegenden Spieltagen Stück für Stück entwickelt und ist auch in der Tabelle nach vorne gekommen. „Wenn sie uns schlagen, sind sie wieder mit dabei“, sagte Veh, der die sportliche Verantwortung für den Tabellenvierten aus Frankfurt trägt und der vor dem Anpfiff an diesem Samstag zur Topspielzeit um 18.30 Uhr fünf Plätze und fünf Punkte vor den Hamburgern liegt.

Damit das so bleibt, erhoffen sie sich bei der Eintracht endlich Tore von Leuten, die dafür zuständig sind. Doch die aktuell wenigen gelernten Stürmer im Kader der Eintracht haben bislang alles Mögliche getan - nur eines nicht: in schöner Regelmäßigkeit Treffer zu erzielen. Bestes Beispiel ist Olivier Occean. Im Sommer mit großen Hoffnungen aus Fürth nach Frankfurt gekommen, hat der Kanadier in der für ihn ungewohnten erstklassigen Umgebung erst ein kümmerliches Tor geschossen - ausgerechnet im Hinrundenspiel beim 3:2-Heimsieg gegen den HSV.

Welpenbonus für Lakic

Spekulationen, wonach der glücklose Angreifer gleichfalls noch zum Ende der Transferzeit einen neuen Klub finden könnte, erteilte Veh am Finaltag Donnerstag eine Absage. „Dass er geht, schließe ich aus“, sagte der Eintracht-Trainer, der Occeans Verpflichtung mit großem Elan forciert hatte, aber schon seit längerem erkannt hat, dass der Kanadier der Mannschaft keine große Hilfe ist.

Srdjan Lakic soll es nun richten. Jener Stürmer, der in Wolfsburg Medizinbälle werfen und Hanteln heben dürfte - nur eines nicht so richtig: in der Bundesliga Fußball spielen. Diese Chance geben sie ihm nun in Frankfurt. Ein Sieg in Hamburg mit Toren von Lakic? „Er hat erst zwei, drei Trainingseinheiten absolviert“, sagte Veh. „Da muss man Abstriche machen.“ Doch vom Können des Kroaten ist der Eintracht-Coach schon überzeugt. Und so sagte er denn auch, „dass für mich ein Erfolg in Hamburg das schönste Geburtstagsgeschenk wäre. Dann hätten wir schon 36 Punkte und wären unserem Ziel wieder ein großes Stück näher gekommen.“

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eintracht Frankfurt Eine Sternstunde und viel Schatten

Die Eintracht zeigt sich im ersten Heimspiel ideenlos und kommt gegen Augsburg nur zu einem 1:1. Inui wird den Klub verlassen und nach Spanien wechseln. Mehr Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt

24.08.2015, 06:09 Uhr | Rhein-Main
Rückkehr an den Main Armin Veh zum zweiten Mal Trainer in Frankfurt

Armin Veh ist offiziell als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt vorgestellt worden. Schon zwischen 2011 und 2014 hatte der 54-Jährige die Hessen trainiert. Veh unterschrieb beim Fußball-Bundesligisten einen Zwei-Jahres-Vertrag. Mehr

15.06.2015, 16:43 Uhr | Sport
Fußball-Transferticker Last Exit Thessaloniki

Berbatow landet in Griechenland ++ Auch Manchester United schafft einen Rekordtransfer ++ Galatasaray stellt Großkreutz vor, die Fifa schweigt ++ Dafür spricht Draxler über Schalke ++ Alle Infos im Transferticker. Mehr

02.09.2015, 13:41 Uhr | Sport
Bundesliga-Vorschau Die Trainer stehen im Mittelpunkt

Jürgen Klopp und Bruno Labbadia: Vor allem die Trainer von Borussia Dortmund und dem Hamburger SV stehen am 29. Spieltag im Blickpunkt. Die Vorschau im Video. Mehr

17.04.2015, 12:57 Uhr | Sport
Eintracht Frankfurt Hübners Vertrag bis 2019 verlängert

Die Eintracht ordnet ihre Führungsspitze neu: Der Sportdirektor bleibt bis 2019, im Vorstand gibt Bruchhagen Einfluss ab. Zudem ist Inui sich mit dem SD Eibar einig und Kadlec darf nicht weg. Mehr Von Marc Heinrich, Frankfurt

25.08.2015, 20:42 Uhr | Rhein-Main

Veröffentlicht: 31.01.2013, 19:25 Uhr

Überzeugen statt verbieten

Von Ralf Euler

Die Drogenbeauftragte des Bundes hätte gern ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr. Das ist eher ein Zeichen der Hilfslosigkeit, denn „Komasäufer“ lassen sich so nicht aufhalten. Hessen hat da den richtigen Ansatz. Mehr 11 7