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Eintracht Frankfurt Erstes Tor um kurz nach elf

Neuzugang Joselu kommt und fügt sich trefflich ins Training der Frankfurter ein. Im Fall von Bendtner stehen wohl noch weitere Verhandlungen an. Vertrag mit Demidov aufgelöst.

© Heiko Rhode Ball im Blick: Eintracht-Neuzugang Joselu.

Wohl dem, der einen Schattenplatz ergattert hat. Der Hochsommer hat Österreich erreicht, und die Frankfurter Fußballmannschaft in Feldkirchen kommt in diesen Tagen ordentlich ins Schwitzen. Trainer Armin Veh beobachtete das Treiben seiner Spieler bevorzugt auf einer Bank unter einem Sonnenschirm und mit einer dunklen Kappe, die er sich tief ins Gesicht zieht. Am Mittwoch war Bergfest im Quartier der Eintracht: Die Hälfte des ersten Trainingslagers liegt hinter dem Team, und dem Coach gefällt, was er an Eindrücken gewinnen konnte: „Wir sind wesentlich weiter als vor einem Jahr.“ Auch im Sturm ist mit dem Transfer von Joselu eine „weitere Baustelle“, wie sich Veh ausdrückte, zu seiner Zufriedenheit geschlossen worden.

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Der Spanier, den die Hessen am Dienstag von der TSG Hoffenheim zunächst für ein Jahr ausgeliehen haben, äußerte sich nach den ersten Runden im neuen Trikot mit der Adler auf der Brust und der Nummer neun auf dem Rücken ebenfalls gut gelaunt. Um 11.02 Uhr hatte er mit einem feinen Außenristschlenzer gegen Keeper Kevin Trapp sein erstes (Trainings-)Tor erzielt. Für den Klub aus dem Kraichgau war er in der vorigen Runde auf fünf Pflichtspieltreffer bei 25 Einsätzen gekommen, spielte aber nach der auf den letzten Drücker geglückten Rettung im Abstiegskampf keine Rolle im Konzept von Markus Gisdol mehr. „Nicht einfach“ sei die Zeit in Hoffenheim gewesen, die vielen Personalquerelen und insgesamt vier Trainerentlassungen hätten dazu geführt, „dass meine Konzentration gelitten hat“. Nun hoffe er bei der Eintracht „auf einen Neustart“, ließ er von Zeugwart Franco Leonti dolmetschen. Joselu, der in Stuttgart geboren wurde, aber schon mit zwölf Monaten in die Heimat seiner Eltern umzog, wurde als Jugendlicher in die Nachwuchsabteilung von Celta Vigo ausgebildet, ehe er sich im Teenager-Alter Real Madrid anschloss. Bei dem Starensemble der „Königlichen“ konnte er sich unter José Mourinho nicht durchsetzen und wurde von ihm nur in einer Partie aufgeboten; in der zweiten Real-Elf kam er auf die respektable Erfolgsquote von 40 Treffer bei 73 Spielen.

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Es gebe „Anlass, optimistisch zu sein“

Zu seinen Vorzügen zählt nach eigener Einschätzung seine Einsatzbereitschaft. „Ich arbeite viel und bin immer in Bewegung.“ Eine Einordnung, die Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner mit Zahlen unterfütterte. Laut Statistik zählte Joselu zuletzt mit einer Laufleistung „von durchschnittlich 12,5 Kilometern“ zu den aktivsten Hoffenheimer Akteuren. Nun soll er der Frankfurter Offensive neuen Schwung verleihen. Joselu sieht sich am liebsten als „vorderste Spitze“ in einem 4-3-2-1-System. Veh besitzt mit ihm die Möglichkeit, ihn oder Srdjan Lakic aufzubieten - oder beide in einer 4-4-2-Formation gemeinsame Sache machen zu lassen. „Damit sind wir schwerer auszurechnen“, stellte der Zweiundfünfzigjährig frohgemut fest.

Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, betonte bei seiner Stippvisite an der Donau, dass es „Anlass gibt, optimistisch zu sein“. Der Kader besitze ausreichend „Qualität, um unser Ziel zu erreichen, ein etablierter Bestandteil der Bundesliga zu werden“. Es sei „unheimlich schwer geworden“, Zugänge zu finden, die das Niveau des Teams sofort signifikant anhöben. Zehn Profis, die den Kern der Mannschaft in der vergangenen Saison gebildet haben, seien mittlerweile wohl zunächst gesetzt. „Ein Neuer, der da so herausragt, dass er auf Anhieb Stammspieler wird, ist für uns einfach nicht zu bezahlen.“ Meldungen, wonach die Eintracht dennoch mit Nicklas Bendtner vom FC Arsenal verhandelt, bestätigte Bruchhagen: „Der Kontakt ist da.“ Der dänische Angreifer besitze „zweifellos einen Namen“, sagte Bruchhagen. Und er ergänzte: „Es wäre fahrlässig, wenn wir diese Gespräche nicht führen würden.“ Er habe jedoch eine „Verantwortung gegenüber dem Kader“, dass sich auch das Gehalt für einen namhaften Neuling im Rahmen zu halten habe, um einer eventuell aufkommenden internen Neiddebatte vorzubeugen; bislang sind Alexander Meier und Pirmin Schwegler mit einem Einkommen von geschätzten 1,8 Millionen Euro pro Jahr Topverdiener bei der Eintracht. Bendtner sagte in einem Interview mit der englischen Zeitung „The Mirror“, dass er durchaus Interesse an einem Wechsel nach Deutschland besitze und sich vorstellen könne, einen „Schritt zurück zu machen, um sportlich wieder voranzukommen“. Zuletzt war er an Juventus Turin ausgeliehen. Seine Ablösesumme wird auf vier Millionen Euro beziffert. Hübner erzielte dem Vernehmen nach in London Einigkeit mit dem FC Arsenal über die Konditionen eines möglichen Transfers. Was jetzt noch aussteht, ist die Zusage des umworbenen Wunschkandidaten. Wobei Bruchhagen sagte, dass es gerade nach dem Deal mit Joselu für die Eintracht keinen Grund zur Hektik gebe. „Eine Einigung sehe ich noch lange nicht.“ Ein Übereinkommen mit Vadim Demidov hat dagegen am Mittwoch stattgefunden: Der Vertrag mit dem norwegischen Innenverteidiger, der in Frankfurt keine Perspektive mehr sah, wurde in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst.

Quelle: F.A.Z.

 
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