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Eintracht Frankfurt Ein bisschen erste Liga

Im Zweitligaspitzenspiel (20.30 Uhr) muss Eintracht Frankfurt zu Fortuna Düsseldorf - das ist auch für Trainer Veh mehr als ein normales Zweitligaspiel. Für Spannung ist an vielen Fronten gesorgt.

© Bergmann, Wonge Vergrößern Der Anpfiff naht: Das verbale Vorspiel ist beendet, Trainer Armin Veh will nun mit der Eintracht sportlich überzeugen.

Endlich Montag. Endlich Spitzenspiel. Ob es auch hält, was man sich davon verspricht? „Es ist das Topspiel in der zweiten Liga“, sagte Armin Veh am Sonntag. „Aber von der Qualität der beiden Mannschaften her könnte es auch in der ersten Liga stattfinden.“ Der Trainer der Frankfurter Eintracht weiß, dass sich die Blicke der fußballinteressierten Öffentlichkeit an diesem Montag Abend (Anpfiff 20.15 Uhr/ live in Sport 1 und F.A.Z.-Liveticker ) nach Düsseldorf richten.

Von einer wegweisenden Entscheidung im Kampf um den Titel aber will er nichts wissen. „Meisterschaft und Aufstieg werden nicht am 21. Spieltag entschieden“, sagte der Coach - und hat natürlich Recht damit. Trotzdem: Das Duell des bisherigen Ersten gegen den Zweiten, der Vergleich zwischen Fortuna Düsseldorf und der Frankfurter Eintracht, ist schon etwas Besonderes. Beide Mannschaften haben es schließlich verstanden, sich im spannenden Kampf um die aufstiegbringenden Plätze vom Saisonstart an zu behaupten und zu positionieren. Die Fortuna grüßte wochenlang als Branchenführer von der Spitze; die Eintracht hat alle Möglichkeiten, aus eigener Kraft ihre gute Ausgangslage zu festigen. Um Düsseldorf zu verdrängen, ist ein Sieg zwingend notwendig.

Fünfkampf um den Aufstieg

Bei einem Unentschieden würden die Hessen mit dann 43 Zählern auf Rang drei abrutschen - punktgleich hinter den starken Franken von der Spielvereinigung Greuther Fürth, die am Sonntag eine fußballerische Sternstunde erlebten, Verfolger SC Paderborn 5:1 besiegten und zumindest für einen Tag an die Spitze rückten. Und weil auch Bundesliga-Mitabsteiger FC St. Pauli seine Heimpartie gegen den VfL Bochum erfolgreich gestaltete (2:1), bleibt es vorerst - wie von Eintracht-Mittelfeldspieler Sebastian Rode prognostiziert - beim Fünfkampf um den Aufstieg.

Unmittelbar vor der Abreise an den Rhein hat Eintracht-Trainer Veh zwar noch ein letztes Mal in geheimer Mission trainieren lassen. Doch spektakuläre Änderungen bis zum Anpfiff sind nicht zu erwarten. „Bamba Anderson rückt für den verletzten Martin Amedick in die Innenverteidigung“, bestätigte Veh die schon am Freitag getroffene Personalwahl. Gegenüber dem 2:1-Heimsieg gegen Braunschweig „will ich eigentlich gar nichts ändern. Aber vielleicht fällt ja am Montag morgen noch jemand falsch aus dem Bett“, sagte der Frankfurter Trainer mit einem Schmunzeln. Vieles spricht also dafür, dass Benjamin Köhler abermals von Beginn an auf der linken Mittelfeldseite beginnt - und der endlich spielberechtigte Sonny Kittel wohl im Laufe der Partie eingewechselt wird, um neuen Schwung zu entfachen.

VfL Bochum - Fortuna Düsseldorf 1:1 © dpa Vergrößern Unruheherd: Sascha Rösler trifft und provoziert - zumindest die Frankfurter

Und im Sturm? Veh sieht seinen favorisierten Angreifer Mohamadou Idrissou zwar noch nicht bei hundert Prozent Leistungsvermögen. „Und ich glaube auch nicht, dass er neunzig Minuten durchhalten kann, weil er aufgrund seiner Verletzung in der Wintervorbereitung nicht bei der Mannschaft gewesen ist.“ Trotzdem ist denkbar, dass der Kameruner aufgrund seiner Physis gegen Düsseldorf startet und einer wie der kleine Erwin Hoffer nachgeschoben wird. Zur Erinnerung: Bei der letzten Übungseinheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit empfahl sich der damals verletzte Idrissou für einen Startplatz gegen Greuther Fürth. Wiederholung auch gegen Düsseldorf?

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„Wir wollen zeigen, dass wir etwas vorhaben“

Dass schon vor Tagen mit verbalen Sticheleien zwischen Frankfurtern und Düsseldorfern auf das Gipfeltreffen eingestimmt wurde, entsprang bei Eintracht-Trainer Veh aus dem Bauch heraus. „Ich bin nie auf den Gedanken gekommen, dadurch die Fans aufzuwiegeln,“ sagte er am Sonntag. Er empfand es im Gegenteil als „Wahnsinn, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Die Fortuna hat es doch überhaupt nicht nötig. Sie spielt anständig Fußball und hat eine richtig gute Mannschaft. Da muss man sich nicht theatralisch hinfallen lassen und provozieren“, wiederholte Veh seine Kritik vor allem an Sascha Rösler. Der Wunsch des Frankfurter Trainers: „Fußball soll einfach Fußball sein.“

Um das Gipfeltreffen aus Frankfurter Sicht zu einem wirklichen Genuss werden zu lassen, hält es Veh für unabdingbar, „dass wir selbstbewusst in die Partie gehen. Wir wollen zeigen, dass wir etwas vorhaben.“ Den Schlüssel zu einem möglichen Sieg, den 5000 Eintracht-Fans verfolgen wollen, sieht der Frankfurter Trainer in „hoher Disziplin. Wir brauchen Ballsicherheit und ein Kombinationsspiel, damit wir uns in den entscheidenden Szenen durchsetzen können.“ Ein Vorhaben, das auch dann glücken kann, wenn Ersatzkapitän Alexander Meier seine bestechende Form der vergangenen Wochen beibehält und wie schon gegen Braunschweig mit Toren glänzt.

Quelle: F.A.Z.

 
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