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Eintracht Frankfurt Hübner macht Tempo

 ·  Der Eintracht-Sportdirektor stellt zeitnahe Transfers in Aussicht/Trainingsgast Paul Scharner überzeugt nicht.

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Die Tests werden weniger, die Herausforderungen größer. Nach dem 2:2 (0:0) gegen Zaglebie Lubin, einen polnischen Erstligaverein, spielt die Frankfurter Eintracht an diesem Dienstag gegen den österreichischen Meister Red Bull Salzburg und am Samstag im eigenen Stadion gegen den spanischen Spitzenklub FC Valencia. Eine Woche darauf geht es im Pokal zu Erzgebirge Aue, und bis dahin sollte Trainer Armin Veh seine Mannschaft gefunden haben. Nach wie vor klemmt es an zwei wichtigen Stellen. Die Abwehrmitte ist in einer Umbauphase, die Angriffsmitte womöglich auch.

Das Spiel in Steyr gegen Lubin hat die Problemzonen abermals offengelegt. Grundsätzlich zeigte sich der Trainer mit der Leistung zufrieden, doch die Abwehrfehler haben ihm natürlich nicht gepasst. Beim ersten Gegentreffer zum 1:1 hatte sich Neuzugang Vadim Demidov allzu leicht düpieren lassen, beim 2:1 der Polen hatte sogar die gesamte Abwehr nicht gut ausgesehen. „Das darf nicht passieren“, kritisierte Veh, „die Abwehr steht noch nicht so, wie sie stehen sollte.“ Was auch daran liegt, dass noch nicht alle Spieler da sind, die da sein sollten. Gegen Lubin spielte Heiko Butscher neben Demidov, im Laufe dieser Woche hofft Veh, dass er damit beginnen kann, Rückkehrer Bamba Anderson peu à peu an die Mannschaft heranzuführen - wenn der Brasilianer zumindest Teile seines Trainingsrückstandes aufgeholt hat.

Alle Verantwortung bei Occean

Und dann soll ja noch ein Innenverteidiger neu hinzukommen. „Die Spieler, die wir im Kopf haben, können wir in dieser Woche umsetzen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Er sprach in der Mehrzahl, geht also auch davon aus, dass ein weiterer Stürmer, der Ersatz für den nach Kaiserslautern verkauften Mohamadou Idrissou, bald zum Kader stoßen wird. Diese Ankündigungen gibt es schon einige Zeit, nun läuft der Eintracht aber langsam die Zeit davon. Der Bundesliga-Aufsteiger braucht eine stabile Abwehr. Dies wiederum setzt eine Feinabstimmung der Spieler untereinander voraus, müssen doch zuallererst in der Defensive die Abläufe stimmen. Demidov, Anderson und Butscher stehen derzeit zur Verfügung, der vierte Mann wird noch gesucht. Der Österreicher Paul Scharner wird es nicht sein, konnte er doch beim Vorspielen im Trainingslager nicht wirklich Reklame in eigener Sache machen. Wunschkandidat der Eintracht bleibt der Peruaner Carlos Zambrano vom FC St.Pauli, der im ersten Punktspiel der Hamburger in Aue nicht eingesetzt worden ist. Angeblich wegen seiner Wechselabsichten.

Im Angriff liegt die Verantwortung aktuell alleine auf Olivier Occean. Gegen Lubin hat der Neue allerdings nicht gut gespielt - dafür aber Rückkehrer Jimmy Hoffer in seinem ersten Einsatz, nicht nur wegen seines Treffers zur 1:0-Führung in der 63.Minute. „Wir brauchen auf jeden Fall noch einen Stürmer“, sagte Veh. Das sagt er seit Wochen. Doch die finanziellen Mittel der Eintracht haben bisher nicht die gewünschten schnellen Entscheidungen zugelassen. Nun ist der Druck größer geworden, auch wenn der Trainer davon spricht, „dass ich grundsätzlich ganz zufrieden bin“.

Das bezieht sich auf die allgemeine Verfassung der Mannschaft. Viele Plätze im Team sind längst fest vergeben, auf einigen Positionen aber gibt es Ausscheidungskämpfe. Dies gilt fürs Tor, wo Oka Nikolov und Kevin Trapp konkurrieren, für die Innenverteidigung, vor allem aber für die beiden Außenbahnen in der offensiven Mittelfeldreihe. Bisher waren die Neuzugänge Stefan Aigner auf rechts und Takashi Inui auf links erste Wahl. Der Japaner blieb gegen die Polen blass, wurde vom Trainer dennoch gelobt. Das Hinzuziehen eines Dolmetschers habe erste Früchte getragen, sagte Veh. „Er kapiert jetzt mehr, wie er gegen den Ball zu spielen hat.“ Das Defensivverhalten bei Inui sei besser geworden, „da war ich absolut zufrieden.“ Mit der Offensivleistung kann er es nicht gewesen sein. Aigner und Inui haben intern starke Konkurrenz. Karim Matmour setzt Aigner unter Druck, auf der anderen Seite hinterlässt Benjamin Köhler einen stabileren Eindruck als Inui. Köhler hat sich zudem zum Freistoßspezialisten entwickelt, er traf gegen Lubin in der vorletzten Minute aus zwanzig Metern. Ein weiterer Kandidat für die Außenbahnen ist derzeit außer Gefecht: Der junge Sonny Kittel, der sich beim Training eine Innenbanddehnung im rechten Knie zugezogen hat.

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Von Matthias Alexander

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt. Mehr 1 1