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Eintracht Frankfurt Gute Absicht und böse Geister

 ·  Spielplangestaltung ist eine komplizierte Angelegenheit. Aus Eintracht-Sicht steht hinter dem Auftakt der Bundesliga noch ein Fragezeichen.

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Als der Heimspielgegner der Eintracht für den ersten Bundesliga-Spieltag verkündet wurde, zuckte manch Anwesender im fünften Stock der DFL-Zentrale in der Frankfurter Guiollettstraße für einen kurzen Moment - doch das Raunen flaute schnell ab. Nicht Bayern München wird am 25. oder 26. August der Gegner in der WM-Arena sein, sondern Bayer 04 Leverkusen. Die Spannung um den Auftakt in die 50. Bundesliga-Spielzeit wird sich aber erst legen, wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Einsprüche der Eintracht und fünf weiteren Vereine gegen die vom DFB-Kontrollausschuss verhängten Sanktionen behandelt hat, die neben Geldstrafen einen teilweisen Zuschauerausschluss vorsehen.

„Momentan sind die Strafanträge alle beim Sportgericht anhängig. Man kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau sagen, wann die Entscheidungen fallen werden“, sagte ein Sprecher des DFB auf Anfrage dieser Zeitung. Ob es für die Eintracht gegen Leverkusen ein zweites St. Pauli geben wird, ist noch nicht raus, die Erinnerungen dagegen frisch. Den Heimspielauftakt der vergangenen Zweitliga-Saison gegen die Kiez-Kicker (1:1) durften am 25. Juli 2011 nur 16500 Zuschauer auf den Rängen verfolgen - keine klassische Geisterkulisse zwar, aber die bösen Geister von damals hat die Eintracht trotz wohlmeinender Absichtserklärungen nicht vertreiben können. So droht nach dem erstinstanzlichen Urteilsspruch des Kontrollausschusses abermals eine Minuskulisse: 15000 Karten für das Heimpublikum, 5000 Gästefans, leere Stehplatzränge.

Vielschichtige Schwierigkeiten

Auch wenn die Deutsche Fußball Liga (DFL) für den ersten Spieltag kein Topspiel gegen München oder Dortmund angesetzt hat, ist man von Erleichterung bei den Eintracht-Offiziellen so weit entfernt wie Irland vom EM-Titel. Zwar wolle er das schwebende Sportgerichtsverfahren nicht bewerten, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen auf Nachfrage, doch sei „das erste Heimspiel traditionell ausverkauft. Insofern werden wir immer einen Kollateralschaden haben“. Da sei es letztlich gleich, ob der Gegner Bayer oder Bayern heißt. Über das Duell mit den Rheinländern sagte Bruchhagen: „Das Auftaktprogramm ist sicherlich nicht leicht, aber man muss es nehmen, wie es kommt. Am ersten Spieltag hat man gegen Leverkusen bestimmt eine größere Chance als im Verlauf der Saison.“

Die Sportgerichtsurteile blieben bei der Verkündigung der Spielpläne für die Erste und Zweite Bundesliga am Dienstagvormittag allenfalls ein Nebenthema. Für die Spielplanmacher der DFL um Holger Hieronymus, den Geschäftsführer für den Spielbetrieb, sind die Schwierigkeiten bei der Terminplangestaltung vielschichtig. Der Internationale Fußball-Verband blockt für Länderspiele und WM-Qualifikation als erstes Termine, auch die Eintracht wird - wie jetzt mit dem Griechen Georgios Tzavellas und dem Kroaten Gordon Schildenfeld - wohl wieder Spieler abstellen müssen. Auch die Spielrunden der Europäischen Fußball-Union mit den deutschen Vertretern in den kontinentalen Wettbewerben muss die DFL einkalkulieren. Steht der Rahmenterminkalender, sind sechs weitere Parameter maßgeblich. Feiertage in den Bundesländern werden berücksichtigt; auf Fairness und Ausgeglichenheit wird geachtet, damit etwa die Eintracht nicht nacheinander gegen Branchenprimus Dortmund (5. Spieltag zu Hause, 25./26. September) und den Rekordmeister aus München (11. Spieltag auswärts, 9./10./11. November) antreten muss und das Derby gegen Mainz (14. Spieltag heim, 27./28. November) nicht mit anderen Regional-Duellen kollidiert; Drittveranstaltungen in den Stadien finden ebenso Berücksichtigung wie Großereignisse außerhalb des Sports in den Städten und damit verbundene Sicherheitsaspekte; und auch nach besonderen Wünschen der Vereine versucht sich die DFL zu richten.

„So etwas darf für uns keine Rolle spielen“

Verschiedene Szenarien seien auf dieser Basis in den vergangenen Wochen erstellt worden, sagte Hieronymus. Dabei habe man die Eckdaten nicht angetastet. „Der Spieltagsschlüssel wird sich nicht verändern. Eine veränderte Spiegelung der Hin- und Rückrunde war nur ein Modell, das von der Liga mit den Vereinen diskutiert, aber abgelehnt wurde.“ Mit anderen Worten: Es wird in der Regel weiterhin ein Spiel am Freitagabend, fünf Spiele am Samstagnachmittag, eines am frühen Samstagabend und zwei am Sonntagnachmittag geben. Und ebenso bleibt es dabei, dass die Mannschaften in Hin- und Rückrunde in gleicher Abfolge aufeinandertreffen. Im neuen Fernsehvertrag, der für die kommenden fünf Spielzeiten gilt, ist das so festgeschrieben.

Absolut keinen Einfluss auf den Spielplan hätten dagegen Urteile der Sportgerichtsbarkeit, schwebende Verfahren und mögliche Geisterspiele, entgegnete Hieronymus auf eine entsprechende Nachfrage: „So etwas darf für uns keine Rolle spielen. Der Spielplan sollte nichts mit Sportgerichtsurteilen zu tun haben“, wiegelte er ab. Die Eröffnungsbegegnung mit Leverkusen ist also mitnichten ein Entgegenkommen der Liga-Oberen, sondern Produkt einer Computersoftware, die mit reichlich Datenmaterial gefüttert wurde. Über das Gnadengesuch der Eintracht hat allein das DFB-Sportgericht zu entscheiden. Ob das Verfahren ein glimpfliches Ende und die Saison einen würdigen Anfang vor vollem Haus nehmen wird? Fortsetzung folgt.

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Von Matthias Alexander

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt. Mehr 1