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Eintracht Frankfurt : „Ein König mit viel Land“

  • -Aktualisiert am

Gedankenaustausch: Heribert Bruchhagen und Armin Veh haben sich einiges zu sagen. Bild: Jan Huebner

Eintracht-Chef Bruchhagen hätte ihn länger, aber Trainer Veh will sich nicht drängen lassen - und lässt sich ein wenig umwerben.

          Sie sind nicht immer einer Meinung, Armin Veh und Heribert Bruchhagen. Selbst in der Öffentlichkeit kabbeln sich der Trainer und der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht manchmal. Da geht es dann meistens ums Geld, um neue Spieler, um Vertragsverhandlungen und Vertragsverlängerungen. Der Trainer wirft dem Chef schon mal vor, „dass der Herri kein Geld rausrückt“. Der Konter kommt immer. „Trainer haben leicht reden, sie tragen nicht die Gesamtverantwortung“, sagt Bruchhagen. Grundsätzlich aber begegnen sich der leitende Angestellte und der Klubchef mit großem Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung. Veh findet Eintracht Frankfurt durchaus gut und Bruchhagen will das die gute Zusammenarbeit weiter fortgesetzt wird. „Armin Veh hat bei uns die Krone auf“, hat gerade blumig formuliert, „bis auf die finanziellen Möglichkeiten ist er ein König mit viel Land“.“ Kaum ein anderer Verein würde dem 52 Jahre alten Fußballlehrer so viel Macht und Einfluss zugestehen wie es die Eintracht tut.

          Veh hat diese Aussage mit einem Schmunzeln aufgenommen. „Da ist was dran“, sagt er. Ein gutes Zeichen in Tagen, in denen jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Denn die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Erfolgstrainer ist nur bis zum Saisonende vertraglich geregelt. Dass die Eintracht den Mann, „der die Spieler besser macht“, wie Bruchhagen lobt, unbedingt behalten will, ist längst klar. Geht es nach Sportdirektor Bruno Hübner, der die Gespräche im Detail führt, wäre es im Sinne des Klubs, die weitere Zusammenarbeit nicht nur auf ein Jahr zu begrenzen, sondern langfristig anzulegen. „Nichts würde dagegen sprechen“, sagt Hübner. Dagegen spricht allerdings, dass Veh zuletzt immer nur Einjahresverträge abgeschlossen hat. Und dass er sich noch immer hartnäckig weigert, überhaupt in offizielle Verhandlungen einzusteigen. Erst wenn die Mannschaft vierzig Punkte erreicht habe und der Klassenverbleib auch rechnerisch feststehe, werde er verhandeln, hat er von Beginn der Saison an gesagt. Daran werde er sich halten, versichert er.

          Sportlicher Höhenflug soll noch fortgesetzt werden

          Der Druck auf Veh aber wächst, langsam aber stetig. Jüngst wurde er so zitiert: „Ich kann mir vorstellen, zu bleiben“. Er hat auch eine Bedingung für sein Bleiben gestellt. „Ich werde nicht wieder eine neue Mannschaft aufbauen.“ Das aktuelle Team müsse nicht nur zusammengehalten, sondern weiter ergänzt werden. „Vier, fünf Spieler“ habe er im Kopf, die der Eintracht in der nächsten Saison helfen könnten, noch einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Da wäre es kontraproduktiv, würden wichtige Stammkräfte wie Sebastian Jung und Sebastian Rode, die von der zahlungskräftigeren Konkurrenz umworben werden, den Klub verlassen. Zumindest bei Rode hat der Klub dem Trainer diese Angst genommen. Der Mittelfeldspieler muss zumindest bis zum Auslaufen seines Vertrages im Sommer 2014 bleiben.

          Veh will sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen lassen. „Die Kollegen, die ihre Verträge verlängert haben, gewinnen seitdem nicht mehr“, sagte er am Mittwoch mit einem Augenzwinkern, „deshalb sollten wir vielleicht bis Saisonende warten“. Gemünzt war der lockere Spruch auf Bruno Labbadia und den VfB Stuttgart und Mirko Slomka und Hannover 96, die aktuell mit einer sportlichen Negativentwicklung zu kämpfen haben. Die Eintracht dagegen befindet sich in einem stabilen Hoch. Bruchhagen sieht auch deshalb „keinen Grund“, dass Veh gehen sollte und ist sicher, dass es „kein Endlos-Thema“ wird.

          Der sportliche Höhenflug soll auch beim Heimspiel am Samstag gegen den 1.FC Nürnberg fortgesetzt werden. Die Trainingswoche gestaltete sich freilich nicht optimal. Sechs Nationalspieler fehlten auch am Mittwoch und der Rest der Mannschaft musste wegen der schlechten Platzverhältnisse in die Halle ausweichen. Da kamen dann verborgene Talente zum Vorschein. Olivier Ocecan und Marco Russ zeigten sich als treffsichere Korbjäger beim Basketballspiel.

          Quelle: F.A.Z.

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